Kategorien
2. Klasse

Beten wie Jesus

Die Jünger und Jüngerinnen Jesu sehen sehr oft, dass Jesus mit Gott spricht.

Wenn Menschen mit Gott sprechen, dann nennt man das Gebet.

Jesus betet leise und die Jünger und Jüngerinnen hören nicht, was Jesus Gott sagt.

Die Jünger und Jüngerinnen wollen so beten und mit Gott sprechen wie Jesus.

Deshalb fragen sie ihn: „Was sagst du zu Gott, Jesus? Wir wollen so wie du zu Gott beten!“

Jesus antwortet ihnen: „Wenn ihr betet, dann sprecht:

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen,

denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“

Die Jünger und Jüngerinnen haben sich dieses Gebet gemerkt und so beten wir es noch heute.

Magst du auch so beten wie Jesus?

Vater unser im Himmel,

Jesus hat seinen Jüngern und Jüngerinnen beigebracht, Gott „Vater“ zu nennen.

Deshalb sagen wir zu Gott „Unser Vater im Himmel“.

geheiligt werde dein Name.

Wenn man etwas heiligt, dann ist das so ähnlich wie etwas loben.

Die Bitte meint also, dass der Name Gottes gelobt werden soll.

In der Bibel im AT gibt es eine Geschichte, in der Gott den Menschen seinen Namen sagt.

Was der Name bedeutet, das kannst du auf dem Bild lesen.

Dein Reich komme.

Das Reich Gottes soll wachsen wie ein kleines Senfkorn, dass zu einem großen Baum wird.

Darum beten wir.

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

Gottes Wille ist, dass es allen Menschen gut geht und alle Menschen gut miteinander umgehen.

So wie im Himmel soll es auch auf der Erde sein.

Bei dieser Bitte geht es auch darum, dem Vater im Himmel ganz zu vertrauen, egal was geschieht.

Das ist nicht immer einfach.

Unser tägliches Brot gib uns heute

Brot, das steht für alles, was wir zum Leben brauchen:

Essen, Trinken, Kleidung, eine Wohnung, andere Menschen, die Luft zum Atmen, die Natur und Vieles, Vieles mehr.

und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

Ein Schuldiger, dass ist jemand, der uns etwas Schlimmes angetan hat.

Wir sollen ihm vergeben so wie unser Vater im Himmel auch uns unsere Schuld vergibt.

und führe uns nicht in Versuchung,

Versuchung, das ist alles, was man tun will, aber besser nicht machen sollte.

sondern erlöse uns von dem Bösen,

Das Böse, das ist alles, was uns Angst macht:

Krankheiten, der Klimawandel, die Ungerechtigkeit in der Welt, Krieg und Gewalt und Vieles, Vieles mehr.

denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Die Bibel erzählt:

Gott ist stark, er kann alles!

Jesus glaubt das auch und so endet das Vater unser.

Das Vater unser ist das wichtigste Gebet der Christen, weil Jesus so gebetet hat.

Deshalb wird das Vater unser auch „Gebet des Herrn“ genannt.

Kategorien
2. Klasse

Jesus erklärt, was für ihn in der Mitte steht

Bestimmt gibt es Dinge in deinem Leben, die sind dir wichtiger als andere Dinge.

Stell dir einen Kreis vor.

Das was dir wichtig ist, das stellst du in die Mitte.

Ist es deine Familie?

Ist es ein Computerspiel?

Ist es ein Sport, den du gerne ausübst?

Ist es die Schule?

Sind es deine Freunde oder Freundinnen?

Oder etwas komplett anderes?

Heute wird Jesus etwas in die Mitte stellen.

Aber vorher muss ich dir noch die Situation erklären, in der das passiert ist.

Die Geschichte ist nämlich in einem Gotteshaus passiert.

Ein Gotteshaus ist so was wie eine Kirche.

Aber die Gotteshäuser, in die Jesus ging, die nennt man nicht Kirche, sondern Synagoge.

In einer Synagoge trifft man sich an einem Tag in der Woche.

Dieser Tag ist heilig.

Der heilige Tag heißt Sabbat, für uns ist das der Samstag.

Wir haben auch einen heiligen Tag, den Sonntag.

Diese Idee von einem heiligen Tag haben wir vom Sabbat abgeguckt.

Das Wichtigste an einem heiligen Tag ist:

Man muss nicht arbeiten und man soll nicht arbeiten.

Das Arbeitsverbot am Sabbat ist besonders streng:

„Gott hat uns geboten, am Sabbat nicht zu arbeiten!“

sagen die Menschen und nehmen das ganz genau an diesem Tag.

Was also steht im Mittelpunkt am Sabbat?

Was ist das Wichtigste?

Genau!

Nicht arbeiten.

Logischerweise spielt unsere Geschichte an einem Sabbat in einer Synagoge.

Und, das kann man sich denken, in dieser Synagoge sind ganz viele Menschen, die das mit dem Arbeitsverbot am Sabbat supergenau nehmen.

Auch Jesus ist mit seinen Jüngern und Jüngerinnen am Sabbat in der Synagoge.

Und dann, fast hätte ich es vergessen, ist da noch ein Mann.

Er hat eine „verdorrte Hand“, so erzählt die Bibel.

Das bedeutet, dass er seine rechte Hand nicht bewegen kann.

Als Arbeiter taugt er kaum, er kann ja nur mit der linken Hand etwas tun.

Der Mann gilt nicht viel, auch nicht am Sabbat.

Er steht ganz hinten in der Synagoge, am Rand.

Jesus aber holt den Mann mit der verdorrten Hand in die Mitte.

Und er fragt die Menschen in dieser Synagoge:

„Was ist wichtig?

Was sollten wir an diesem heiligen Tag in die Mitte stellen?“

Du weißt, was Jesus tun wird?

Er wird den Mann mit der verdorrten Hand heilen.

Jesus heilt, weil es bedeutet, dass das Reich Gottes da ist.

Aber Heilen ist Arbeit und das ist am Sabbat verboten.

Deshalb fragt Jesus die Menschen:

„Was ist wichtiger?

Das Reich Gottes und das Heilen von Menschen oder das Verbot am Sabbat nicht zu arbeiten?“

Die Menschen in der Synagoge müssen sich entscheiden.

Sie erschrecken.

Sie denken: „Das darf Jesus nicht tun.

Gott hat uns geboten, am Sabbat nicht zu arbeiten.

Jesus kann doch bis morgen warten um diesen Mann zu heilen.“

Vielleicht denken sie auch:

„Jesus, warum heilst du den Mann mit der verdorrten Hand nicht heimlich?

Warum machst du das hier mitten in der Synagoge, wo es alle sehen?“

Aber Jesus kennt in der Frage nach dem Reich Gottes keine Kompromisse.

Für ihn steht das Reich Gottes und das Heil der Menschen im Mittelpunkt.

Er ist ein bisschen traurig, weil ihn die Menschen nicht verstehen.

