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Und hier der Überblick

Über diesen Link kommst du zu einem Padlet, dass einen Überblick über die Padlets aller Jahrgangsstufen gibt.

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2. Klasse

Darum folgen wir Jesus! – die Jünger und Jüngerinnen Jesu stellen sich vor

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wird bis zum 24.1. fertiggestellt

Das Flugzeug braucht normalerweise 3 Stunden und 30 Minuten (Aber momentan kann man da wegen Corona nicht direkt hin und und muss mindestens einmal umsteigen. Deshalb dauert es zurzeit länger …).

Heute war ich mal wieder in Google Maps und habe eine Landkarte ausgedruckt. Wenn man vom Flughafen München nach Israel fliegen will, dann sind das nicht ganz 3000 Kilometer und der Flughafen, auf dem wir landen liegt in Tel Aviv.

Man fliegt über Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina (aber nur ganz kurz), Serbien, Kosovo und Griechenland. Dann ist man über dem Mittelmeer. Anschließend fliegt man über die Türkei, dann noch einmal über das östliche Mittelmeer und schon ist man in Tel Aviv in Israel gelandet.

Tel Aviv, Foto: Pixabay

Am Flughafen merkt man schon beim Aussteigen: Hier ist es viel wärmer als in Deutschland! Hier gibt es Palmen! Aber wo kommen die ganzen Hochhäuser her?

Israel ist ein modernes Land genauso wie Deutschland. Du bist immer noch im 21. Jahrhundert. Vor 2000 Jahren, zurzeit Jesu, sah es natürlich etwas anders in Israel aus.

Auf alle Fälle gab es damals noch keine Hochhäuser. Bei uns natürlich auch nicht, das nur der Vollständigkeit wegen.

Komm, wir reisen jetzt noch 2000 Jahre in die Vergangenheit in die Zeit Jesu! Wir machen eine Zeitreise!

Auf dieser Landkarte sind die Hochhäuser verschwunden. Tel Aviv gibt es noch gar nicht (und auch noch keinen Flughafen), nur eine kleine Stadt namens Joppe liegt da, wo heute Tel Aviv ist.

See Gennesaret, Foto: Pixabay

Komm schnell mit mir mit in den Norden zum See Gennesaret! Dort finden wir Jesus.

Er hat die Wüste verlassen und ist jetzt in Kafarnaum, einer kleinen Stadt am See Gennesaret.

Jesus und seine Jünger

Dort verkündet er den Menschen die frohe Botschaft:

Das Gute ist stärker als das Böse, das Leben ist stärker als der Tod, Gott wird alles gut machen. Das Reich Gottes hat schon begonnen.

Aber wer sind die ganzen Menschen um Jesus herum? Das sind seine Jünger und Jüngerinnen. Einige von ihnen möchte ich dir gerne vorstellen.

Andreas

Das ist Andreas. Von Beruf her ist er ein Fischer. Er gehörte zu den ersten Jüngern Jesu. Andreas glaubt: Jesus ist der Retter, den Gott uns gesandt hat. Diese Botschaft sagt er gerne weiter.

Simon Petrus

Das hier ist Simon Petrus. Er ist übrigens der Bruder von Andreas und ebenfalls Fischer. Petrus ist so etwas wie der Chef unter den Jüngern. Er ist felsenfest davon überzeugt, dass Jesus immer Recht hat. Deswegen hat ihm Jesus den Spitznamen „Petrus“ gegeben. Petrus heißt „Felsen“ auf Deutsch. Petrus sagt: Jesus kann sich immer auf mich verlassen!

Johannes

Das ist Johannes. Auch er ist ein Fischer am See Gennesaret und gehörte mit Andreas zu den ersten, die Jesus nachfolgten. Johannes sagt: Jesus macht, dass Blinde wieder sehen können. Seit ich Jesus kenne, sehe auch ich die Welt mit neuen Augen. Jesus ist das Licht der Welt.

Jakob

Das ist Jakob. Er ist der Bruder des Johannes und auch ein Fischer. Jesus schätzte Jakob sehr. Bei ganz besonderen Gelegenheiten ließ Jesus alle anderen Jünger und Jüngerinnen zurück und nahm nur Petrus, Johannes und eben Jakob mit. Übrigens: Jesus nannte Jakob und Johannes „Donnersöhne“. Vielleicht waren die beiden besondere Hitzköpfe?

