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Der achte Tag

Es ist uns nicht so bewusst, aber Licht vertreibt das Dunkel. Eigentlich ist es egal, ob es die Taschenlampe am Handy, die Sonne am Tag, der Mond in der Nacht oder ganz schlicht das elektrische Licht ist. Licht besiegt die Dunkelheit. Und so wird in der Osternacht ein Feuer angezündet.

Jesus, so sagt es uns, vertreibt das Dunkle in unseren Herzen.

Denn er ist …

… lassen wir Johannes erzählen. Eine seiner genialen Geschichten. Hört und seht.

Kannst du dich erinnern, dass die Heilige Woche eine besondere Woche ist?

Klar, da wird ja Jesu Tod und Auferstehung gefeiert. Aber die Heilige Woche ist deshalb speziell – weil sie acht Tage hat.

Der Ostersonntag ist der achte Tag. Er sagt uns: Es gibt mehr als unsere Zeit. Es gibt mehr als unser Denken. Es gibt Gott, der einfach mehr ist. Jesus hat Gott, seinem und unserem Vater vertraut, der größer ist als alles. Er wird alles gut machen, auch wenn wir das nicht begreifen, in seiner Zeit, am achten Tag.

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Die gute Nachricht

Das Wort Evangelium hast du ja schon oft gehört. Es ist ein griechisches Wort und man kann es ins Deutsche übersetzen: Evangelium heißt gute Nachricht.

Heute gibt es eine Geschichte von Johannes. Eigentlich ist die immer am Sonntag nach Ostern dran, aber das passt gerade nicht in meinen Plan.

Das ist so ein bisschen eine Anti-Corona-Geschichte: Die Jünger und Jüngerinnen versammeln sich am Sonntag. So ist ja noch heute, wenn wir gemeinsam Gottesdienst feiern. Und dann der Atem Jesu als Zeichen für den heiligen Geist, der die Jünger und Jüngerinnen erfüllen soll.

Aber die Geschichte hat noch eine andere Spezialität. Hast du eigentlich schon entdeckt, dass ein Jünger fehlt (nicht Judas, der ist nicht gemeint)?

Das kann man dem Thomas wirklich nachfühlen. Er glaubt die gute Nachricht, dass Jesus lebt und Gott alles gut machen wird, nicht, weil ihm blöderweise die anderen was voraus haben.

Ein echtes Dilemma! Wie lässt sich das nur lösen?

Natürlich, jetzt sind wir neidisch auf Thomas. Er hat Jesus gesehen und wir nicht!

Uns sagt Jesus: Ihr seid selig, das heißt glücklich, wenn ihr die frohe Botschaft glaubt, auch wenn ihr nicht seht!

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Das Making-of der Evangelien

Hast du schon mal „Stille Post“ gespielt? Dann weißt du, dass sich so ein Satz ziemlich schnell verändert, wenn er nur erzählt wird.

Und du hast sicher schon mal was vergessen.

Dagegen hilft eines ganz bestimmt: Aufschreiben!

Das dachten sich die Evangelisten auch und so haben sie die Jesusgeschichten aufgeschrieben.

Die Namen der Evangelisten kennst du bestimmt:

Der erste Evangelist

Markus war der erste, der auf die Idee kam, eine Geschichte von allem über Jesus aufzuschreiben. Er kam auch auf die Idee, diese Geschichte „Evangelium“ zu nennen.

Aber, schauen wir Markus doch bei der Arbeit zu!

(Kurze Entschuldigung bei den Fachleuten: Die Bilder sind nicht exakt Geschichten von Markus. Sorry. Ging nicht anders. Es geht ums Prinzip)

Hoppla – da schreibt doch wer ab?

Markus, Matthäus und Lukas haben ziemlich viele Geschichten gleich. Oft stimmt sogar der Wortlaut und die Reihenfolge.

Na, jetzt könnt ihr euch denken, was Lehrer*innen auch oft denken, wenn bei Probearbeiten zwei Arbeiten gleich sind:

Matthäus und Lukas haben bei Markus abgeschrieben!