Er heilt den Mann mit der verdorrten Hand mitten in der Synagoge am Sabbat.

Ganz viele Menschen damals haben das nicht ausgehalten:

„Jesus bringt alles durcheinander mit seiner Botschaft vom Reich Gottes!

Es wäre besser, Jesus würde einfach Ruhe geben und aufhören zu provozieren!“

Und manche Menschen dachten:

„Am besten, dieser Jesus verschwindet wieder.“

Was die Jünger und Jüngerinnen von Jesus sich wohl gedacht haben?

Magst du schreiben, was die Jünger und Jüngerinnen sich gedacht haben könnten?

Dann gehe zurück zum Padlet.

Unter dem Link auf diese Seite findest du dort die Möglichkeit, einen Kommentar zu schreiben.

Schreibe dort, was die Jünger oder Jüngerinnen sich gedacht haben könnten.

Ich freue mich, wenn du etwas Schönes schreibst!

Kategorien
1. Klasse 2. Klasse

Jesus lädt sich ein

Jesus hat sich ganz oft und gerne von anderen Menschen zum Essen einladen lassen.

In unserer Geschichte heute lädt sich Jesus sogar selber zum Essen ein.

Aber bevor ich euch die Geschichte erzählen kann, muss ich euch noch etwas erklären:

Wenn du im Supermarkt einkaufst, dann bekommst du an der Kasse immer so einen Zettel.

Da steht alles Mögliche drauf und normalerweise schmeißt man den weg.

Aber diesmal schauen wir ihn uns genauer an.

Auf dem Zettel steht nämlich nicht nur drauf, was man gekauft hat und wie viel man gezahlt hat.

Auf dem Zettel steht auch drauf, dass man Steuern gezahlt hat, und sogar ganz genau, wie viel Steuern man gezahlt hat.

Ich habe den Betrag auf dem Zettel grün markiert: 76 Cent sind es.

Steuern sind also Geld, das man bezahlen muss.

Das Geld bekommt nicht der Supermarkt, sondern der Staat.

Damit werden Schulen, Straßen und Vieles mehr bezahlt.

Natürlich gibt es immer wieder Diskussionen, ob die Steuern nicht zu hoch wären und der Staat das Geld richtig ausgibt, aber das ist ein anderes Thema.

Ich wollte dir nur erklären, was Steuern sind, und dass du auch schon Steuern gezahlt hast.

Auch zur Zeit Jesu gab es schon Steuern.

Damals wurden die Steuern nicht automatisch eingezogen wie heute.

Es gab Leute, deren Beruf es war, die Steuern einzutreiben.

Diese Leute nannte man Zöllner.

Die Steuern bekamen damals die Römer und der Kaiser in Rom, denn das Land, in dem Jesus lebte, gehörte zum römischen Weltreich.

Weil die Menschen in Israel die Römer nicht mochten, mochten sie die Zöllner auch nicht.

Es gab aber noch einen weiteren Grund, warum die Menschen die Zöllner nicht mochten.

Die Zöllner nutzen es aus, dass sie von den Leuten die Steuern eintreiben durften.

Sie verlangten oft das Doppelte von dem, was die Leute eigentlich an Steuern zahlen mussten.

Das Geld, das sie zu viel verlangten, steckten sie in die eigene Tasche.

Das ist Betrug, nicht wahr?

Die Menschen konnten sich nicht dagegen wehren.

Deswegen mochten sie die Zöllner nicht und sie hatten allen Grund dazu.

In Jericho lebt so ein Zöllner mit Namen Zachäus.

Zachäus ist zwar von der Körpergröße kleiner als andere Leute, dafür ist er im Betrügen ganz groß und sehr reich.

Und natürlich mag ihn niemand in Jericho.

Kein Wunder.

Es ist Frühling und Jesus und seine Jünger und Jüngerinnen sind auf dem Weg nach Jerusalem.

Dort, in Jerusalem, findet nämlich ein großes Fest statt.

Wenn man vom See Gennesaret nach Jerusalem geht, dann kommt man auch durch Jericho.

In Jericho wollen viele Menschen Jesus sehen oder mit ihm sprechen.

Wie du siehst, ist von Jesus fast nichts zu sehen bei diesem Gedränge.

Zachäus will Jesus auch sehen.

Aber er hat keine Chance.

Er ist zu klein dafür und natürlich lässt ihn keiner vor, dafür ist er zu unbeliebt.

Zachäus hat eine Idee.

Er läuft voraus und klettert auf einen Maulbeerfeigenbaum.

Zachäus weiß: Jesus wird auf seinem Weg hier vorbei kommen.

Oben vom Baum aus kann er Jesus sehen.

Der Plan funktioniert.

Vom Baum aus hat Zachäus eine wunderschöne Aussicht auf Jesus, der jetzt an dem Baum vorbei kommt.

Aber dann …

Jesus schaut hinauf und sieht Zachäus im Baum sitzen.

Jetzt schauen alle Menschen zu Zachäus hinauf.

„Das ist ja Zachäus, der Zöllner!“ rufen die Leute.

„Was sagst du zu diesem Betrüger, Jesus?“

Was wollen die Menschen in Jericho, dass Jesus zu Zachäus sagt?

Aber ist es auch das, was Jesus sagen wird?

Jesus sagt:

„Zachäus, steig schnell vom Baum herunter.

Ich will heute bei dir in deinem Haus zu Gast sein.“

Zachäus steigt schnell vom Baum herunter.

Zachäus lädt Jesus und seine Jünger und Jüngerinnen voller Freude in sein Haus ein.

Die Menschen in Jericho sind empört:

„Jesus hat sich bei diesem Betrüger eingeladen.“

Die Menschen sagen:

„Zachäus ist ein schlechter Mensch.

Wenn Jesus Zachäus besucht, dann ist Jesus auch ein schlechter Mensch.“

Zachäus ist glücklich, Jesus und seine Jünger und Jüngerinnen als Gäste in seinem Haus zu bewirten.

Schon lange ist niemand mehr so freundlich zu ihm gewesen wie Jesus.

Dabei weiß Jesus, dass Zachäus ein Zöllner und ein Betrüger ist!

Zachäus will kein Betrüger mehr sein.

Er sagt: „Jesus, ich bin ein Zöllner und habe Menschen betrogen.

Aber ab heute wird das anders sein.

Ich gebe die Hälfte meines Vermögens den Armen.

Den Menschen, die ich betrogen habe, gebe ich das Vierfache von dem zurück, was ich verlangt habe!“

„Heute ist dir und deinem Haus das Heil geschenkt worden, weil Gott alle Menschen liebt.

Dafür bin ich da,“ sagt Jesus.

Jesus sagt: „Gott ist wie ein Vater. Er liebt alle Menschen.“

Das klingt ganz einfach, oder?

Aber Gott liebt auch die Menschen, die schlimme Sachen machen.

Das ist die Botschaft von Jesus und das ist manchmal ganz schön schwer zu akzeptieren.

Kategorien
2. Klasse

Der Tempel in Jerusalem

Weißt du, was ein Tempel ist?