Thomas

Das ist Thomas. Was er von Beruf war, das wissen wir leider nicht, aber sein Name bedeutet „Zwilling“. Das ist eigentlich seltsam, denn es gibt nur einen Thomas … Er ist ein Jünger, der gerne nachfragt. Und er ist ganz bestimmt keiner, der alles leichtfertig glaubt, was ihm andere erzählen. Thomas glaubt nur das, was Jesus sagt.

Philipp

Das ist Philipp. Er fällt mit seinem Namen ein bisschen aus der Reihe. Philipp hat nämlich einen griechischen Namen und er bedeutet „Freund der Pferde“. Philipp hat viele Freunde und die Menschen mögen ihn. Manchmal versteht Philipp nicht alles, was Jesus sagt. Dann fragt er nach und Jesus erklärt es gerne noch einmal (Vielleicht sind die anderen froh, dass Philipp nachfragt. Dann müssen sie nicht zugeben, dass sie nicht alles verstanden haben).

Levi

Das ist Levi. Früher haben ihn alle gehasst. Er war ein Zöllner und hat für die Römer die Steuern eingetrieben. Dabei hat er seine Mitmenschen betrogen und Geld in seine eigene Tasche gesteckt. Dann kam Jesus und sagte ihm: Folge mir als mein Jünger nach! Mit Jesus hat Levi ein neues Leben angefangen. Jetzt weiß er, dass Jesus zu seiner Botschaft steht: Gott liebt alle Menschen.

Maria Magdalena

Das ist Maria Magdalena. Magdalena bedeutet „Frau aus Magdala“. Maria war krank, aber Jesus hat sie geheilt. Maria sagt: Jesus ist das Heil der Welt! Wenn Petrus der Chef der Jünger ist, dann, so kann man sagen, ist Maria Magdalena die Chefin unter den Jüngerinnen. Maria hilft mit, dass Jesus und seine Jünger und Jüngerinnen was zum Essen und ein Dach über dem Kopf haben, wenn sie unterwegs sind. Auf ihre Treue kann Jesus sich verlassen.

Alle Jünger und Jüngerinnen

Jesus hatte mehr als nur 12 Jünger und ich kann sie dir nicht alle vorstellen. Von manchen kennen wir nur die Namen, mehr wissen wir nicht. Doch einen muss ich dir noch erwähnen.

Judas

Das ist Judas. Er kommt aus Kariot, aus dem Süden des Landes Israel. Die Geschichten von Jesus verraten uns nur eines, nämlich, dass Judas ein Jünger Jesu war und dass er am Ende eine wichtige Rolle spielte, als Jesus verhaftet und zum Tod verurteilt wurde. Warum er das getan hat, das lässt sich nicht mehr mit Sicherheit sagen.

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3. Klasse

Schlimmer kann es doch nicht werden, oder?

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Wie schätzt du die Sache ein?

Werden die Israeliten Mose glauben, dass Gott zu ihm gesprochen hat?

Werden sie glauben, dass Gott sie befreien will?

Und was ist mit dem Pharao: Wird er die Israeliten freilassen?

Schauen wir mal, wie es weitergeht.

Beratung bei den Hebräern

Mose, Zippora und Aaron sind in Ägypten angekommen.

Unsere Geschichte beginnt heute gleich mitten in einer Versammlung der Israeliten.

Das schaut gar nicht harmonisch aus.

Hören wir mal rein.

„“Der Pharao wird uns niemals gehen lassen,“ sagt Elizur.

„Und was soll das sein – ein sprechender Was-auch-immer-Busch?“ ruft Ahira dazwischen.

„Mose ist kein Hebräer, er ist im Palast aufgewachsen, was weiß der schon von Sklaverei?“ fragt Chaja.

„Muss man Sklave sein, damit man gegen Sklaverei ist?“ fragt Aaron.

„Leute, unser Gott will uns befreien, aber ihr wollt gar nicht frei sein?

Macht es euch Spaß unterdrückt zu werden?“

Yael fragt Mose:

„Gott hat dir seinen Namen offenbart?

Ich wusste gar nicht, dass Gott einen Namen hat.“

„Gott sprach zu mir: Ich bin der ICH-BIN-FÜR-EUCH!“ sagt Mose.

„Bedeutet das, unser Gott ist für uns da, immer und überall?“ fragt Hanna.

„Wir müssen Gott vertrauen.

Er hat unser Elend gesehen und unsere Klage gehört,“ sagt Mirijam.

Josua und Kaleb stellen sich auf die Seite von Mose:

„Wir wollen, dass Mose zum Pharao geht.

Sollen wir Kinder wirklich weiterhin als Sklaven leben?“

Die Erwachsenen geben nach:

„Einen Versuch ist es wert,“ sagt Ahira.