Beim Kibiwe 2017 haben wir Lukas bei der Arbeit zugeschaut. Seht ihr die vielen Rollen an seinem Schreibpult? Er hat sie „Quellen“ genannt: Quellen, das hat hier gar nichts mit Wasser zu tun. Das sind Schriften, bei Lukas sind das Schriften über Jesus, die er gesammelt hat. Eine davon war auch der Markus.

So hat es auch Matthäus gemacht, unabhängig von Lukas. Die beiden haben nicht voneinander abgeschrieben.

Inzwischen haben die Forscher eine Idee, wie die drei Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas zusammenhängen könnten. Schaut selbst!

Jetzt fragst du vielleicht – stop, da fehlt doch Johannes! Was ist mit dem?

Johannes kannte wahrscheinlich die anderen Evangelien, aber er hat seinen ganz speziellen Stil und seine ganz eigenen Geschichten über Jesus. Leider können wir ihm nicht so gut über die Schulter gucken wie Lukas damals beim Kibiwe 2017!

Ungefähr 40 Jahre bis 70 Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung entstanden unsere Evangelien.

Was wir in Wirklichkeit nicht wissen: Wie die Evangelisten tatsächlich geheißen haben! Die Namen wurden ihnen erst später gegeben.

Übrigens: Den Evangelisten werden Symbole zugeordnet: Engel (Matthäus), Adler (Johannes), Stier (Lukas) und Löwe (Markus). Hier umranden sie Jesus. Das Kreuz hängt im kleinen Saal im katholischen Pfarrzentrum.

Und natürlich gibt es für alle vier schicke Abkürzungen: Mt, Mk, Lk, Joh.

Erklären muss ich die nicht, oder?

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Wie ist es, Mutter eines Superhelden zu sein?

Der Mai ist für die Katholiken der „Marienmonat“. Das heißt, im Mai steht immer wieder Maria, die Mutter von Jesus, im Mittelpunkt.

Deshalb gibt es hier mal so einen Überblick, was in der Bibel über Maria berichtet wird.

Und – das Klorollen-Ensemble kommt wieder zum Einsatz. Die Figuren haben sich in den letzten Wochen übelst beschwert, dass sie zu wenig Beachtung finden. Also dann.

Zuerst mal was von Lukas

Hand aufs Herz, speziell an Frauen und Mädchen: Wollt ihr, dass eure Kinder irgendwie mal die Welt retten, anstatt einen ordentlichen und sicheren Beruf zu lernen und in eurer Nähe zu wohnen?

Hand aufs Herz an die Jungs: Was würde eure Mama sagen, wenn ihr nach Hause kommt und verkündet: Mama, ich werde nicht Bankkaufmann, ich werde ein Weltenretter und riskiere mein Leben?

(Und was meint ihr, was die Mamas von den Ärzten und Ärztinnen, Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern gerade so darüber denken, dass ihre Kinder gerade jeden Tag ihr Leben riskieren?)

Elisabeth und Maria feiern das Leben! Ich liebe diese Geschichte!

It´s Christmas-Time!

Die Geschichte von Jesu Geburt kennst du, oder? Lukas und Matthäus erzählen davon und natürlich kommt Maria vor. Genieß das Video!

Jesus, der Teenager

Es gibt nur eine einzige Geschichte von Maria, die erzählt, wie es ihr so ging mit der Erziehung von Jesus. Lukas erzählt sie.

Das war aber nicht alles, was Maria so erlebte als Mutter eines Helden. Bleibt dran!

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2. Klasse Corona Projekt

Wie ist es, Mutter eines Superhelden zu sein? Teil 2

Und hier kommen weitere Geschichten um Maria, der Mutter von Jesus.

Was Jesus wichtiger als seine Familie war

Die nächste Geschichte klingt einfach unglaublich. Markus erzählt sie uns.

Ok, denkst du vielleicht, da sollte Jesus mal gefälligst rausgehen, oder?

Die Geschichte erzählt nicht, wie es weiterging. Vielleicht ist Maria einfach ins Haus gegangen und hat ihrem Sohn gesagt, wie man sich benimmt.

Vielleicht hat sie aber verstanden, was er sagen wollte: Mutter, komm rein und hör mir zu, denn das Reich Gottes ist noch wichtiger als Familie.