Manchmal kommen Tempel in Filmen oder Computerspielen vor.

In Neufahrn gibt es keinen Tempel.

Sie sind, ehrlich gesagt, etwas aus der Mode gekommen.

Zur Zeit Jesu gab es überall Tempel:

Die alten Griechen hatten welche, die Römer hatten welche und die alten Ägypter sowieso.

Ist eine Kirche so etwas wie ein Tempel? Nein!

Ist eine Synagoge so etwas wie ein Tempel? Nein!

Kirchen und Synagogen sind Häuser, wo Menschen zusammenkommen.

Man erkennt es daran, dass es viel Platz und auch Bänke und Stühle zum Sitzen darin gibt.

Tempel dagegen sind vornehme Paläste.

Sie wurden nämlich als Wohnungen für die Götter erbaut.

Zutritt hatten deshalb nur besondere Menschen, die ihnen dienten.

Man nannte sie Priester.

Römische Soldaten

Manche Leute wie die alten Griechen, die Römer und die alten Ägypter glaubten an viele Götter.

Deshalb hatten sie viele Tempel.

Die Menschen in dem Land, in dem Jesus lebte, glaubten nur an einen einzigen Gott.

Deshalb hatten sie nur einen einzigen Tempel.

Der Tempel befand sich in der Hauptstadt in Jerusalem.

Ich habe ihn aus Lego-Steinen nachgebaut.

Machen wir einen Rundgang durch diesen besonderen Tempel!

Das ganze Gelände war von einer Säulenhalle umgeben.

Wenn man das Gelände betrat, dann kam man auf einen riesigen Hof.

Auf diesem Hof befand sich ein Markt und Händler.

Hier konnte man alles kaufen, was man brauchte, um Gott ein Opfer darzubringen.

Das kennen wir so heute nicht mehr, aber damals wurden die meisten Tiere nicht einfach so geschlachtet, sondern fast immer als Dank für Gott.

Die alten Griechen, die Römer und die alten Ägypter machten das genauso.

In Jerusalem musste man übrigens, bevor man sein Opfer kaufte, das Geld wechseln lassen.

Wer jetzt weitergehen wollte ins Innere des Tempels, der musste zum Volk der Juden gehören.

Die Juden waren die Menschen, die in dem Land lebten, in dem auch Jesus und seine Jünger und Jüngerinnen lebten.

Jesus, seine Jünger und Jüngerinnen waren auch Juden, sie lebten ja in dem Land.

Für alle anderen (das sind die grünen Figuren) war der Zutritt streng verboten.

Jüdische Frauen (das sind die roten Figuren) durften nicht so weit hineingehen wie jüdische Männer (das sind die blauen Figuren).

Ganz nahe am Tempel stehen oder gar in den Tempel hineingehen, das durften nur Priester (das sind die gelben Figuren).

Aber du möchtest jetzt trotzdem wissen, was in dem Tempel war, oder?

Bei meinem Lego-Tempel kann man das Dach aufklappen – also dann!

Ein Vorhang trennte im Tempel den vorderen Bereich vom hinteren Bereich.

Im vorderen Bereich verrichteten die Priester ihren Dienst.

Hinter dem Vorhang hatten sie nichts verloren.

Dieser Bereich wurde Allerheiligstes genannt und er war – leer.

War er wirklich leer?

Er war, nach dem Glauben der Juden, von Gottes Gegenwart erfüllt.

Hier wohnte Gott.

Das war das Besondere an diesem Tempel:

Die Juden wussten, dass man Gott mit unseren Augen nicht sehen kann.

In allen anderen Tempeln der alten Griechen, der Römer und der alten Ägypter gab es Statuen von Göttern voller Gold und Edelsteine.

Aber die Juden wussten: Gott ist da, auch wenn man ihn nicht sehen kann.

Das Land, in dem Jesus lebte, gehörte zum römischen Weltreich.

Römische Soldaten gab es auch beim Tempel in Jerusalem (das sind die schwarzen Figuren).

Zur Zeit Jesu bewachten die Römer den Tempel in Jerusalem, auch wenn sie das mit dem Gott, den man nicht sehen kann, nicht ganz verstanden.

Fotoquelle: David Holt London, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Einige Jahrzehnte nach Jesu Tod und Auferstehung hatten die Juden genug von den Römern.

Sie machten einen Aufstand und es gab einen Krieg.

Dabei zündeten die Römer aus Versehen auch den Tempel in Jerusalem an und er brannte ab.

Seitdem gibt es diesen Tempel nicht mehr, der zur Zeit Jesu noch stand.

Eine Seitenmauer blieb erhalten.

An dieser Mauer, die Klagemauer genannt wird, treffen sich noch heute viele Menschen aus dem Volk der Juden, um dort zu Gott zu beten.

Du siehst oben davon ein Bild.

Der Felsendom in Jerusalem heute; Fotoquelle: wikipedia commons

Dort, wo der Tempel stand, steht heute ein anderes Gebäude, nämlich der Felsendom.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Wenn du sehen möchtest, wie Jerusalem zur Zeit Jesu aussah, ohne Lego-Steine, dann klicke hier.

Kategorien
2. Klasse 3. Klasse 4. Klasse

Jesus in Jerusalem

Jesus zieht nach Jerusalem ein

Jesus und seine Jünger und Jüngerinnen sind auf dem Weg nach Jerusalem.

Auch viele andere Menschen sind auf dem Weg, um das große Fest in Jerusalem zu feiern.

Kurz vor Jerusalem bleibt Jesus stehen.

Er ruft zwei Jünger zu sich und sagt zu ihnen:

„Geht in das nächste Dorf. Dort werdet ihr einen jungen Esel finden, auf dem noch nie ein Mensch geritten ist. Bindet ihn los und bringt ihn zu mir.“

Die Jünger fragen nicht, wozu Jesus einen Esel braucht oder woher er weiß, dass da ein Esel sein wird.

Sie machen sich eher Gedanken, was die Leute im Dorf sagen werden, wenn sie einfach den Esel losbinden.

Jesus sagt:

„Wenn euch jemand fragt, warum ihr den Esel losbindet, dann antwortet: Jesus braucht den Esel. Wir bringen ihn bald wieder zurück.“

Tatsächlich finden die Jünger im nächsten Dorf einen jungen Esel, der angebunden ist.

Die Jünger binden den Esel los und werden gefragt: „Warum bindet ihr den Esel los?“

Sie antworten: „Jesus braucht den Esel. Wir bringen ihn bald wieder zurück.“

Daraufhin dürfen sie den Esel mitnehmen.

Die Jünger bringen den Esel zu Jesus und, weil sie keinen Sattel haben, zieht Petrus sein Obergewand aus und legt es auf den Esel.

Dann setzt sich Jesus auf den Esel und so machen sich Jesus und seine Jünger und Jüngerinnen weiter gemeinsam auf den Weg nach Jerusalem.

