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1. Klasse

Kommt und seht! – Jesus beruft seine Jünger und Jüngerinnen

Bild von dozemode auf Pixabay

Das ist der See Gennesaret. Er befindet sich im Norden des Landes Israel.

Dort, am Ufer des Sees, liegt die Stadt Kafarnaum. Kafarnaum ist eine sehr kleine Stadt. Dort leben einfache Menschen. Sie sind Bauern, Handwerker und …

… Fischer.

Abends fahren die Fischer mit ihren Booten los.

Fast die ganze Nacht werfen sie auf dem See ihre Netze aus und hoffen, dass sie viele Fische fangen.

Am frühen Morgen fahren sie wieder nach Kafarnaum zurück.

Dann sortieren sie die Fische, die sie gefangen haben.

Die kleinen Fische setzen sie wieder zurück in den See. Die müssen erst noch wachsen und größer werden.

Die großen Fische werden ausgenommen und verkauft.

Von dem Geld, das sie dafür bekommen, leben die Fischer und ihre Familien.

Dann waschen die Fischer ihre Netze und hängen sie zum Trocknen auf.

Sie kontrollieren die Netze, ob sie gerissen sind.

Wenn das Netz ein Loch hat, dann flicken sie es mit Nadel und Faden.

Dann gehen sie heim, ruhen sich aus, essen etwas und warten, bis es Abend ist.

Abends fahren sie wieder mit ihren Booten hinaus auf den See.

Eines Tages kommt Jesus nach Kafarnaum.

Er erzählt den Menschen dort: Gott ist wie ein Vater. Er liebt alle Menschen.

Jesus heilt Kranke.

Die Menschen in Kafarnaum sehen: Gott meint es gut mit uns.

Jesus sagt zu den Fischern: Kommt mit mir mit und folgt mir nach.

Hört, was ich den Menschen zu sagen habe, und seht, was ich tue.

Ich will, dass ihr meine Jünger seid.

(Ein Jünger ist so etwas wie ein Schüler und ein Freund.)

Was sagst du? Was sollen die Fischer machen? Weiterfischen oder mit Jesus mitgehen?

Vielleicht sagen sie: Wir kennen diesen Jesus noch nicht gut genug.

Oder vielleicht sagen sie: Alles besser als jeden Tag Fische fangen. Ich kann die Fische schon nicht mehr riechen!

Jesus und seine Jünger Andreas, Jakob, Johannes und Petrus.

Einige Fischer sind mit Jesus mitgegangen und seine Jünger geworden.

Ganz links der Jünger namens Thomas

Jesus hat nicht nur Fischer zu seinen Jüngern berufen, übrigens. Und …

Ganz links die Jüngerin namens Susanna, rechts neben Jesus die Jüngerin Maria Magdalena

… Jesus hat nicht nur Männer als seine Jünger berufen.

Jesus hatte auch Jüngerinnen.

Übrigens: Kaum hatte ich die Landschaft aufgebaut, kam unser Kater des Weges.

Er interessierte sich sehr für das Boot, …

… dann machte er es sich auf den Stoffen gemütlich.

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1. Klasse

Was ist dieser Jesus für ein Mensch?

Wir Leute in Neufahrn haben alle möglichen Sachen, um in die Schule oder in die Arbeit zu kommen: Roller, Fahrräder, Motorräder, Autos …

… aber niemand fährt dafür mit dem Boot.

Das liegt, das weiß jedes Kind, daran, dass uns so was fehlt:

Bild von dozemode auf Pixabay

Wenn wir Bootfahren, dann im Urlaub oder im Sommer zum Spaß auf dem Mühlsee.

Wir sind Landratten.

Jesus in Nazaret. Weit und breit kein See oder Fluss.

Jesus war auch eine Landratte.

Dort, wo er aufgewachsen ist, in Nazaret, gibt es auch keinen See oder Fluss in der Nähe.

Aber Jesus hat coole Freunde.

Die wohnen am See Gennesaret und haben ein Boot, sogar ein richtig großes Segelboot.

Die sind ja Fischer und im Gegensatz zu Jesus wissen sie auch, wie diese ganzen Segel heißen, wie man so ein Boot steuert und so weiter, und so weiter …

Jesus liebt Bootfahren.