Jesus rettet eine Hochzeit (dank Jesus)

Auch Johannes erzählt so eine Geschichte von Jesus und seiner Mutter.

Maria machte jetzt etwas sehr Kluges. Sie diskutierte überhaupt nicht mit Jesus weiter. Sie schaffte Tatsachen.

Johannes erzählt, dass Jesus danach nach Kafarnaum ging. Seine Jünger und Jüngerinnen waren bei ihm und auch seine Mutter Maria.

Ein neuer Sohn und eine neue Aufgabe

So also ging es Maria als Mutter von Jesus. Leicht hatte sie es nicht.

Die Bibel sagt: Maria wusste, worauf sie sich eingelassen hatte. Deshalb respektieren überall auf der Welt Christen Maria, die Mutter Jesu.

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2. Klasse Corona Projekt Joseph und seine Brüder

Eine wirklich große (und wichtige) Familie

Geschwister kann man sich nicht aussuchen. Man kann sich nicht aussuchen, ob man einen Bruder oder eine Schwester hat, man kann sich nicht aussuchen, ob sie älter sind oder jünger als man selbst, man kann sich nicht aussuchen, ob man viele Geschwister hat oder nicht, und man wohnt mit ihnen in der Regel zusammen.

In der Bibel gibt es viele Geschichten. Im alten Testament gibt es auch viele Geschichten um eine ganz wichtige Familie. Es ist die Familie von Abraham, Isaak und Jakob. Abraham war der Vater von Isaak, Isaak war der Vater von Jakob. Und unsere Geschichte beginnt mit Jakob und seiner großen Familie.

Du denkst vielleicht, das da auf dem Bild ist eine Kita. Weit gefehlt! Ich möchte dir Jakobs Familie vorstellen. Jakobs Familie war viel größer als das, was bei uns als Familie gilt. Die kleinen Kinder sind Jakobs Enkelkinder, die Frauen, die links sitzen, das sind Jakobs Schwiegertöchter und die zwei Frauen mit den gelben Gewändern, die rechts stehen – das sind zwei von Jakobs Frauen.

Lea ist die etwas kleinere Frau in der Mitte. Die Darstellerin war damals 48 Jahre alt, plusminus 5 Jahre.

Das sind Jakobs Söhne. Sie waren schon erwachsen und verheiratet, trotzdem lebten sie noch mit ihrem Vater Jakob zusammen. Die Frau auf dem Bild ist Lea. Sie war auch eine Frau von Jakob, seine wichtigste Frau derzeit. (Auf dem Bild müssten zehn Söhne Jakobs sein, einer fehlt gerade auf dem Bild. Ja, man verliert da schnell den Überblick, tut mir leid).

Und das ist Jakob, der Vater und Chef der Familie, der Sohn von Isaak und Enkelsohn von Abraham. Wenn du gut mitgezählt hast, dann hatte Jakob drei Frauen. Früher hatte er sogar vier, aber die Frau, die Jakob am meisten geliebt hatte, die war schon gestorben. Diese Frau hieß Rahel.

links Joseph, rechts Benjamin, in der Mitte Jakob

Von dieser Frau, Rahel, waren Jakob noch zwei weitere Söhne geblieben: Joseph und Benjamin, der Jüngste, der noch ein kleines Kind war. Und weil Joseph und Benjamin die Söhne von Rahel waren, deshalb liebte Jakob Joseph und Benjamin mehr als seine anderen zehn Söhne. Und so hatte Jakob dem Joseph und nur dem Joseph ein buntes Festgewand gekauft.

Du kannst dir denken, dass die anderen Söhne des Jakob damit nicht zufrieden waren. Denn Jakob bevorzugte Joseph und das ist nicht gerecht. Als die anderen Brüder Joseph deshalb zur Rede stellten, erzählte Joseph:

Damals wurde Getreide mit der Hand geerntet und dann zusammengebunden, damit man es besser transportieren kann. Die Bündel nennt man Garben.

„Ich hatte einen Traum. Wir waren auf dem Feld und haben das Getreide geerntet und es zu Garben zusammen gebunden . Da haben sich die Garben aufgerichtet und eure Garben verneigten sich vor meiner.“ „Was, wir sollen uns vor dir verneigen?“ rief einer der Brüder.