„Dann ist ja alles geklärt,“ meint Aaron. „Morgen gehen Mose und ich zum Pharao.“

Die Audienz beim Pharao

Der Sohn des Pharaos, mit dem Mose aufgewachsen ist, ist jetzt selbst Pharao. Zu ihm müssen Mose und Aaron gehen.

Aaron sagt: „Erhabener Pharao, wir sind hier, nicht nur im Auftrag des hebräischen Volkes, sondern auch im Auftrag unseres Gottes. Er hat eine Botschaft für dich.“

Mose sagt: „Unser Gott, der sich ICH-BIN-FÜR-EUCH nennt, hat uns zu dir gesandt.“

Aaron sagt: „Seine Botschaft lautet: Lass mein Volk frei.“

Es ist nicht der gleiche Pharao wie in der Josephsgeschichte, sondern nur der gleiche Darsteller, der sehr, sehr gerne die Rolle eines Pharaos spielt. Lasst euch deshalb nicht verwirren!

Die Ägypter lachen.

„Was ist das für ein Gott, der sich „Ich bin für euch“ nennt?

Hat irgendjemand schon einmal von diesem Gott gehört?“

fragt Tachat, die Ehefrau des Pharao.

Der Pharao fragt: „Wer ist dieser Gott, dass ich auf ihn hören sollte?“

Aaron sagt: „Er ist der Gott unserer Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.“

Der Pharao sagt:

„Dann ist er ein Gott von Sklaven.

Er hat mir, dem Liebling der ägyptischen Götter, nichts zu befehlen.

Offensichtlich haben die Hebräer zu viel Zeit.

Wachen!

Geht zu den Aufsehern über die hebräischen Sklaven und richtet ihnen aus:

Die Hebräer müssen genauso viel Lehmziegel herstellen wie bisher.

Das Stroh aber, das sie dafür brauchen, wird ihnen nicht mehr geliefert, das müssen sie sich selbst beschaffen!“

Und so geschah es.

Der Pharao ließ die Hebräer noch härter arbeiten.

Lehmziegel sind zerbrechlich. Deshalb wird unter den Lehm Stroh gemischt, das ganz klein geschnitten ist. Das ist heute noch so, wenn Häuser mit Lehmziegeln gebaut werden.

Sie mussten die gleiche Menge Lehmziegel herstellen wie bisher.

Das Stroh dafür aber mussten sie selbst auf den Feldern Ägyptens sammeln.

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3. Klasse

Ein unbequemer Gott

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Habt ihr auch Aufgaben, die unbequem sind?

Und verwendet ihr auch manchmal Ausreden, warum ihr diese Aufgaben wirklich nicht machen könnt?

Dann, so vermute ich, werdet ihr volles Verständnis für Mose haben.

Denn: Es kommt irgendetwas Unbequemes auf Mose zu. Dabei hat er es doch gerade so schön!

Wo genau dieser Horeb liegen soll, das weiß eigentlich niemand. Heute sagt man, es wäre der Berg Sinai in einer Wüste, die auch Sinai heißt; Fotoquelle: Pixabay

Mose genießt das ruhige Leben in Jitros großer Familie.

Oft ist er tagelang allein in der Wüste mit den Schafe – und Ziegenherden seines Schwiegervaters unterwegs.

So kommt er eines Tages zum Gottesberg Horeb.

Dort ruht er sich im Schatten eines Felsen aus.

„Wie schön das Leben sein kann!

Ich bin glücklich und zufrieden!

Nach Ägypten gehe ich nie wieder zurück,“ denkt Mose.

Mose sieht in der Nähe einen Dornbusch, der brennt

„Kein Wunder, bei der Hitze,“ denkt er, „So etwas sieht man gelegentlich.“

Wenig später schaut Mose noch einmal in die Richtung, wo der Dornbusch steht.

Und was sieht er?

Der Dornbusch brennt immer noch.

„Der müsste eigentlich schon längst abgebrannt sein,“ denkt Mose, „ich will mir das mal aus der Nähe anschauen.“

Mose steht auf und geht zu dem brennenden Dornbusch.

Da hört er eine Stimme, die ihn anspricht: „Mose!“

„Hier bin ich,“ antwortet Mose.

„Zieh deine Schuhe aus denn der Ort, wo du stehst, ist heilig!“ sagt die Stimme

Verwundert zieht Mose seine Schuhe aus.

Dann fragt er: „Wer bist du?“

„Ich bin der Gott deiner Väter Abraham, Isaak und Jakob.

Ich habe das Klagen meines Volkes in Ägypten gehört und sein Elend gesehen.