Uns so bittet er eines Tages seine Jünger: „Lasst uns über den See fahren!“

Die Jünger sagen: „Natürlich, Jesus, für dich machen wir gerne das Boot startklar!“

Und schon geht es los.

Jesus und die Jünger steigen ein, das Boot legt ab und die Jünger setzen die Segel.

Das Boot gleitet auf den See hinaus.

Auf dem See ist es wunderbar ruhig. Die Jünger steuern das Boot und Jesus …

Jesus liegt ganz vorne und schläft

… hat es sich hinten im Boot auf einem Kissen bequem gemacht und schläft.

„Psst!“ sagen die Jünger zueinander. „Seid ganz leise! Jesus schläft!“

Wovor hast du Angst?

Vor der Dunkelheit? Vor Tieren? Vor Krankheiten? Vor Alpträumen?

Ich weiß, das ist eine sehr persönliche Frage.

Alle Menschen haben Angst. Manche haben sogar Angst davor, zuzugeben, dass sie Angst haben.

Weißt du wovor die Jünger, die Fischer waren und jede Nacht auf dem See waren, am meisten Angst hatten?

Ich sage es dir: Vor einem Sturm.

Wenn ein Sturm kommt, dann können die Jünger das Boot nicht mehr kontrollieren.

Dann bestimmt der Sturm, wohin das Boot fährt.

Der Sturm fährt ins Wasser und plötzlich ist der See nicht mehr ruhig und glatt.

Riesige Wellen, größer als das Boot, türmen sich auf.

Der Sturm wirft das Boot hin und her und die riesigen Wellen schlagen in das Boot hinein.

Und das ist passiert.

Plötzlich ist ein gewaltiger Sturm gekommen.

Das Boot wird hoch gehoben und wieder runtergedrückt, und im Boot sammelt sich eine gefährliche Menge an Wasser.

Die Jünger sind gegen diesen Sturm machtlos. Sie haben Todesangst.

Und Jesus …

… liegt hinten im Boot und schläft.

Die Jünger wecken ihn: „Jesus, siehst du nicht, dass wir ertrinken?“

Jesus fragt: „Warum habt ihr solche Angst? Ich bin doch bei euch!“

Bug ist bei einem Boot vorne und Heck ist bei einem Boot hinten.

Jesus steht auf und geht an den Bug des Bootes.

Er ruft: „Sturm, sei still!“

Und sofort tritt Stille ein.

Die Jünger fragen sich gegenseitig: „Was ist dieser Jesus für ein Mensch, dass ihm der Sturm und die Wellen gehorchen?“

Hat dieser Jesus etwa Superkräfte? Kann er zaubern?

Nein, das ist nicht die richtige Antwort.

Eine Schülerin in der 1. Klasse hat diese Frage mal so beantwortet: „Jesus kann heilen und er kann den Sturm beruhigen, weil Gott ihm hilft.“

Das ist die richtige Antwort.

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1. Klasse

Jesus erzählt vom Reich Gottes

Weißt du, was ein Reich ist?

Vielleicht musst du ganz kurz überlegen, weil wir dieses Wort heutzutage kaum noch benutzen.

Ein Reich ist nämlich so etwas wie ein Land.

Tatsächlich gibt es noch heute Länder, in denen das Wort „Reich“ vorkommt:

Frankreich und Österreich.

Damit es ein richtiges Reich ist, braucht es auch einen Herrscher. Meistens war das früher ein König.

Dann war es ein Königreich.

Jesus hat den Menschen vom Reich Gottes erzählt.

Schon klar, wer in diesem Reich Gottes das Sagen hat, oder?

Gott natürlich.

Er bestimmt in diesem Reich und ist da so etwas wie der König.

Jetzt wird es schwierig, denn jetzt müssten wir zusammen überlegen, wie es im Reich Gottes zugeht.

Ich würde euch fragen und ihr würdet nachdenken und gute Antworten geben.

Das geht jetzt nicht.

Also muss ich alleine nachdenken …

Jesus sagt:

Gott liebt alle Menschen.

Im Reich Gottes geschieht, was Gott will.