Und Joseph erzählte weiter: „Ich träumte noch einmal. Elf Sterne, die Sonne und der Mond verneigten sich vor mir.“

Du kannst dir denken, dass die anderen Brüder stinksauer waren. Am liebsten hätten sie Joseph verprügelt. Aber Lea, die wichtigste Frau von Jakob, trat dazwischen und sorgte für Ruhe.

Lea spürte, dass ihre Söhne und die Söhne der anderen Frauen, unzufrieden waren. Sie sprach eindringlich mit Jakob und warnte ihn, dass da nichts Gutes dabei herauskommen würde. Ob Jakob auf Lea hören wird?

(Die Fotos stammen allesamt mal wieder von Gabi Neubauer – vielen Dank! – und die Geschichte, die ich euch in den kommenden Tagen erzählen werde, die haben wir beim Kibiwe 2010 nachgespielt)

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2. Klasse Corona Projekt Joseph und seine Brüder

Ein gutes Geschäft

Geschwister streiten. Ist es nicht so, Hand aufs Herz? Das heißt nicht, dass du deine Geschwister nicht magst. Natürlich geht ihr damit euren Eltern auf die Nerven (mancher Streit wird speziell für dieses Publikum vom Zaun gebrochen), aber es scheint irgendwie komplett normal zu sein.

In der Familie von Jakob aber ist der Streit zwischen Joseph und seinen Brüdern nicht normal. Der Vater Jakob bevorzugt Joseph – und dabei kommt nichts Gutes heraus. Aber hört und seht selbst!

Die Familie von Jakob lebt von ihren Schafe – und Ziegenherden. Wochenlang sind die ältesten zehn Söhne mit den Herden unterwegs auf der Suche nach Futterplätzen für die Tiere. An einem leeren Brunnen, in dem kein Wasser ist, haben die Brüder Rast gemacht.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Da sehen sie von weitem Joseph kommen. Sie erkennen ihn an seinem bunten Festgewand.

Ruben ist der Dritte von links

Simeon, einer der Brüder, ist besonders wütend auf Joseph. „Ich erinnere mich lebhaft an seine Träume!“ sagt Simeon. „Am liebsten würde ich Joseph umbringen. Dann sind wir ihn endlich los!“ Die anderen Brüder stimmen ihm zu.

Ruben, der älteste der Brüder, ist mit Simeon nicht einverstanden. Aber Ruben kann sich kaum gegen seine Brüder durchsetzen, deshalb schlägt er vor: „Werft Joseph in den leeren Brunnen!“ Und so passiert es.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Unser Vater Jakob hat mich geschickt, um nach euch zu sehen wie es euch geht“, sagt Joseph. „Uns geht es gut,“ sagt Simeon. „Aber wie geht es dir?“ Simeon schubst Joseph um. Die anderen Brüder lachen. „Oh, du hast dich schmutzig gemacht,“ ruft einer der Brüder. „Du solltest dringend ein Bad nehmen! Hier ist ein Brunnen, wie praktisch!“ Die Brüder ergreifen Joseph, ziehen ihm sein Gewand aus und werfen ihn in den Brunnen.

Danach setzen sich die Brüder hin und machen Brotzeit.

Plötzlich sehen die Brüder in der Ferne eine Karawane. Es sind Kaufleute aus Midian.

Juda ist der Dritte von links

„Wie wäre es, wenn wir Joseph diesen Kaufleuten als Sklaven verkaufen?“ schlägt Juda vor. „Das ist eine tolle Idee!“ sagt Simeon. „Du bist ein schlauer Kopf, Juda!“

Die Brüder holen Joseph aus dem Brunnen. Simeon preist Joseph den Kaufleuten an: „Wollt ihr einen Sklaven kaufen? Er ist intelligent, gut ernährt und hat noch alle Zähne und Finger!“ „Er ist noch recht jung,“ sagen die Kaufleute, „Wir bieten 15 Silberstücke!“ „Das ist zu wenig, wir fordern 25 Silberstücke!“ sagen die Brüder  „Wir geben euch 20 Silberstücke, mehr nicht, “ sagen die Kaufleute. Und so verkaufen die Brüder Joseph für 20 Silberstücke als Sklaven.