Als sie in der Nähe von Jerusalem sind, da legen die Jünger und Jüngerinnen ihre Kleider auf die Straße direkt vor den Esel, auf dem Jesus sitzt.

Die Menschen beginnen Blätter von den Bäumen zu reißen und auf den Weg zu streuen.

Die Menschen begrüßen Jesus und rufen:

„Hosanna! Gesegnet sei er, der im Namen Gottes zu uns kommt! Gesegnet sei das Reich Davids, das jetzt zu uns kommt! Hosanna in der Höhe!“

Andere finden das unmöglich:

„Jesus, sag diesen Menschen, sie sollen sofort damit aufhören!“

Aber Jesus antwortet ihnen:

„Wenn diese Menschen schweigen, dann werden die Steine Hosanna rufen!“

Was sich die Jünger und Jüngerinnen wohl von Jesus erwartet haben, jetzt, da er in die Hauptstadt Jerusalem gekommen ist?

Sie erinnern sich an den großen König David, der vor langer Zeit in Israel König war.

Und warum brauchte Jesus unbedingt einen Esel, um nach Jerusalem einzuziehen?

Hätte Jesus sich dann nicht besser ein Pferd ausgeliehen?

Aber wenn er kein König sein will, warum hat er dann nicht gerufen: „Stopp, Leute, ich bin kein König?“

Fragen über Fragen.

Ich denke: Jesus will ein König sein, aber nicht so wie ein „normaler“ König.

Was für eine Art König ist Jesus?

Hast du eine Antwort auf diese Frage?

Dann gehe zurück zum Padlet.

Unter dem Link auf diese Seite findest du dort die Möglichkeit, einen Kommentar zu schreiben.

Schreibe dort, was für eine Art von König Jesus deiner Meinung nach ist.

Ich freue mich, wenn du etwas Schönes schreibst!

Der Aufruhr im Tempel

In Jerusalem besuchen Jesus und seine Jünger und Jüngerinnen den Tempel.

„Schaut nur, wie prächtig der Tempel ist,“ sagen die Jünger und Jüngerinnen zueinander.

„46 Jahre hat es gedauert, bis er fertig war. Gott wohnt in diesem Tempel, er ist mitten unter uns.“

Auf dem Hof, wo der Markt der Händler ist, werden sie gleich angesprochen:

„Braucht ihr Tauben als Opfer für Gott?“ fragt ein Taubenhändler. „Makellose Tauben, von den Priestern geprüft. Ich mache euch ein gutes Angebot!“

„Vergesst nicht, euer Geld vorher zu wechseln!“ ruft der Geldwechsler. „Ich tausche jede Währung in reines Tempelgeld!“

„Für das Fest braucht ihr dringend ein Lamm. Kauft es bei mir, meine Lämmer sind die Besten!“ tönt es vom Viehhändler.

Die Jünger und Jüngerinnen sind ganz aufgeregt:

„Jesus, sollten wir nicht ein paar Tauben für Gott opfern?“ fragt einer.

„Aber vorher müssen wir das Geld umtauschen,“ ruft ein anderer dazwischen.

„Passt auf, dass euch die Händler nicht betrügen!“ warnt ein Dritter.

„Nie im Leben!“ versichert der Viehhändler.

Der Viehhändler spricht Jesus direkt an:

„Sind das alles deine Jünger und Jüngerinnen? Du wirst ein besonders großes Lamm fürs Fest brauchen. Ich mache dir einen Sonderpreis, mein Herr!“

Dann passiert es.

Jesus wirft den Tisch des Taubenhändlers um.

Dann wirft er den Tisch des Geldwechslers um.

Jesus ruft:

„Das Haus Gottes soll ein Haus des Gebetes sein! Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!“

Die Händler sind empört und rufen die Priester.

„Mit welchem Recht machst du das?“ fragen die Priester.

„Reißt diesen Tempel nieder und ich baue ihn in drei Tagen wieder auf!“ antwortet Jesus.

Dann verlässt Jesus zusammen mit seinen Jüngern und Jüngerinnen für diesen Tag den Tempel.

Die Priester sind empört:

„Dieser Jesus heilt am Sabbat und lädt sich bei Zöllnern zum Essen ein.

Jetzt hat er im Tempel randaliert und will, dass wir ihn niederreißen!

Es reicht!“

Der oberste Priester, der Hoherpriester genannt wird, entscheidet: „Dieser Jesus muss sterben!“

Ein Mann widerspricht ihm: „Das könnt ihr nicht machen!“

Der Hohepriester sagt:

„Es muss sein. Die Menschen halten diesen Jesus für einen König. Das kann zu einem Aufstand gegen die Römer führen und die Römer werden hart durchgreifen.“

Ein Priester fragt: „Und wie sollen wir Jesus heimlich festnehmen, ohne dass es einen Aufstand gibt?“

„Ich werde euch dabei helfen,“ sagt Judas.

Zuerst randaliert Jesus im Tempel, weil er meint, dass die Leute zu wenig Respekt im Tempel haben, dann redet er davon, dass man den Tempel abreißen soll?

Macht das Sinn?

Vielleicht wollte Jesus folgendes sagen:

Ihr habt das Wichtigste im Tempel vergessen, nämlich Gott.

Und Gott kann man nicht zerstören, selbst wenn man den Tempel niederreißt.

Am Traurigsten finde ich, dass Judas Jesus verraten hat.

Warum, das weiß eigentlich niemand.

Außer Gott.

Die Salbung in Betanien

Heute werfen wir zunächst einen Blick ins Badezimmer.

Salben sind ja eher eine Frauensache, speziell wenn es darum geht, der Haut ein jugendliches Aussehen zu geben.

Aber auch Männer brauchen gelegentlich Creme: Sie helfen gegen Sonnenbrand und können sogar heilen.

Ach ja, die Haarpflege! Das ist wirklich ein Thema.

Auch zurzeit Jesu galt es als vornehm, nicht unbedingt wie ein Yeti auszuschauen.

Damals galt es als Haarpflege, duftendes Öl im Haar zu verteilen.

Andere Länder – andere Sitten!

Aber das duftende Öl im Haar hatte in dem Land, in dem Jesus lebte, noch eine tiefere Bedeutung …

Während der Zeit, zu der Jesus mit seinen Jüngern und Jüngerinnen wegen des großen Festes in Jerusalem ist, kommen sie bei Freunden in Betanien unter.

Betanien ist ein kleiner Ort ganz in der Nähe von Jerusalem.

Jeden Morgen geht Jesus mit seinen Jüngern und Jüngerinnen nach Jerusalem.

Jeden Abend kehrt Jesus mit seinen Jüngern und Jüngerinnen nach Betanien zurück.

Der Weg führt über den Ölberg.

Eines Abends sitzen Jesus und seine Jünger und Jüngerinnen in Betanien zusammen mit ihren Freunden beim Abendessen, da passiert Folgendes:

Eine fremde Frau betritt das Haus.

In den Händen hält sie ein Gefäß aus Alabaster.

Die Frau geht direkt auf Jesus zu.