Ich bin herabgekommen, um sie aus Ägypten zu befreien und in das Land zu führen, das ich ihnen geben will.“

Gott spricht zu Mose aus diesem Dornbusch, der brennt, aber nicht verbrennt!

Leider zu einem komplett ungünstigen Zeitpunkt.

Mose hatte doch mit dieser ganzen Sache in Ägypten abgeschlossen.

„Wer bin ich, dass ich das Volk aus Ägypten herausführen könnte?“ fragt Mose.

Ein Bild von der Probe. Da behielt der Darsteller des Mose die Socken an, der Boden ist nämlich sehr kalt.

„Ich bin mit dir und ich sende dich,“ sagt Gott.

Mose ist überhaupt nicht davon überzeugt, dass er der Richtige für diese Aufgabe ist:

„Gut, ich gehe also zu den Israeliten und sage ihnen:

Der Gott eurer Väter hat mich gesandt, ich soll euch aus Ägypten herausführen.

Dann werden sie mich fragen:

Wie heißt dieser Gott?“ entgegnet Mose.

Ganz unten steht auf diesem Windlicht vom Kibiwe 2019 der Gottesname

Da antwortete Gott:

„Ich bin der ICH-BIN-FÜR-EUCH.

Das ist mein Name für alle Zeit: ICH-BIN-FÜR-EUCH!

Wenn die Israeliten auf dich hören, dann geh zum Pharao und sage ihm:

Lass mein Volk frei!“

Mose startet einen neuen Versuch:

„Herr, ich bin keiner, der gut reden kann.

Das konnte ich nie von Kindheit an!“

„Wer hat den Menschen die Sprache gegeben, wenn nicht ich, der ICH-BIN-FÜR-EUCH?“ fragt Gott.

Mose versucht es mit Bitten:

„Herr, bitte, schick doch einen anderen!“

Kann die Stimme Gottes genervt klingen?

Ich weiß es nicht, aber Gott antwortet:

„Hast du nicht einen Bruder Aaron?

Er ist bereits auf dem Weg zu dir.

Du wirst ihm sagen, was er zum Volk zu reden hat.

Und nimm deinen Stab mit, du wirst ihn brauchen!“

Als Mose mit seinen Herden zu den Zelten seines Schwiegervaters zurückkehrt, ist tatsächlich sein Bruder Aaron schon da.

Aaron ist ein guter Erzähler.

Seba, Jitro und Zippora hören ihm gerne zu.

Jitro und Zippora merken sofort, dass mit Mose irgendetwas nicht stimmt.

„Warum bist du schon so früh zurück?“ fragt Jitro.

Mose schaut Aaron an:

„Der Gott unserer Väter Abraham, Isaak und Jakob hat zu mir gesprochen.

Er hat gesagt:

Geh! Du sollst mein Volk aus Ägypten herausführen.

Und du, Aaron, sollst für mich zum Volk und zum Pharao sprechen.“

So machen sich Mose, Zippora und Aaron auf den Weg nach Ägypten.

Du weißt ja, dass wir von Gott nur in Bildern sprechen können.

Ein Dornbusch, der brennt, aber nicht verbrennt, das ist schon ein seltsames Bild für Gott, oder?

Dornen und Feuer sind unbequem: Man sollte sie nicht anfassen und Abstand halten.

Etwas, das brennt, aber nicht verbrennt, das brennt für immer und ewig.

Gott hat eine unbequeme Aufgabe für Mose und er lässt seine Ausreden nicht gelten.

Kibiwe 2019

Aber eine gute Sache hatte es doch, dass Mose mit Gott dort am Horeb rumdiskutiert hat.

Gott nannte ihm seinen Namen: ICH-BIN-FÜR-EUCH.

Das klingt in meinen Ohren nach einer echt guten Botschaft.

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4. Klasse

Den Himmel gibt es gratis!

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Eine Neue im Kloster (1509)

Bevor ich euch weiter die Geschichte von Martin Luther erzähle, möchte ich mit euch einen kleinen Abstecher ins Kloster Nimbschen machen, das natürlich auch im Kurfürstentum Sachsen gelegen ist.

Dort gibt es nämlich eine neue Schwester. Mutter Magdalena, die Leiterin des Klosters, stellt sie vor: „Das ist unsere neue Schwester Katharina von Bora. Ihre Eltern haben sie zu uns ins Kloster geschickt. Sie soll hier ein frommes Leben führen und so für sich und ihre Familie Verdienste bei Gott erwerben.“

Das kommt uns doch bekannt vor, oder? Wieder bestimmen die Eltern, was aus der Tochter werden soll, so wie bei Martin Luther der Vater bestimmte, dass Martin Jura studiert.