„Das könnt ihr nicht machen! Ich bin euer Bruder!“ ruft Joseph. „Halt den Mund, Sklaven haben nur zu reden, wenn sie gefragt werden!“ sagen die Kaufleute. Sie nehmen Joseph mit in ein fernes Land.

Juda denkt sich noch aus, was man dem Vater Jakob erzählen will. Die Brüder schlachten ein Tier aus der Herde und tränken das bunte Gewand von Joseph mit dem Blut des Tieres. Dann schicken sie das bunte Gewand zum Vater mit der Frage: „Ist das nicht das bunte Gewand deines Sohnes Joseph?“ Der Vater Jakob bricht in Tränen aus: „Ein wildes Tier hat meinen Sohn Joseph gefressen!“ Über das, was wirklich passiert ist, sagen die Brüder kein einziges Wort mehr.

(Drei Sachen: Alle Fotos, die nicht anderweitig gekennzeichnet sind, die sind von Gabi Neubauer. Die Fotos stammen von den Proben und vom Kibiwe selbst. Bei den Proben ist die Kleiderordnung nicht so streng, das sind die Fotos, wo man Jeans, Brillen und Turnschuhe sieht. Und dann, das habt ihr wohl auch schon gemerkt: Die Audios sind auch als Schrifttext zu lesen. Es gibt aber schriftliche Kommentare zusätzlich)

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2. Klasse Corona Projekt Joseph und seine Brüder

Wer glaubt schon einem Sklaven?

Der neue Sklave und sein Herr Potifar

Im Hause des Beamten Potifar gibt es neuerdings einen neuen Sklaven. Entschuldigung, ich habe vergessen, zu erwähnen, wo Potifar wohnt: Er wohnt in Ägypten. Also, dort bei Potifar gab es einen neuen Sklaven. Das wäre nichts Besonderes, aber der neue Sklave hat sich schon in wenigen Wochen für Potifar praktisch unentbehrlich gemacht: Der neue Sklave ist geschickt und klug, er arbeitet viel und denkt mit. Potifar ist begeistert von ihm.

Ihr habt den neuen Sklaven natürlich sofort erkannt, oder?

Ja, es ist Joseph. Die Kaufleute aus Midian haben Joseph nach Ägypten gebracht und an Potifar verkauft.

Auch die Frau von Potifar schätzt Joseph sehr: „Er ist so fleißig und zuverlässig!“ sagt sie.

Hathor, Potifars Frau, Isis

Aber Hathor und Isis, ihre zwei Sklavinnen, haben Potifars Frau schon längst durchschaut: „Unsere Herrin, Potifars Frau, ist verknallt in Joseph!“ sagt Hathor. „Mensch, ist das peinlich!“

Potifar ist zu einem Fest beim Pharao, dem König und Herrscher über Ägypten, eingeladen. Natürlich zusammen mit seiner Frau. Aber die hat Kopfweh! Da kann sie natürlich nicht mitkommen. Potifar geht ohne seine Frau zum Fest.

Nachdem ihr Mann gegangen ist, ruft Potifars Frau Joseph herbei. „Was ist, Herrin?“ fragt Joseph. „Schenk mir Wein ein, setz dich zu mir und erzähle mir von deiner Familie,“ sagt sie. „Da gibt es nichts zu erzählen,“ antwortet Joseph.

„Du bist klug und fleißig, Joseph,“ sagt Potifars Frau, „und du bist schön und attraktiv. Ich will dich und ich will dich jetzt,“ sagt Potifars Frau.

„Mein Herr Potifar vertraut mir,“ antwortet Joseph. „Wie könnte ich ihm das antun?“

Potifars Frau hält ihn an seinem Gewand fest, doch Joseph reißt sich los und läuft davon. Potifars Frau bleibt zurück und hält nur noch einen Teil seines Gewandes in der Hand.