Gott will, dass es allen Menschen gut geht.

Im Reich Gottes muss niemand hungern.

Alle bekommen genug zu essen.

Im Reich Gottes stiehlt niemand dem anderen etwas und niemand ist arm.

Die Menschen teilen miteinander.

Fotoquelle: Pixabay

Im Reich Gottes macht niemand die Umwelt oder das Klima kaputt.

Im Reich Gottes führt niemand Krieg und niemand muss sich fürchten.

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Im Reich Gottes wird niemand ausgeschlossen und muss allein sein, wenn er das nicht will.

Im Reich Gottes herrscht Friede und alle spielen friedlich miteinander.

Im Reich Gottes gibt es keine Krankheiten.

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Im Reich Gottes sind alle frei und glücklich.

Die Menschen zur Zeit Jesu sehnten sich nach dem Reich Gottes.

Es gab so viele Probleme!

Hunger, Armut, Gewalt und Krankheiten gab es.

Die Umwelt war weitgehend intakt, dafür hatten sie ein ganz anderes Problem:

Die Römer beherrschten das Land Israel.

Die Menschen waren nicht frei.

Jesus erzählt den Menschen von diesem Reich Gottes.

Die Menschen fragen: „Wann kommt das Reich Gottes?“

Jesus sagt: „Das Reich Gottes ist schon da, es ist mitten unter uns!“

Die Jünger und Jüngerinnen fragen sich:

„Das Reich Gottes ist schon da, es ist mitten unter uns?

Da sollte man doch etwas davon gemerkt haben!“

Jesus antwortet:

„Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen?

Das Reich Gottes ist so klein wie ein Senfkorn.“

Jesus erzählt weiter:

„Ein Mann sät das Senfkorn in seinem Garten ein.“

Die Jünger und Jüngerinnen finden das komisch.

Sie sagen:

„Senf, das ist doch Unkraut.

Den muss man gar nicht säen, der wächst von allein, wie Gänseblümchen oder Löwenzahn.“

Und Jesus erzählt:

„Das Senfkorn wuchs zu einem großen Baum und die Vögel des Himmels bauten ihre Nester darin.“

Jesus erzählt noch eine Geschichte:

„Das Reich Gottes ist wie eine kleine Menge Sauerteig.

Eine Frau nimmt den Sauerteig und mischt ihn in ihren Teig um Brot zu backen.“

Die Jünger und Jüngerinnen nicken.

Das stimmt!

In ein Brot gehört eine kleine Menge Sauerteig.

Wir nehmen heute Hefe oder Backpulver.

Wozu das in das Brot oder in den Kuchen gehört, erfährst du gleich.

Jesus erzählt weiter:

„Die Frau wartet einen ganzen Tag.

Der kleine Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig.

Der Sauerteig hat den Teig wachsen und aufgehen lassen und das Brot kann gebacken werden.“

Deswegen kommt Sauerteig, Hefe oder Backpulver in den Teig:

Der Teig wächst und geht auf damit.

Die Jünger und Jüngerinnen verstehen, was Jesus ihnen sagen will:

Das Reich Gottes ist vielleicht ganz klein, aber es wächst!

Jesus vergleicht es mit einem Senfkorn, das garantiert wächst.

Er sagt, dass wir Geduld haben müssen wie die Frau mit dem Sauerteig.

Und das Reich Gottes ist schon da und mitten unter uns, wenn …

… ja, wenn?

Vielleicht hast du schon etwas vom Reich Gottes gesehen, gehört oder gespürt?

Hast du schon einmal erlebt, dass Menschen tun, was Gott will?

Möchtest du es mitteilen?

Dann gehe zurück zum Padlet.

Unter dem Link auf diese Seite findest du dort die Möglichkeit, einen Kommentar zu schreiben.

Schreibe, wo du das Reich Gottes schon einmal gesehen, gehört oder gespürt hast.

Lass dir beim Schreiben helfen, wenn Mama oder Papa kurz Zeit haben.

Ich freue mich, wenn du etwas Schönes schreibst!

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1. Klasse

Suchen und Finden

Jesus erzählte den Menschen von Gott.

Dabei sprach er gerne in Gleichnissen.