So war das damals. Die Eltern bestimmten, welchen Beruf man ergriff, ob man ins Kloster ging oder nicht, sogar, wen man heiraten durfte!

Die Schwestern im Kloster sticken, lesen fromme Bücher und beten viel. Katharina erfährt von ihren Mitschwestern: „Brave und schweigsame Mädchen kommen in den Himmel!“

Das klingt doch logisch, oder?

Aber ist es auch wahr?

Ein überraschendes Geschenk (1511)

Bruder Maximilian und Bruder Leonhard

Auch in Erfurt im Augustinereremitenkloster sind nicht alle Mönche freiwillig im Kloster, zum Beispiel diese beiden hier: Bruder Maximilian und Bruder Leonhard sind im ganzen Kloster dafür bekannt, dass sie es mit den strengen Regeln nicht so genau nehmen.

Im Hintergrund an der Wand ein sehr beliebtes Motiv im Mittelalter: Das Jüngste Gericht

Hier unterhalten sie sich gerade über den alten Mitbruder Augustinus, der gestern beim Abendgebet eingeschlafen war und dem eine Spinne in seinen offenen Mund gekrabbelt ist. Sehr lustig!

Ihr Vorgesetzter, Vater Johannes, hat die beiden erwischt und verdonnert sie zum Toilettenputzen. „Nehmt euch an Beispiel an Bruder Martin, der hält sich immer streng an die Regeln!“, donnert Vater Johannes. Leonhard entgegnet: „Bruder Martin? Was der tut, das ist doch unmenschlich!“ Maximilian zieht Leonhard schnell weg, bevor es noch mehr Ärger gibt.

Apropos Bruder Martin: Was ist mit dem eigentlich? Ach, der ist ja auch auf dem Bild! Was macht der denn?

O nein! Obwohl Martin Luther ein vorbildlicher Mönch ist, sein Vorgesetzter hat es ja gerade gesagt, hat er immer noch Angst vor Gott.

Vater Johannes sagt: „Ich mache mir Sorgen um dich, Bruder Martin. Seit sechs Jahren bist du nun bei uns im Kloster. Du wurdest zum Priester geweiht und hast Theologie studiert. Keiner befolgt die Regeln des Klosters so streng wie du!“

Aber Martin schüttelt den Kopf: „Gott ist vollkommen und gerecht. Ich bin ein schlechter Mensch und ein unwürdiger Mönch!“

Vater Johannes sagt weiter: „In Wittenberg hat unser Kurfürst, Friedrich der Weise, eine neue Universität gegründet. Ich schicke dich dorthin, du sollst als Professor dort den Studenten die Bibel erklären.“

Und Vater Johannes gibt Martin Luther eine Bibel: „Nimm und lies, sie gehört dir. Bibeln sind nicht billig, für den Preis bekommt man zwei Ochsen …“

„… oder ein kleines Haus. Schon einmal habe ich so ein teures Buch besessen. Ich habe es verkauft, um meinen Freunden in Erfurt ein Abschiedsfest zu geben, bevor ich ins Kloster gehe. Ob die Bibel ihren Preis wert ist?“ fragt Martin.

Es gibt Menschen auf der Welt, die haben die ganze Bibel tatsächlich durchgelesen, aber ich glaube, es gibt nur einen einzigen Menschen auf der Welt, der die ganze Bibel jedes Jahr zweimal komplett durchlas.

Dieser Mann war Martin Luther.

Denn er erkannte beim Lesen der Bibel: Dieses Buch ist seinen Preis wert.

Luther erklärt die Bibel (Wintersemester 1515/1516)

Florian und Sigismund

Da sind zwei ja ganz fleißig und das auch noch um sieben Uhr morgens! Tja, so ist das an der Universität in Wittenberg, wo diese beiden, Florian und Sigismund, Theologie studieren. Unterricht an der Uni nennt man „Vorlesung“ und diese zwei sind in der Vorlesung „über den Brief des Apostels Paulus an die christliche Gemeinde in Rom“. Das klingt langweilig, ist es aber nicht, finden die Beiden, weil der Professor einen echt tollen Unterricht macht. Und wer ist der Professor?