Und Potifars Frau rächt sich an Joseph. „Zu Hilfe, “ ruft sie, „Dieser neue Sklave, er wollte mir Gewalt antun!“

Die Sklavinnen eilen herbei und auch Potifar ist gerade wieder nach Hause zurückgekehrt. „Dieser Joseph, dem du vertraut hast, er wollte mir Gewalt antun!“ ruft die Frau. „Als ich um Hilfe rief, da ist er abgehauen, aber sein Gewand, das hat er da gelassen!“

„Potifar ließ die Wachen rufen und Joseph verhaften und ins Gefängnis werfen,“ erzählt Hathor. „Wer glaubt schon einem Sklaven? Schade um Joseph, ich habe ihn gemocht.“

Von Israel wurde Joseph nach Ägypten gebracht
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2. Klasse Corona Projekt Joseph und seine Brüder

Joseph im Gefängnis

Joseph war im Gefängnis und blieb dort lange Zeit. Die Bibel erzählt leider nicht, wie er sich dort gefühlt hat. Vermutlich nicht besonders gut, oder?

Der Gefängniswärter

Der Gefängniswärter dagegen war absolut begeistert. Denn er entdeckte ziemlich schnell, dass Joseph zuverlässig und fleißig war.

Also ließ er jetzt den Joseph all die Arbeiten machen, die eigentlich er, der Gefängniswärter, hätte tun müssen: Den Gefangenen das Essen und Trinken austeilen, überall nach dem Rechten sehen, die Gefangenen beaufsichtigen und Vieles mehr.

„Dieser Joseph ist wirklich großartig“, sagte der Gefängniswärter. „Er macht die ganze Arbeit und ich kann mich gemütlich ausruhen.“

Joseph, der Bäcker und der Mundschenk

Eines Tages wurden zwei ganz besondere Gefangene ins Gefängnis geworfen: Der Bäcker und der Mundschenk des Pharaos persönlich! Beide standen im Verdacht, den Pharao betrogen zu haben.

Der Bäcker war für das Brot zuständig, das im Palast des Pharaos gegessen wurde, der Mundschenk musste für alle Getränke dort sorgen.

Die neuen Gefangenen waren natürlich sehr schlecht gelaunt und sie hatten noch dazu schlecht geschlafen: Beide hatten geträumt, aber sie wussten nicht, was die Träume bedeuten sollten.

„Gäbe es nur jemand, der unsere Träume deuten kann,“ seufzte der Mundschenk. „Träume deuten ist eine Sache Gottes,“ antwortete Joseph. „Erzählt mir eure Träume!“

Der Mundschenk traute sich als Erster: „In meinem Traum sah ich einen Weinstock heranwachsen, an dem drei wunderschöne Reben hingen. Ich hielt den Becher meines Herrn, des Pharaos, in der Hand und presste den Saft der Reben in diesen Becher, wo sie zu einem köstlichen Wein wurden. Den Becher gab ich meinem Herrn, dem Pharao.“

Joseph sagte: „Die drei Reben stehen für drei Tage. In drei Tagen wirst du wieder als Mundschenk dem Pharao dienen. Aber versprich mir, dass du dem Pharao von mir erzählst. Ich sitze hier unschuldig im Gefängnis und wurde aus meiner Heimat entführt.“

Der Bäcker hatte natürlich zugehört und hatte jetzt auch den Mut, seinen Traum zu erzählen: „Mein Traum geht anders. Ich trug drei Körbe mit feinstem Brot auf dem Kopf, aber Vögel kamen und fraßen das Brot aus dem obersten Korb!“

„Du willst die Deutung des Traumes nicht hören,“ sagte Joseph. „Doch,“, drängte der Bäcker. „Sag mir, was der Traum bedeutet.“ „In drei Tagen wird dich der Pharao zum Tod verurteilen,“ sagte Joseph mit leiser Stimme.

Der Gefägniswärter erzählt:

„Joseph hatte Recht. Drei Tage später feierte der Pharao seinen Geburtstag. Da sprach er den Mundschenk frei und setzte ihn wieder in sein Amt ein, den Bäcker verurteilte der Pharao zum Tod.

Der Mundschenk aber dachte nicht mehr an Joseph und so bleibt Joseph weiter im Gefängnis.