Was hat sie vor?

Die Frau öffnet das Gefäß aus Alabaster und ein wunderbarer Duft erfüllt das ganze Haus.

„Das ist Nardenöl“, flüstert Susanna. „Es ist furchtbar teuer. Das hat bestimmt 300 Denare gekostet!“

„Das ist ja so viel, wie ein Mensch in einem Jahr verdient,“ bemerkt Magdalena.

Die Frau hebt das Gefäß und lässt das ganze teure Nardenöl über Jesu Haare fließen.

Da geht es nicht mehr um Haarpflege, das spüren die Jünger und Jüngerinnen.

In Israel, dem Land in dem Jesus lebte, wurde man nicht König, indem man eine Krone auf den Kopf gesetzt bekam.

Man wurde König, wenn man mit duftendem Öl gesalbt wurde.

Der Duft des Öles erinnert an Gott, den man nicht sehen kann und der trotzdem bei den Menschen ist.

Und: „Christus“ bedeutet: „Der Gesalbte“, der König.

Die Frau hat große Erwartungen an Jesus.

„Was machst du da, Frau! Das ist Verschwendung! Du hättest das Öl verkaufen und es den Armen geben können,“ sagt Judas, einer der Jünger.

Andere Jünger murmeln zustimmend.

„Lasst sie in Ruhe! Sie hat mir etwas Gutes getan,“ antwortet Jesus.

„Natürlich sollt ihr den Armen Gutes tun. Das könnt ihr tun so oft ihr wollt. Aber ich werde nicht mehr lange bei euch sein.“

„Sie hat mich für mein Begräbnis vorbereitet und gesalbt,“ sagt Jesus.

Jesus nimmt das Geschenk dieser Frau an, die ihn zum König gesalbt hat.

Aber er wird ihre Erwartungen anders erfüllen, als sie es sich vorstellt.

Kategorien
2. Klasse

Jesus stirbt am Kreuz

Der Tag des großen Festes ist gekommen.

Jesus und seine Jünger und Jüngerinnen feiern in Jerusalem.

Sie essen und trinken miteinander, doch Jesus weiß: Es ist das letzte gemeinsame Essen.

„Erinnert euch an mich, wenn ihr zusammen Brot teilt und Wein trinkt!“ sagt er zu seinen Jüngern und Jüngerinnen.

Nach dem Mahl, es ist schon Nacht, machen sie sich auf den Weg zurück nach Betanien.

Jesus sagt: „Ihr werdet euch alle für mich schämen und mich verlassen.“

„Niemals, Jesus“, sagt Petrus, „Ich werde mich niemals für dich schämen oder dich verlassen!“

„Ach, Petrus, sei realistisch“, antwortet Jesus, „bevor morgen früh der Hahn kräht, wirst du dreimal gesagt haben, dass du niemals mein Jünger warst!“

Petrus schüttelt den Kopf.

Auch die anderen Jünger und Jüngerinnen sagen: „Wir werden uns niemals für dich schämen oder dich verlassen.“

Am Ölberg machen sie eine Pause.

Jesus bittet seine Jünger und Jüngerinnen:

„Bleibt mit mir wach. Betet mit mir!“

Jesus geht ein Stück weiter und betet:

„Vater, ich will nicht, dass mir etwas Schlimmes passiert.

Aber dein Wille soll geschehen!“

Nach dem Gebet geht Jesus zu seinen Jüngern und Jüngerinnen und sieht, dass sie alle schlafen.

Jesus fragt: „Petrus, Jakob, Johannes – ihr schlaft? Könnt ihr nicht eine Stunde mit mir wach bleiben?“

Dann hört und sieht Jesus das Geklirr von Waffen und den Schein von Fackeln zwischen den Bäumen.

Bewaffnete Männer kommen und Judas führt sie an.

Judas sagt: „Sei gegrüßt, Jesus!“

Das war das Zeichen, das Judas mit den Bewaffneten ausgemacht hatte:

„Derjenige, den ich begrüße, der ist Jesus. Den müsst ihr festnehmen!“

Und so nehmen die Bewaffneten Jesus fest.

Die Jünger und Jüngerinnen sind plötzlich hellwach.

Es ist nicht so, dass sie sich keine Gedanken gemacht hätten, wie sie Jesus schützen könnten und so hat Petrus über dunkle Kanäle ein Schwert erworben.

Das zieht Petrus jetzt und schlägt damit sinnbefreit einem der bewaffneten Männern ein Ohr ab.

Das ist auch schon sein Ende als Bodyguard von Jesus.

Die Jünger und Jüngerinnen verlassen Jesus und fliehen.

Die bewaffneten Männer bringen Jesus zum Hohenpriester, dem obersten Priester.

Der Hohepriester gilt als derjenige, der im Namen Gottes spricht.

Der Hohepriester fragt Jesus:

„Sprichst du im Namen Gottes? Redest du richtig über Gott?“

Was soll Jesus antworten?

Wenn er sagt: „Nein, ich spreche nicht im Namen Gottes“, dann passiert ihm nichts.

Wenn er sagt: „Ja, ich spreche im Namen Gottes“, dann wird er verurteilt.

Was sagst du?

Spricht Jesus im Namen Gottes?

Jesus sagt:

„Ja, ich spreche im Namen Gottes.“

Der Hohepriester sagt:

„Damit beleidigst du Gott. Du musst zum Tod verurteilt werden.“

Petrus ist den bewaffneten Männern und dem gefangenen Jesus heimlich bis in den Hof des Hohenpriesters nachgeschlichen.

Dort ist ein Feuer und Petrus wärmt sich dort.

Eine Dienerin des Hohenpriesters kommt vorbei und bleibt bei Petrus stehen.

Sie sagt: „Du da, du bist doch mit diesem Jesus zusammen!“

Petrus schüttelt den Kopf: „Was redest du da?“

Wenig später kommt die Dienerin wieder am Feuer vorbei.

Zu ein paar Leuten, die dabeistehen, sagt sie: „Da, der ist ein Jünger dieses Jesus!“

Petrus antwortet: „Ich bin kein Jünger dieses Jesus und bin es auch niemals gewesen!“

Da sagt einer von den Leuten, die dabeistehen, zu Petrus:

„Doch, ich kenne dich. Ich habe dich am Ölberg bei diesem Jesus gesehen!“

Petrus sagt: „Verflixt und zugenäht, ich kenne diesen Jesus nicht!“

Bald darauf krähte der …

Da erinnert sich Petrus an das, was Jesus ihm gesagt hatte.

Petrus geht weg und weint bitterlich.

In der Früh am nächsten Tag wird Jesus zu Pontius Pilatus gebracht.

Der römische Kaiser hat Pontius Pilatus zum Regierungschef in Israel gemacht.

Der römische Kaiser entscheidet, wer König ist und das Land regiert.

„Dieser Jesus will sich zum König machen!“ sagen die Abgesandten des Hohenpriesters.

„Bist du ein König?“ fragt Pilatus Jesus.