Das Wort „Gleichnis“ ist dir vielleicht nicht bekannt, aber es lässt sich einfach erklären:

Das Wort „Gleichnis“ hat mit dem Wort „vergleichen“ zu tun.

Also, Jesus erzählte folgendes Gleichnis:

Ein Hirte hatte 100 Schafe.

Er führte sie jeden Tag auf die Weide, wo die Schafe frisches, saftiges Gras fressen konnten.

Eines Tages stellte der Hirte fest:

Es sind nur noch 99 Schafe.

Da fehlt ein Schaf!

Was sollte der Hirte tun?

99 Schafe, das ist ja auch nicht schlecht.

Ein Schaf mehr oder weniger ist doch nicht so wichtig, oder?

Dieser Hirte ließ seine 99 Schafe zurück und machte sich auf die Suche nach dem verlorenen Schaf.

Als der Hirte das Schaf endlich gefunden hatte, nahm er es auf den Arm und trug es zurück zu den anderen 99 Schafen.

Und der Hirte freute sich mehr über das verlorene Schaf, das er gefunden hatte, als über die anderen 99 Schafe.

Dieses Gleichnis habe ich euch schon am Anfang des Schuljahres erzählt.

Aber Jesus hat noch ein Gleichnis erzählt, das so ähnlich ist.

Diesmal geht es um eine Frau:

Eine Frau hatte 10 Drachmen

(Drachmen, das ist so etwas Ähnliches wie ein Euro, also Geld.

Damals gab es den Euro natürlich noch nicht).

Eines Tages stellte die Frau fest, dass eine Drachme verschwunden war.

Die Frau durchsuchte das ganze Haus von oben bis unten, bis sie die verlorene Drachme wieder gefunden hatte.

Und die Frau holte ihre Freundinnen herbei und feierte mit ihnen ein Fest, weil sie die verlorene Drachme wieder gefunden hatte.

Jesus sagt:

Gott ist wie ein Hirte, der seine 99 Schafe zurücklässt, um das verlorene Schaf zu suchen.

Gott ist wie eine Frau, die das ganze Haus durchsucht, wenn von ihrem ersparten Geld etwas fehlt.

Gott liebt alle Menschen.

Er will, dass keiner verloren geht.

Das will Jesus mit diesen Gleichnissen sagen.

99 Schafe
100 Schafe

Ich habe mir sagen lassen, dass eine Hirte wirklich jedes Schaf in seiner Herde kennt.

Findest du das verlorene Schaf?

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Eine Geschichte vom Sehen können

Weißt du eigentlich, was Blindheit bedeutet?

Genau, es bedeutet, dass man nichts sieht.

Wie das genau ist, das kann man sich nur ganz schwer vorstellen.

Du kannst ja mal kurz einfach die Augen schließen.

Um dich herum ist es hell, aber für dich ist es jetzt dunkel.

Du kannst keine Farben erkennen.

Wenn du wissen möchtest, was direkt vor dir ist, dann musst du deine Hände benützen.

Mit ihnen kannst du ertasten, was um dich herum ist.

Unordnung ist gar nicht gut für blinde Menschen. Fotoquelle: Pixabay

Wenn du jetzt aufstehen und herumgehen willst, dann musst du das langsam tun.

Mit deinen Füßen und mit deinen Händen musst du erfühlen, ob du gerade gegen ein Hindernis läufst.

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Auf der Straße wirst du das bestimmt nicht ausprobieren.

Das ist viel zu gefährlich.

Sicher kannst du dich nur in einer Umgebung bewegen, die du kennst.

Fotoquelle: Pixabay

Weißt du, was das Tolle an unseren Augen ist?

Hast du schon einmal nachts in den Himmel geschaut?

Die Sterne sind weit, weit weg.

Du kannst sie nicht berühren.

Aber obwohl sie so weit weg sind, können deine Augen sie sehen.

Deine Augen können Dinge entdecken, die ganz weit weg sind.

Schau doch einmal ganz bewusst aus dem Fenster.

Was kannst du alles sehen, weil du Augen hast?

Heutzutage gibt es viele Hilfsmittel für blinde Menschen:

Mit einem Blindenstock kann man ertasten, ob vor einem ein Hindernis liegt.