Martin Luther! Der stellt den Studenten gerade so eine typische Lehrerfrage: „Wie kann man vor Gott Gnade finden und in den Himmel gelangen?“ „Gutes tun!“ antwortet Florian und Sigismund ergänzt: „Gott rechnet nach unserem Tod beim jüngsten Gericht mit uns ab!“

Natürlich waren da mehr Studenten in der Vorlesung, aber wir mussten das auf unserer kleinen bühne im Franziskussaal inszenieren

Luther gibt Florian die Bibel: „Lies mal nach, was Paulus an die christliche Gemeinde in Rom schreibt!“ Florian liest aus der Bibel vor: „Ira dei de coelo …“ „Jaja, das ist Latein, aber du kannst das doch übersetzen, oder?“ fragt Luther und Florian übersetzt: „Der Zorn Gottes wird vom Himmel her offenbart wider alle Ungerechtigkeit der Menschen. Die Menschen sind voller Schlechtigkeit, Habgier und Bosheit, Neid und Streit. Wer so handelt, verdient den Tod. Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.“ „Wir kommen alle in die Hölle“, fasst Sigismund zusammen und Florian hat keine Lust mehr weiterzulesen.

„Mir ging es genauso,“ tröstet ihn Luther, „Ich war beinahe versucht, Gott zu hassen. Aber dann habe ich weitergelesen.“

Also liest Florian: „Gratis per gratiam in Iesu Christo …“ „Hast du gerade `gratis‘ gesagt? Das heißt doch `kostenlos, umsonst‘!“ unterbricht ihn Sigismund. „Florian, übersetzen!“, mahnt Martin Luther.

„Ohne es verdient zu haben werden wir Menschen gerecht, dank der Gnade Gottes, durch die Erlösung in Jesus Christus. Gott macht den gerecht, der an Jesus glaubt. Der aus Glauben Gerechte wird leben,“ übersetzt Florian aus der Bibel.

„Ich glaube, ich habe es verstanden,“ sagt Sigismund. „Paulus will uns sagen: Wir müssen uns die Liebe Gottes und den Himmel nicht durch gute Taten verdienen. Gott schenkt uns den Himmel, gratis! Wir müssen nur an Jesus glauben!“

Luther ist begeistert: „Du hast verstanden, was uns die Bibel sagen will. Jesus ist für uns Sünder gestorben und hat uns erlöst. Wir müssen keine Angst vor Gott haben!“

Florian hat Bedenken: „Die Pfarrer sagen etwas anderes …“

… aber Luther sagt: „Lasst euch nicht in die Irre führen. Lest die Bibel. In ihr steht die Wahrheit: Jesus hat uns erlöst und Gott schenkt uns den Himmel. Die Bibel hat mein Leben verändert. Sie hat mich frei und glücklich gemacht.“

Die erste Seite der Mitschrift von Sigismund Reichenbach. Die große Schrift ist gedruckt und der Text des Römerbriefes aus der Bibel, außen rum hat Sigismund mit geschrieben, was Luther sagte. Foto aus wikipedia commons

Für alle, die es genau wissen wollen: Natürlich war alles viel komplizierter. Und mit viel mehr Latein. Die Vorlesung zum Beispiel, fand komplett auf Latein statt.

Aber hier ein kleines Detail am Rande: Einen Studenten mit dem Namen Sigismund Reichenbach gab es wirklich. Er besuchte die Vorlesung über den Römerbrief bei Martin Luther und schrieb fleißig mit. Seine Mitschrift dieser Vorlesung gehört heute zum Weltkulturerbe der Unesco.

Es würde mich freuen, wenn eines eurer Schulhefte in 500 Jahren auch zum Kulturerbe der Vereinten Galaxie gehören könnte.

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4. Klasse

Die Bibel – ein Buch mit sieben Siegeln?

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Kann man erkennen, was da auf dem Bild zu sehen ist?

Genau, es ist ein Klassensatz Grundschulbibeln.

Bibeln gibt es in vielen verschiedenen Ausgaben, hier eine Auswahl:

Die Bibel einmal ganz durchgelesen, das haben die wenigsten Leute.

Tatsächlich ist die Bibel ein sehr dickes Buch und viele finden es anstrengend, die Bibel ganz durchzulesen.

Zurzeit von Martin Luther haben die Leute auch nicht die Bibel gelesen.

Das hatte aber andere Gründe.

Findest du wenigstens das Wort „Jesus“?

Kannst du diesen Text verstehen?

Nein?

Aber so ging es den Menschen zurzeit Luthers:

Sie konnten die Bibel nicht verstehen, weil es die Bibel damals nur auf Latein gab.

(Es gab sie auch im hebräischen Original – AT – und im griechischen Original – NT -, aber das war jetzt auch nicht besser).

Lange Zeit schien das wohl niemand aufzufallen.