Was soll Jesus antworten?

Wenn Jesus sagt: „Nein, ich bin kein König“, dann passiert ihm nichts.

Wenn Jesus sagt: „Ja, ich bin ein König“, dann wird er verurteilt.

Was sagst du?

Ist Jesus ein König?

Jesus sagt: „Ja, ich bin ein König.“

Daraufhin verurteilt Pilatus Jesus zum Tod am Kreuz.

Damals, zurzeit der Römer, wurden viele Menschen zum Tod am Kreuz verurteilt.

Einer davon war Jesus.

Jesus wird gezwungen sein Kreuz zu tragen.

Die römischen Soldaten bringen ihn zur Stadt hinaus.

Auf dem Weg zu dem Ort, an dem Jesus hingerichtet werden soll, kommt ein Bauer vorbei.

Sein Name ist Simon von Cyrene.

Die römischen Soldaten zwingen Simon von Cyrene, dass er ein Stück des Weges Jesus hilft das Kreuz zu tragen.

Die römischen Soldaten kreuzigen Jesus.

Während Jesus am Kreuz hängt, bewachen sie ihn.

Über dem Kopf von Jesus ist eine Tafel, auf der steht, weswegen Pilatus ihn verurteilt hat:

„Jesus von Nazaret, König der Juden.“

Nach einigen Stunden stirbt Jesus.

Als der römische Hauptmann Jesus am Kreuz sterben sieht, da sagt er:

„Wahrhaftig, dieser Jesus war Gottes Sohn.“

Die Jüngerinnen aber sind Jesus von Weitem gefolgt und haben zugesehen, wie Jesus am Kreuz gestorben ist.

Ein Mann mit Namen Josef von Arimathäa möchte nicht, dass Jesus einfach so am Kreuz hängen bleibt.

Er nimmt den toten Jesus vom Kreuz ab.

Josef von Arimathäa wickelt Jesus in Tücher und legt ihn in ein Felsengrab.

Er wälzt vor das Grab Jesu einen großen Stein.

Die Jüngerinnen aber beobachten das Begräbnis Jesu von Weitem und sehen, wo Josef von Arimathäa Jesus bestattet hat.

Warum wir uns jedes Jahr an die Geschichte von Jesu Tod erinnern

Christen glauben, dass Jesus für die Menschen gestorben ist.

Für seine Jünger und Jüngerinnen, für den Hohenpriester und Judas, für Pontius Pilatus und und die römischen Soldaten, für alle Menschen auf dieser Welt.

Er hat allen vergeben.

Er kann allen vergeben, auch dir und mir.

„Gott liebt wirklich alle Menschen,“ will uns das Kreuz sagen.

Die Christen glauben, dass Jesus im Namen Gottes gesprochen hat und dass er tatsächlich ein König ist und das Reich Gottes, das er verkündet hat, mit ihm begonnen hat und durch nichts mehr aufzuhalten ist.

Nicht einmal durch den Tod.

Gott wird Jesus auferwecken.

Aber diese Geschichte erzähle ich euch nach den Osterferien.

Kategorien
2. Klasse 3. Klasse 4. Klasse

Das leere Grab

Es ist uns nicht so bewusst, aber Licht vertreibt das Dunkel.

Eigentlich ist es egal, ob es die Taschenlampe am Handy, die Sonne am Tag, der Mond in der Nacht oder ganz schlicht das elektrische Licht ist.

Licht besiegt immer die Dunkelheit.

Und so wird in der Osternacht ein Feuer angezündet.

Jesus, so sagt es uns, vertreibt das Dunkle in unseren Herzen.

Denn er ist …

… lassen wir den Evangelisten Johannes erzählen.

Eine seiner genialen Geschichten. Hört und seht.

Am Morgen des dritten Tages, die Sonne geht gerade auf, machen sich die Jüngerinnen auf zum Grab Jesu.

Sie haben ja gesehen, wie Josef von Arimathäa Jesus begraben hat, und sie haben auch gesehen, dass am Abend des Karfreitags nicht mehr genug Zeit war um das zu tun, was zu einem ordentlichen jüdischen Begräbnis gehört:

Den Toten ein letztes Mal mit duftenden Ölen zu salben.

Als sie am Grab sind, sehen sie:

Der Stein vor dem Grab ist weggewälzt und das Grab ist leer!

Die Jüngerinnen laufen zu Petrus und Johannes und sagen:

„Irgendjemand hat Jesus aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin sie ihn gebracht haben.“

Petrus und Johannes laufen zum Grab.

Johannes ist schneller als Petrus (er ist ja auch jünger), aber er wartet vor dem Grab, bis Petrus kommt.

Petrus schaut sofort ins Grab hinein.

Er sieht die Leinenbinden und auch das Tuch, mit dem das Gesicht Jesu bedeckt war.

Johannes schaut jetzt auch ins Grab:

„Die Leinenbinden und das Tuch sind ordentlich zusammengefaltet“, sagt er.

„Das ist seltsam“, sagt Petrus, „Was meinst du, Johannes?“

Johannes sagt nichts.

Aber ihm kommt ein Gedanke:

Auf wen hat dieser Jesus vertraut?

Hat er nicht auf Gott vertraut, der ihn niemals im Stich lassen wird?

„Gehen wir“, sagt Petrus, „Hier gibt es nichts zu entdecken!“

Und so gehen die beiden Jünger wieder weg.

Maria Magdalena aber ist auch zum Grab zurückgekehrt. Dort steht sie und weint.

Plötzlich wird sie angesprochen: „Frau, warum weinst du?“

Magdalena dreht sich um.

Sie sagt: „Bist du der Gärtner? Hast du Jesus weggenommen? Dann sag mir, wo du ihn hingebracht hast. Ich will ihn holen!“

„Maria!“ sagt Jesus.

„Jesus!“ sagt Maria Magdalena.

„Halte mich nicht fest“, sagt Jesus, „Ich gehe zu Gott, meinem Vater, der auch dein Vater ist. Du aber sag den anderen Jüngern und Jüngerinnen: Jesus lebt!“

Und so läuft Magdalena zu den anderen Jüngern und Jüngerinnen und verkündet ihnen:

„Ich habe Jesus gesehen! Er lebt!“

Wenn du magst, kannst du hier ein schönes Lied anhören, dass Manuela, Johannes und Christina letztes Jahr für uns aufgenommen haben.

Die Woche, in der wir den Tod und die Auferstehung Jesu feiern, heißt „Heilige Woche“.

Und diese Heilige Woche hat nicht nur sieben, sondern acht Tage.

Der Ostersonntag ist der achte Tag.

Er sagt uns:

Es gibt mehr als unsere Zeit. Es gibt mehr als unser Denken. Es gibt Gott, der einfach mehr ist. Jesus hat Gott, seinem und unserem Vater, vertraut, der größer ist als alles. Gott hat an Ostern mit Jesus endgültig begonnen, alles gut zu machen.

Das Licht ist stärker als die Dunkelheit und Gott ist stärker als der Tod.

