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Jesus lädt sich ein

Jesus hat sich ganz oft und gerne von anderen Menschen zum Essen einladen lassen.

In unserer Geschichte heute lädt sich Jesus sogar selber zum Essen ein.

Aber bevor ich euch die Geschichte erzählen kann, muss ich euch noch etwas erklären:

Wenn du im Supermarkt einkaufst, dann bekommst du an der Kasse immer so einen Zettel.

Da steht alles Mögliche drauf und normalerweise schmeißt man den weg.

Aber diesmal schauen wir ihn uns genauer an.

Auf dem Zettel steht nämlich nicht nur drauf, was man gekauft hat und wie viel man gezahlt hat.

Auf dem Zettel steht auch drauf, dass man Steuern gezahlt hat, und sogar ganz genau, wie viel Steuern man gezahlt hat.

Ich habe den Betrag auf dem Zettel grün markiert: 76 Cent sind es.

Steuern sind also Geld, das man bezahlen muss.

Das Geld bekommt nicht der Supermarkt, sondern der Staat.

Damit werden Schulen, Straßen und Vieles mehr bezahlt.

Natürlich gibt es immer wieder Diskussionen, ob die Steuern nicht zu hoch wären und der Staat das Geld richtig ausgibt, aber das ist ein anderes Thema.

Ich wollte dir nur erklären, was Steuern sind, und dass du auch schon Steuern gezahlt hast.

Auch zur Zeit Jesu gab es schon Steuern.

Damals wurden die Steuern nicht automatisch eingezogen wie heute.

Es gab Leute, deren Beruf es war, die Steuern einzutreiben.

Diese Leute nannte man Zöllner.

Die Steuern bekamen damals die Römer und der Kaiser in Rom, denn das Land, in dem Jesus lebte, gehörte zum römischen Weltreich.

Weil die Menschen in Israel die Römer nicht mochten, mochten sie die Zöllner auch nicht.

Es gab aber noch einen weiteren Grund, warum die Menschen die Zöllner nicht mochten.

Die Zöllner nutzen es aus, dass sie von den Leuten die Steuern eintreiben durften.

Sie verlangten oft das Doppelte von dem, was die Leute eigentlich an Steuern zahlen mussten.

Das Geld, das sie zu viel verlangten, steckten sie in die eigene Tasche.

Das ist Betrug, nicht wahr?

Die Menschen konnten sich nicht dagegen wehren.

Deswegen mochten sie die Zöllner nicht und sie hatten allen Grund dazu.

In Jericho lebt so ein Zöllner mit Namen Zachäus.

Zachäus ist zwar von der Körpergröße kleiner als andere Leute, dafür ist er im Betrügen ganz groß und sehr reich.

Und natürlich mag ihn niemand in Jericho.

Kein Wunder.

Es ist Frühling und Jesus und seine Jünger und Jüngerinnen sind auf dem Weg nach Jerusalem.

Dort, in Jerusalem, findet nämlich ein großes Fest statt.

Wenn man vom See Gennesaret nach Jerusalem geht, dann kommt man auch durch Jericho.

In Jericho wollen viele Menschen Jesus sehen oder mit ihm sprechen.

Wie du siehst, ist von Jesus fast nichts zu sehen bei diesem Gedränge.

Zachäus will Jesus auch sehen.

Aber er hat keine Chance.

Er ist zu klein dafür und natürlich lässt ihn keiner vor, dafür ist er zu unbeliebt.

Zachäus hat eine Idee.

Er läuft voraus und klettert auf einen Maulbeerfeigenbaum.

Zachäus weiß: Jesus wird auf seinem Weg hier vorbei kommen.

Oben vom Baum aus kann er Jesus sehen.

Der Plan funktioniert.

Vom Baum aus hat Zachäus eine wunderschöne Aussicht auf Jesus, der jetzt an dem Baum vorbei kommt.

Aber dann …

Jesus schaut hinauf und sieht Zachäus im Baum sitzen.

Jetzt schauen alle Menschen zu Zachäus hinauf.

„Das ist ja Zachäus, der Zöllner!“ rufen die Leute.

„Was sagst du zu diesem Betrüger, Jesus?“

Was wollen die Menschen in Jericho, dass Jesus zu Zachäus sagt?

Aber ist es auch das, was Jesus sagen wird?

Jesus sagt:

„Zachäus, steig schnell vom Baum herunter.

Ich will heute bei dir in deinem Haus zu Gast sein.“

Zachäus steigt schnell vom Baum herunter.

Zachäus lädt Jesus und seine Jünger und Jüngerinnen voller Freude in sein Haus ein.

Die Menschen in Jericho sind empört:

„Jesus hat sich bei diesem Betrüger eingeladen.“

Die Menschen sagen:

„Zachäus ist ein schlechter Mensch.

Wenn Jesus Zachäus besucht, dann ist Jesus auch ein schlechter Mensch.“

Zachäus ist glücklich, Jesus und seine Jünger und Jüngerinnen als Gäste in seinem Haus zu bewirten.

Schon lange ist niemand mehr so freundlich zu ihm gewesen wie Jesus.

Dabei weiß Jesus, dass Zachäus ein Zöllner und ein Betrüger ist!

Zachäus will kein Betrüger mehr sein.

Er sagt: „Jesus, ich bin ein Zöllner und habe Menschen betrogen.

Aber ab heute wird das anders sein.

Ich gebe die Hälfte meines Vermögens den Armen.

Den Menschen, die ich betrogen habe, gebe ich das Vierfache von dem zurück, was ich verlangt habe!“

„Heute ist dir und deinem Haus das Heil geschenkt worden, weil Gott alle Menschen liebt.

Dafür bin ich da,“ sagt Jesus.

Jesus sagt: „Gott ist wie ein Vater. Er liebt alle Menschen.“

Das klingt ganz einfach, oder?

Aber Gott liebt auch die Menschen, die schlimme Sachen machen.

Das ist die Botschaft von Jesus und das ist manchmal ganz schön schwer zu akzeptieren.