Blindenhunde haben gelernt, für blinde Menschen zu sehen.

Ampeln machen Geräusche und helfen so blinden Fußgängern zu erkennen, wann die Ampel auf Rot oder auf Grün ist.

Es gibt auch eine Schrift, die blinde Leute lesen können und Vieles mehr.

Zur Zeit Jesu im Land Israel war das ganz anders.

Damals gab es keine Hilfsmittel für blinde Menschen.

Für blinde Menschen gab es keine Arbeit.

Vielen von ihnen blieb nichts anderes übrig, als zu betteln.

Möchtest du ein Bettler sein?

Das ist Bartimäus.

Bartimäus wohnt in der Stadt Jericho.

Jeden Tag geht er mit langsamen und vorsichtigen Schritten zur Hauptstraße von Jericho.

Dort setzt er sich an den Straßenrand und stellt eine Schale vor sich auf den Boden.

Er hüllt sich in seinen Mantel und sitzt da, stundenlang.

Er wartet darauf, dass ihm die Menschen Geld oder etwas zum Essen in seine Schale legen.

Bartimäus ist ein Bettler.

Bartimäus ist blind.

Bartimäus hört, was die Menschen sagen, die jeden Tag an ihm vorbei gehen.

Sie reden von ihrer Arbeit und ihren Sorgen und davon, dass er, der Blinde, nur ein nutzloser Bettler ist.

Sie reden von Dingen, die Bartimäus nicht kennt:

Der Sonne, dem Himmel, den Früchten an den Bäumen, von fremden Städten in der weiten Ferne.

Eines Tages reden die Menschen davon, dass Jesus in die Stadt kommen wird.

Die Menschen sagen: „Jesus heilt Menschen! Gott hilft ihm!“

Bartimäus hört aufmerksam zu, wenn die Menschen von Jesus sprechen.

Bartimäus will diesem Jesus begegnen.

Dann hört er, wie die Menschen rufen: „Schaut mal, da ist Jesus!“

Irgendwo in Jericho ist Jesus.

Aber Bartimäus kann ihn nicht sehen.

Bartimäus ist blind.

Was kann Bartimäus tun, damit Jesus nicht einfach vorbeigeht?

Bartimäus ruft laut: „Jesus, hilf mir!

Bartimäus hört Menschen, die zu ihm sagen:

„Sei still! Schrei nicht so laut!“

Was tut Bartimäus?

Bartimäus schreit noch viel lauter: „Jesus, hilf mir!

Jesus hört Bartimäus.

Er sagt: „Da ruft mich jemand. Holt ihn her!“

Die Menschen sagen zu Bartimäus:

„Jesus ruft dich!“

Da steht Bartimäus auf.

Er wirft den Mantel ab.

Er geht vorsichtig und langsam los.

Er geht auf Jesus zu.

Jesus fragt Bartimäus: „Was willst du von mir?“

Bartimäus sagt: „Jesus, ich möchte sehen können!“

Jesus sagt: „Dein Vertrauen auf Gott heilt dich, Bartimäus.“

Bartimäus kann sehen.

Er sieht die Sonne, den Himmel, die Bäume und die Menschen.

Bartimäus sieht Jesus.

Bartimäus muss nicht mehr betteln.

Die ganze Welt steht ihm offen.

Aber Bartimäus weiß, was er jetzt sein will:

Er ist ein Jünger Jesu und folgt Jesus nach.

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Eine Geschichte von ganz besonderen Menschen

Wer ist ein besonderer Mensch?

Jemand, der berühmt ist?

Ein großer Politiker?

Ein Fußballstar?

Jemand, dessen Fotos und Videos im Internet von ganz vielen Menschen angeklickt werden?

Für die Jünger und Jüngerinnen ist Jesus natürlich was ganz Besonderes.

Und sie sind sehr stolz darauf, dass ausgerechnet sie mit Jesus unterwegs sein dürfen.

Das ist manchmal ganz schön anstrengend.

Aber weil sie so viel mit Jesus zusammen sind, fühlen sich die Jünger und Jüngerinnen auch besonders.

Eines Tages kommen Eltern mit ihren Kindern und wollen zu Jesus.