Gott macht alles gut in seiner Zeit, am achten Tag.

Kategorien
2. Klasse 3. Klasse

Die gute Nachricht

Das Wort Evangelium hast du bestimmt schon mal gehört.

Es ist ein griechisches Wort und man kann es ins Deutsche übersetzen: Evangelium heißt gute Nachricht.

Unsere Geschichte heute hat der Evangelist Johannes aufgeschrieben und sie spielt in Jerusalem.

Am Abend des Ostertages versammeln sich die Jünger und Jüngerinnen in einem großen Raum in Jerusalem.

„Schließ die Tür, Philipp“, sagt Petrus.

„Warum?“ fragt Philipp.

„Es soll niemand mitbekommen, dass wir uns hier versammelt haben“, antwortet Petrus.

„Wir sind die Jünger und Jüngerinnen von Jesus“, fügt Jakob hinzu, „Wir haben Feinde hier in Jerusalem.“

Also schließt Philipp die Tür.

Die Jünger und Jüngerinnen reden miteinander.

Sie sprechen über das, was sie mit Jesus erlebt haben.

Sie beten miteinander.

Und plötzlich ist Jesus in ihrer Mitte.

Jesus sagt: „Der Friede sei mit euch!“

Jesus zeigt ihnen die Stellen an seinen Händen und an seiner Seite, wo man noch die Narben seiner Wunden sehen kann.

Die Jünger und Jüngerinnen freuen sich, dass Jesus mitten unter ihnen ist.

Jesus sagt: „Erzählt den Menschen von Gott, unserem Vater, wie ich es getan habe. Verkündet ihnen die gute Nachricht: Gott wird alles gut machen!“

Jesus haucht sie an und sagt: „Ich schenke euch meinen Heiligen Geist. Er wird immer bei euch sein.“

Ein Jünger fehlt übrigens (Judas ist dabei nicht gemeint).

Welcher Jünger ist das wohl?

Es klopft. Zuerst sind die Jünger und Jüngerinnen etwas erschrocken, aber dann hören sie das vereinbarte Klopfzeichen.

Es ist einer von ihnen!

Jakob öffnet die Tür.

Es ist Thomas!

Er sagt: „Ich komme ein bisschen spät, ich war noch einkaufen, schaut mal, was ich euch mitgebracht habe …“

„Wir haben Jesus gesehen!“

rufen ihm die anderen Jünger und Jüngerinnen zu,

„Du hast etwas verpasst!“

Was wird Thomas den anderen Jüngern und Jüngerinnen antworten?

Thomas sagt:

„Wenn ich nicht die Stellen an Jesu Händen gesehen habe, wo man die Narben von seinen Wunden sieht, und wenn ich nicht die Narbe an seiner Seite berührt habe, glaube ich gar nichts!“

Warum der Thomas wohl den anderen Jüngern und Jüngerinnen nicht geglaubt hat?

Wie es ihm wohl dabei ergangen ist und was er sich gedacht hat?

Eine Woche später versammeln sich die Jünger und Jüngerinnen wieder.

Sie reden miteinander.

Sie sprechen über das, was sie mit Jesus erlebt haben.

Sie beten miteinander und Thomas ist dabei.

Da ist Jesus plötzlich wieder in ihrer Mitte.

Jesus sagt: „Der Friede sei mit euch!“

Jesus sagt:

„Komm her, Thomas. Sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und berühre meine Seite. Glaube auch du, Thomas, und vertraue auf Gott!“

Thomas antwortet Jesus:

„Du bist mein Herr und mein Gott, Jesus!“

Jesus sagt:

“ Du kannst glauben, weil du mich gesehen hast. Glücklich sind aber, die mich nicht sehen und doch glauben!“

Thomas durfte Jesus sehen.

Aber der Evangelist Johannes schrieb die Geschichte für seine Leute damals, denen es so ging wie es uns geht:

Wir glauben, obwohl wir Jesus nicht sehen.

Und Jesus meint: Die gute Nachricht glauben macht glücklich!

Die gute Nachricht lautet:

Das Gute ist stärker als das Böse, das Leben ist stärker als der Tod. Gott wird alles gut machen.

Kategorien
2. Klasse

Das Making-of der Evangelien

Kennst du das Spiel „Stille Post“?

Falls nicht, das Spiel geht so:

Jemand denkt sich einen Satz aus und flüstert ihn seinem Nachbarn ins Ohr.

Der Nachbar flüstert jetzt den Satz dem nächsten Nachbarn ins Ohr, der wieder dem nächsten, bis alle dran waren.

Der Letzte darf dann laut sagen, was ihm ins Ohr geflüstert wurde.

Bei diesem Spiel passiert meistens folgendes:

Das, was der Letzte ins Ohr geflüstert bekommt, ist nicht das, was der Erste sich ausgedacht hat.

Der Satz hat sich verändert!

Vielleicht lautete der Satz: „Im Frühling blühen viele Blumen.“

Und das hört vielleicht der Letzte:

„Friedelbum“ oder etwas Ähnliches.

Warum?

Entweder es wurde nicht richtig verstanden, was einem ins Ohr geflüstert wurde, oder man hat einfach beim Weitersagen etwas von dem Satz vergessen.

Manchmal verändern Mitspieler auch mit Absicht den Satz.

Das passiert ganz oft auch im Alltag.

Wenn etwas nur gesagt wird, wird es oft gleich wieder vergessen.

Damit man sich an das wieder erinnern kann, was man vergessen hat, gibt es ein sehr gutes Hilfsmittel:

Man schreibt es auf, bevor man es vergisst.

Schreiben und lesen, das sind doch die zwei wichtigen Sachen, die man in der Schule lernt, nicht wahr?

Mit den Geschichten über Jesus war das so eine ähnliche Sache.

Die Jünger und Jüngerinnen erzählten allen Menschen von Jesus.

Viele Menschen begannen deshalb auch an Jesus zu glauben.

Auch sie erzählten wieder anderen Menschen von Jesus.

Auch diese Menschen begannen an Jesus zu glauben und erzählten wieder anderen Menschen von Jesus – merkst du was?

Erinnert dich das an das Spiel „Stille Post“?

Wie lange denkst du, dass das gut gegangen wäre?

„Jesus hat den Tod besiegt, halleluja!“ wäre dann zu „Josef liebt Julia“ oder etwas Ähnlichem geworden.

Deshalb war es sicher eine gute Idee, dass die Geschichten von Jesus aufgeschrieben wurden.

Das war in der Zeit zwischen 40 bis 70 Jahren nach Jesu Tod und Auferstehung der Fall.

In der Bibel finden wir heute, also 2000 Jahre später, gleich vier Berichte über das, was Jesus getan und gesagt hat.

Der erste Evangelist

Markus war der erste, der auf die Idee kam, eine Geschichte von allem über Jesus aufzuschreiben.

Er kam auch auf die Idee, diese Geschichte „Evangelium“ zu nennen.