Das Meiste, was damals geschrieben wurde, das wurde auf Latein geschrieben, das Wenigste auf Deutsch.

Latein war die Sprache der Gelehrten und Gebildeten.

Es gab damals viele Menschen, die Latein schreiben und sogar fließend sprechen konnten!

Latein war die Sprache in der Kirche: Fast alles, was im Gottesdienst gesagt wurde, geschah auf Latein.

Aber die einfachen Leute verstanden weder das, was in der Bibel stand, noch das, was im Gottesdienst gesagt wurde.

Ein zweiter Grund, warum die meisten Menschen damals die Bibel nicht lesen konnten:

Sie konnten gar nicht lesen und schreiben.

So etwas wie eine allgemeine Schulpflicht gab es nämlich nicht.

Bücher waren sowieso lange Zeit etwas sehr Seltenes.

Alles wurde mit der Hand geschrieben, sogar Bücher.

Um eine Bibel abzuschreiben, brauchte ein Schreiber (das war im Mittelalter ein Beruf) ungefähr ein halbes Jahr.

Aber plötzlich gab es mehr Bücher und einen Grund, lesen und schreiben zu lernen …

… Johannes Gutenberg hatte 1450 die Druckerpresse erfunden und Bücher mussten nicht mehr mit der Hand abgeschrieben werden.

Plötzlich gab es viel mehr Bücher!

Trotzdem:

Bücher waren noch immer sehr teuer und meistenteils immer noch auf Latein.

Bild von Neufahrn

Stell dir vor, du hättest vor 500 Jahren in Neufahrn gelebt:

In der kleinen Dorfkirche gibt es gerade mal ein Buch, das man für den Gottesdienst braucht, und in dem einige wenige biblische Texte, natürlich auf Latein, zu finden sind.

Sonst gibt es kein einziges Buch in Neufahrn.

Auch der Dorfpfarrer kann gerade mal lesen und Buchstaben entziffern.

Latein kann er aber nicht und er versteht nicht, was er da liest.

Na so was! In der Mintrachinger Kirche findet man ein Bild des heiligen Hieronymus. Und was für ein Buch er in der Hand hält und schreibt das ist ja wohl klar, oder? Es ist die …

Dabei hatte er es so gut gemeint!

Schon einmal, über 1000 Jahre vor Luther, war Folgendes passiert:

Die Menschen im Westen des römischen Reiches verstanden kein Griechisch mehr.

Das Neue Testament war aber in Griechisch geschrieben und vom Alten Testament, das ja ursprünglich in Hebräisch verfasst wurde, gab es auch nur eine griechische Übersetzung!

… Vulgata, die Bibel ins Lateinische übersetzt für die einfachen Leute seiner Zeit.

Da handelte der heilige Hieronymus entschlossen:

In Betlehem, am Geburtsort Jesu, übersetzte Hieronymus die Bibel in ein einfaches Latein, wie es in den Straßen Roms und Italiens gesprochen wurde.

Er nannte sein Werk „Vulgata“: Volksbibel.

So konnten die Menschen damals das Wort Gottes lesen und verstehen.

1000 Jahre vergingen und die schöne Bibelübersetzung des Hieronymus aus dem Griechischen in das Lateinische verstanden nur noch die Gelehrten.

Wer würde es sich zutrauen, die Bibel neu zu übersetzen, in die Sprache der Menschen auf der Straße?

Die Zeit war reif …

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1. Klasse

Was ist dieser Jesus für ein Mensch?

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Fahrräder …

Wir Leute in Neufahrn haben alle möglichen Sachen, um in die Schule oder in die Arbeit zu kommen: Roller, Fahrräder, Motorräder, Autos …

… aber niemand fährt dafür mit dem Boot.

Das liegt, das weiß jedes Kind, daran, dass uns so was fehlt:

Bild von dozemode auf Pixabay

Wenn wir Bootfahren, dann im Urlaub oder im Sommer zum Spaß auf dem Mühlsee.

Wir sind Landratten.

Jesus in Nazaret. Weit und breit kein See oder Fluss.

Jesus war auch eine Landratte.

Dort, wo er aufgewachsen ist, in Nazaret, gibt es auch keinen See oder Fluss in der Nähe.

Aber Jesus hat coole Freunde.

Die wohnen am See Gennesaret und haben ein Boot, sogar ein richtig großes Segelboot.

Die sind ja Fischer und im Gegensatz zu Jesus wissen sie auch, wie diese ganzen Segel heißen, wie man so ein Boot steuert und so weiter, und so weiter …

Jesus liebt Bootfahren.