„Das hier ist kein Spielplatz!“ raunzt Jakob sie an.

„Für Kinder hat Jesus keine Zeit.“

„Verschwindet,“ sagt Johannes.

„Ihr stört hier nur.“

Andreas und Petrus schieben die Eltern und die Kinder weg:

„Da könnte ja jeder daherkommen und was von Jesus wollen.

Aber man muss sich schon anstrengen, um in der Nähe von Jesus zu sein.“

Das ist ziemlich unhöflich.

Aber die Jünger und Jüngerinnen denken:

„Wir sind mit Jesus die ganze Zeit unterwegs.

Einfach ist das nicht.

Wir sind etwas besonderes, die nicht!“

Jesus hat das mitbekommen.

Er ist wütend auf seine Jünger und Jüngerinnen:

„Wie kommt ihr auf die Idee, ausgerechnet Kinder abzuweisen?

Das geht ja gar nicht.

Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes!“

Boah, das hat gesessen.

Äußerst peinlich für die Jünger und Jüngerinnen, dass Jesus sie so zusammenstaucht.

Und jetzt legt Jesus noch nach:

„Ich habe euch doch gesagt:

Gott ist wie ein Vater und ihr seid seine Kinder.“

Die Jünger und Jüngerinnen haben das schon öfters von Jesus gehört.

Es dämmert ihnen plötzlich, was Jesus ihnen sagen will.

Jesus sagt:

„Nehmt euch die Kinder zum Vorbild.

Ihr sollt eurem Vater im Himmel vertrauen wie ein Kind seinen Eltern vertraut.

Wenn ihr nicht auf Gott vertraut wie ein Kind, dann ist das Reich Gottes nichts für euch und ihr seid nicht dabei.“

Jesus spricht mit den Eltern und mit den Kindern.

Die Eltern bitten Jesus darum, dass er die Kinder segnet.

Jesus tut das gerne.

Jesus legt den Kindern die Hände auf den Kopf und die Kinder spüren:

„Du bist etwas besonderes.

Gott liebt dich so wie du bist!“

Die Jünger und Jüngerinnen haben sich diese Geschichte zum Glück gemerkt.

Ich könnte sie euch nämlich nicht erzählen, wenn sie die Geschichte vergessen hätten.

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Jesus lädt sich ein

Jesus hat sich ganz oft und gerne von anderen Menschen zum Essen einladen lassen.

In unserer Geschichte heute lädt sich Jesus sogar selber zum Essen ein.

Aber bevor ich euch die Geschichte erzählen kann, muss ich euch noch etwas erklären:

Wenn du im Supermarkt einkaufst, dann bekommst du an der Kasse immer so einen Zettel.

Da steht alles Mögliche drauf und normalerweise schmeißt man den weg.

Aber diesmal schauen wir ihn uns genauer an.

Auf dem Zettel steht nämlich nicht nur drauf, was man gekauft hat und wie viel man gezahlt hat.

Auf dem Zettel steht auch drauf, dass man Steuern gezahlt hat, und sogar ganz genau, wie viel Steuern man gezahlt hat.

Ich habe den Betrag auf dem Zettel grün markiert: 76 Cent sind es.

Steuern sind also Geld, das man bezahlen muss.

Das Geld bekommt nicht der Supermarkt, sondern der Staat.

Damit werden Schulen, Straßen und Vieles mehr bezahlt.

Natürlich gibt es immer wieder Diskussionen, ob die Steuern nicht zu hoch wären und der Staat das Geld richtig ausgibt, aber das ist ein anderes Thema.

Ich wollte dir nur erklären, was Steuern sind, und dass du auch schon Steuern gezahlt hast.

Auch zur Zeit Jesu gab es schon Steuern.

Damals wurden die Steuern nicht automatisch eingezogen wie heute.

Es gab Leute, deren Beruf es war, die Steuern einzutreiben.

Diese Leute nannte man Zöllner.

Die Steuern bekamen damals die Römer und der Kaiser in Rom, denn das Land, in dem Jesus lebte, gehörte zum römischen Weltreich.

Weil die Menschen in Israel die Römer nicht mochten, mochten sie die Zöllner auch nicht.