Hier kannst du sehen und hören, wie Markus sein Evangelium geschrieben hat.

Tipp: Drücke auf beide Pfeile schnell hintereinander, dann laufen das Video und das Audio gleichzeitig ab und du kannst die Information gleichzeitig sehen und hören.

Für alle Fachleute: Die Bilder sind nicht exakt Geschichten von Markus
So würde das wohl in der Schule ausschauen, wenn man abschreibt. Markus, Matthäus und Lukas saßen nicht an einem Tisch nebeneinander, selbstverständlich.

Hoppla – da schreibt doch wer ab?

Markus, Matthäus und Lukas haben ziemlich viele Geschichten gleich.

Oft stimmen sogar der Wortlaut und die Reihenfolge überein.

Vielleicht kommt ihr selber drauf, was da passiert ist?

Ja, richtig!

Matthäus und Lukas haben bei Markus abgeschrieben!

Lukas hatte Kopien seiner Quellen. Er hat auch ein Kopie von Markus.

Beim Kibiwe 2017 haben wir Lukas bei der Arbeit zugeschaut.

Seht ihr die vielen Rollen an seinem Schreibpult?

Er hat sie „Quellen“ genannt: Quellen, das hat hier gar nichts mit Wasser zu tun.

Das sind Schriften, bei Lukas sind das Schriften über Jesus, die er gesammelt hat und von denen er abgeschrieben hat.

Eine davon war auch der Markus.

So hat es auch Matthäus gemacht, unabhängig von Lukas.

Auch Matthäus hat Quellen gesammelt und von ihnen abgeschrieben.

Eine davon war auch der Markus.

Inzwischen haben die Forscher eine Idee, wie die Evangelien von Matthäus und Lukas entstanden sind.

Schaut und hört selbst!

Tipp: Drücke auf beide Pfeile schnell hintereinander, dann laufen das Video und das Audio gleichzeitig ab und du kannst die Information gleichzeitig sehen und hören.

Schau mal, welche Geschichten von welchem Evangelist stammt!

Von Markus stammt zum Beispiel die Geschichte, dass Johannes der Täufer Jesus im Jordan getauft hat.

(Und natürlich haben das Matthäus und Lukas von ihm abgeschrieben)

Von Matthäus stammt zum Beispiel die Geschichte von den Weisen aus dem Osten, die Jesus kurz nach seiner Geburt besucht haben.

Sie gehört zu seinem Sondergut.

Von Lukas stammt zum Beispiel die Geschichte vom Zöllner Zachäus.

Sie gehört zu seinem Sondergut.

Da fehlt doch einer!

Jetzt fragst du vielleicht – stop, da fehlt doch Johannes! Was ist mit dem?

Johannes kannte wahrscheinlich die anderen Evangelien, aber er hat seinen ganz speziellen Stil und seine ganz eigenen Geschichten über Jesus.

Von Johannes stammt zum Beispiel die Geschichte vom ungläubigen Thomas.

Ohne die Evangelisten geht gar nichts!

Im Pfarrzentrum im Kleinen Saal hängt dieses Kreuz.

Oben, unten, rechts und links findet du seltsame Gestalten mit Flügeln.

Wenn du genau hinschaust, dann siehst du, dass jede Gestalt ein Buch hält.

Diese Gestalten sind Symbole für die Evangelisten.

Der Adler oben steht für Johannes, der Löwe links steht für Markus, der Mensch rechts steht für Matthäus und der Stier unten steht für Lukas.

Ohne Matthäus, Markus, Lukas und Johannes wüssten wir heute nichts mehr über Jesus, niemand, kein einziger Mensch auf der Welt.

In jedem Gottesdienst wird eine Geschichte aus den Evangelien vorgelesen.
Kategorien
1. Klasse 2. Klasse

Der Vater im Himmel

Nächste Woche ist der Donnerstag ein Feiertag und es ist keine Schule.

Ganz viele kennen den Feiertag unter dem Namen „Vatertag“, aber noch viel älter ist ein anderer Name:

Christi Himmelfahrt.

„Christi Himmelfahrt“ bedeutet „Jesu Himmelfahrt“.

Geht es eventuell darum, dass Jesus so etwas wie der erste Astronaut war?

Das ist sehr unwahrscheinlich.

Was ist hier überhaupt mit Himmel gemeint?

Ein blauer Himmel mit Schäfchenwolken?

Oder irgendeine ferne Galaxie im Universum?

Der Feiertag „Christi Himmelfahrt“ will uns sagen:

Jesus ist bei Gott, dem Vater.

Und den Ort, wo Gott ist, den nennt die Bibel schon auch Himmel, aber damit sind weder die Wolken noch eine ferne Galaxie gemeint.

Der Himmel, in dem Gott wohnt, ist unerreichbar fern und trotzdem ganz nah.

Und man kann davon kein Bild machen, so wie man von Gott kein Bild machen kann.

Lukas beim Kibiwe 2017

Es gibt zu diesem Feiertag eine Geschichte in der Bibel, die uns Lukas erzählt.

Lukas hat nämlich nicht nur ein Evangelium geschrieben, in dem er Geschichten über Jesus erzählt, sondern auch ein zweites Buch, in dem er erzählt, wie es mit den Jüngern und Jüngerinnen nach Jesu Tod und Auferstehung weiterging.

Wir nennen dieses Buch Apostelgeschichte.

Lukas erzählt:

Vierzig Tage waren seit dem Ostertag vergangen und Jesus, der Auferstandene, erschien seinen Jüngern und Jüngerinnen und ging mit ihnen auf den Ölberg.

„Bleibt in Jerusalem,“ sagte Jesus, „und wartet dort, bis ich euch meinen Geist sende. Ihr sollt allen Menschen die gute Nachricht verkünden, dass Gott alles gut macht.“

„Das Reich Gottes?“ fragten die Jünger und Jüngerinnen aufgeregt, „Kommt jetzt dein Reich des Friedens und der Gerechtigkeit?“

„Das hat schon begonnen,“ sagte Jesus, „Aber wann es vollendet sein wird, das weiß nur der Vater im Himmel.“

Und dann sahen sie Jesus nicht mehr.

Die Jünger und Jüngerinnen wussten:

Jesus ist bei Gott, seinem Vater.

Trotzdem schauten die Jünger und Jüngerinnen automatisch nach oben in den Wolken – und Sternenhimmel.

Plötzlich standen bei ihnen zwei Männer mit strahlend weißen Gewändern.

„Was schaut ihr da rauf?“

fragten die Männer mit den strahlend weißen Gewändern.

„Am Ende der Zeit wird dieser Jesus wiederkommen.

Geht nach Jerusalem und wartet dort auf den heiligen Geist, den Jesus euch versprochen hat.“

Und so gingen die Jünger und Jüngerinnen zurück nach Jerusalem.

Christi Himmelfahrt und der Vatertag haben also schon etwas miteinander zu tun.

An Christi Himmelfahrt erinnern wir uns daran:

Jesus ist bei Gott, seinem Vater.