Gut für mich. Joseph macht die ganze Arbeit und ich muss nichts tun. Das kann meinetwegen ewig so weitergehen.“

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2. Klasse Corona Projekt Joseph und seine Brüder

Ein seltsames Wiedersehen

(Die Audios erzählen die Geschichte, man kann sie aber auch lesen)

Was hat noch gefehlt an der Geschichte von Joseph? Natürlich, irgendetwas mit den Brüdern von Joseph. Inzwischen ist es neun Jahre her, dass der Pharao Joseph zum Herrn über Ägypten gemacht hat.

Der Hausverwalter vor Josephs Palast

Der Hausverwalter von Joseph erzählt: „Was für eine Hitze! Seit über einem Jahr brennt die Sonne herab. Auf den Feldern wächst nichts mehr. Hätte Joseph, mein Gebieter, nicht in den sieben Jahren der guten Ernten und des Reichtums Vorratslager bauen und Getreide einsammeln lassen – wir müssten alle vor Hunger sterben. Den ganzen Tag kommen Menschen hierher, um Getreide einzukaufen. Da kommen schon wieder welche!“

Die kennt man doch …
Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Was wollt ihr?“ fragt der Hausverwalter. „Man hat uns gesagt, hier in Ägypten kann man Getreide einkaufen. Wir kommen aus Kanaan und wollen Getreide kaufen. Unsere Familie hungert und muss sterben, wenn wir hier nichts bekommen,“ antwortet Juda. „Ihr kommt aus Kanaan?“ fragt der Hausverwalter. „Das muss mein Herr selbst entscheiden.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Kniet nieder vor Zafenat Paneach, dem Herrn über Ägypten!“ ruft der Hausverwalter und die Brüder werfen sich vor dem Herrn über Ägypten nieder. Keiner von ihnen erkennt in ihm den Bruder wieder …

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

… aber Joseph hat seine Brüder sofort wiedererkannt. „Das sind Spione und Feinde Ägyptens!“ ruft er den Wachen zu. „Werft sie ins Gefängnis!“ „Wir sind keine Spione, wir sind Brüder,“ sagt Juda, aber Joseph lässt sich nicht beirren. Die Wachen und der Hausverwalter führen die Brüder ab.

„Das waren meine Brüder, die mich verraten und verkauft haben,“ sagt Joseph. „Die sollen im Gefängnis schmoren.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Der Hausverwalter kommt zurück: „Mein Herr, du bist doch sonst immer so freundlich zu allen Menschen, so kenne ich dich gar nicht!“ „Das sind Spione,“ sagt Joseph. „Aber vielleicht sind es doch nur einfache Menschen, die Getreide für ihre Frauen und Kinder, für ihren Vater und ihre Mutter kaufen wollen,“ antwortet der Hausverwalter. Joseph wird nachdenklich. Er denkt an die Kinder und Frauen und an seinen Vater Jakob. „Ein paar Tage im Gefängnis werden diesen zehn Männern nicht schaden,“ sagt Joseph. „Es waren elf Männer,“ korrigiert ihn der Hausverwalter.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Sie haben meinen Bruder Benjamin dabei!“ sagt Joseph leise zu sich. Und zum Hausverwalter sagt er: „Holt die Männer aus dem Gefängnis, ich will doch mit ihnen reden.“ Die Wachen und der Hausverwalter tun, was Joseph ihnen befohlen hat, holen die Brüder aus dem Gefängnis und bringen sie zu Joseph.

Als die  Brüder bei Joseph sind, spricht Joseph Benjamin an: „Du bist der Jüngste, nicht wahr? Wie geht es deinem Vater?“ „Es geht ihm gut,“ sagt Benjamin. „Und deine Brüder, sind sie freundlich zu dir?“ „Ja, Herr, sie passen auf mich auf,“ antwortet Benjamin. „Wir sind doch Brüder und Brüder müssen zusammenhalten, nicht wahr?“ „Ist das wirklich so?“ fragt Joseph zurück. Dann lädt er die Brüder zu sich in den Palast zum Essen ein.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

„Lass die Säcke dieser Leute randvoll mit Getreide füllen,“ befiehlt Joseph dem Hausverwalter. „In den Getreidesack des Jüngsten aber lege meinen silbernen Trinkbecher, heimlich, so dass es keiner sieht.“ Der Hausverwalter wundert sich. Was hat Joseph vor?