Es gab aber noch einen weiteren Grund, warum die Menschen die Zöllner nicht mochten.

Die Zöllner nutzen es aus, dass sie von den Leuten die Steuern eintreiben durften.

Sie verlangten oft das Doppelte von dem, was die Leute eigentlich an Steuern zahlen mussten.

Das Geld, das sie zu viel verlangten, steckten sie in die eigene Tasche.

Das ist Betrug, nicht wahr?

Die Menschen konnten sich nicht dagegen wehren.

Deswegen mochten sie die Zöllner nicht und sie hatten allen Grund dazu.

In Jericho lebt so ein Zöllner mit Namen Zachäus.

Zachäus ist zwar von der Körpergröße kleiner als andere Leute, dafür ist er im Betrügen ganz groß und sehr reich.

Und natürlich mag ihn niemand in Jericho.

Kein Wunder.

Es ist Frühling und Jesus und seine Jünger und Jüngerinnen sind auf dem Weg nach Jerusalem.

Dort, in Jerusalem, findet nämlich ein großes Fest statt.

Wenn man vom See Gennesaret nach Jerusalem geht, dann kommt man auch durch Jericho.

In Jericho wollen viele Menschen Jesus sehen oder mit ihm sprechen.

Wie du siehst, ist von Jesus fast nichts zu sehen bei diesem Gedränge.

Zachäus will Jesus auch sehen.

Aber er hat keine Chance.

Er ist zu klein dafür und natürlich lässt ihn keiner vor, dafür ist er zu unbeliebt.

Zachäus hat eine Idee.

Er läuft voraus und klettert auf einen Maulbeerfeigenbaum.

Zachäus weiß: Jesus wird auf seinem Weg hier vorbei kommen.

Oben vom Baum aus kann er Jesus sehen.

Der Plan funktioniert.

Vom Baum aus hat Zachäus eine wunderschöne Aussicht auf Jesus, der jetzt an dem Baum vorbei kommt.

Aber dann …

Jesus schaut hinauf und sieht Zachäus im Baum sitzen.

Jetzt schauen alle Menschen zu Zachäus hinauf.

„Das ist ja Zachäus, der Zöllner!“ rufen die Leute.

„Was sagst du zu diesem Betrüger, Jesus?“

Was wollen die Menschen in Jericho, dass Jesus zu Zachäus sagt?

Aber ist es auch das, was Jesus sagen wird?

Jesus sagt:

„Zachäus, steig schnell vom Baum herunter.

Ich will heute bei dir in deinem Haus zu Gast sein.“

Zachäus steigt schnell vom Baum herunter.

Zachäus lädt Jesus und seine Jünger und Jüngerinnen voller Freude in sein Haus ein.

Die Menschen in Jericho sind empört:

„Jesus hat sich bei diesem Betrüger eingeladen.“

Die Menschen sagen:

„Zachäus ist ein schlechter Mensch.

Wenn Jesus Zachäus besucht, dann ist Jesus auch ein schlechter Mensch.“

Zachäus ist glücklich, Jesus und seine Jünger und Jüngerinnen als Gäste in seinem Haus zu bewirten.

Schon lange ist niemand mehr so freundlich zu ihm gewesen wie Jesus.

Dabei weiß Jesus, dass Zachäus ein Zöllner und ein Betrüger ist!

Zachäus will kein Betrüger mehr sein.

Er sagt: „Jesus, ich bin ein Zöllner und habe Menschen betrogen.

Aber ab heute wird das anders sein.

Ich gebe die Hälfte meines Vermögens den Armen.

Den Menschen, die ich betrogen habe, gebe ich das Vierfache von dem zurück, was ich verlangt habe!“

„Heute ist dir und deinem Haus das Heil geschenkt worden, weil Gott alle Menschen liebt.

Dafür bin ich da,“ sagt Jesus.

Jesus sagt: „Gott ist wie ein Vater. Er liebt alle Menschen.“

Das klingt ganz einfach, oder?

Aber Gott liebt auch die Menschen, die schlimme Sachen machen.

Das ist die Botschaft von Jesus und das ist manchmal ganz schön schwer zu akzeptieren.