Uns so bittet er eines Tages seine Jünger: „Lasst uns über den See fahren!“

Die Jünger sagen: „Natürlich, Jesus, für dich machen wir gerne das Boot startklar!“

Und schon geht es los.

Jesus und die Jünger steigen ein, das Boot legt ab und die Jünger setzen die Segel.

Das Boot gleitet auf den See hinaus.

Auf dem See ist es wunderbar ruhig. Die Jünger steuern das Boot und Jesus …

Jesus liegt ganz vorne und schläft

… hat es sich hinten im Boot auf einem Kissen bequem gemacht und schläft.

„Psst!“ sagen die Jünger zueinander. „Seid ganz leise! Jesus schläft!“

Wovor hast du Angst?

Vor der Dunkelheit? Vor Tieren? Vor Krankheiten? Vor Alpträumen?

Ich weiß, das ist eine sehr persönliche Frage.

Alle Menschen haben Angst. Manche haben sogar Angst davor, zuzugeben, dass sie Angst haben.

Weißt du wovor die Jünger, die Fischer waren und jede Nacht auf dem See waren, am meisten Angst hatten?

Ich sage es dir: Vor einem Sturm.

Wenn ein Sturm kommt, dann können die Jünger das Boot nicht mehr kontrollieren.

Dann bestimmt der Sturm, wohin das Boot fährt.

Der Sturm fährt ins Wasser und plötzlich ist der See nicht mehr ruhig und glatt.

Riesige Wellen, größer als das Boot, türmen sich auf.

Der Sturm wirft das Boot hin und her und die riesigen Wellen schlagen in das Boot hinein.

Und das ist passiert.

Plötzlich ist ein gewaltiger Sturm gekommen.

Das Boot wird hoch gehoben und wieder runtergedrückt, und im Boot sammelt sich eine gefährliche Menge an Wasser.

Die Jünger sind gegen diesen Sturm machtlos. Sie haben Todesangst.

Und Jesus …

… liegt hinten im Boot und schläft.

Die Jünger wecken ihn: „Jesus, siehst du nicht, dass wir ertrinken?“

Jesus fragt: „Warum habt ihr solche Angst? Ich bin doch bei euch!“

Bug ist bei einem Boot vorne und Heck ist bei einem Boot hinten.

Jesus steht auf und geht an den Bug des Bootes.

Er ruft: „Sturm, sei still!“

Und sofort tritt Stille ein.

Die Jünger fragen sich gegenseitig: „Was ist dieser Jesus für ein Mensch, dass ihm der Sturm und die Wellen gehorchen?“

Hat dieser Jesus etwa Superkräfte? Kann er zaubern?

Nein, das ist nicht die richtige Antwort.

Eine Schülerin in der 1. Klasse hat diese Frage mal so beantwortet: „Jesus kann heilen und er kann den Sturm beruhigen, weil Gott ihm hilft.“

Das ist die richtige Antwort.

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4. Klasse

Was fürchtest du am meisten auf dieser Welt?

Die Bilder stammen vom Kibiwe 2016 und wurden von Gabi Neubauer aufgenommen.

Vielen Dank!

Ein Fest im Hause Luther

(Sommer 1505)

Margarete, die Mutter von Martin Luther

In dem kleinen Städtchen Mansfeld im Kurfürstentum Sachsen deckt Frau Margarete Luther den Tisch in der guten Stube.

Es gibt ein großes Fest zu feiern!

Johann, der Vater von Martin Luther

Auch Johann Luther ist stolz und glücklich.

Er hat sich von einem einfachen und armen Bauernjungen mit viel Fleiß und Sparsamkeit hochgearbeitet.

Heute besitzt er vier Kupferminen und ist ein angesehener Bürger in der Stadt Mansfeld.

Der Vater, Martin Luther und sein Bruder Hans

Seine Söhne sollen es einmal besser haben:

Sein Sohn Hans wird eines Tages seinen Platz einnehmen.

Für seinen Sohn Martin hat er andere Pläne:

Den hat er schon als kleinen Jungen auf die Lateinschule in Mansfeld geschickt, damit er dort eben Latein lernt, die Sprache der Gelehrten, dann auf die Schulen nach Magdeburg und Eisenach und zu guter Letzt auf die Universität nach Erfurt.

Jetzt kommen die Nachbarn.

Der Vater hat sie eingeladen, damit sie sehen, wie weit er es gebracht hat.

Bitte nicht wundern, dass auf den Bildern der Vater mal eine Brille trägt und mal nicht, die Mutter ein dunkelgrünes Gewand und dann ein hellgrünes: Die Fotos stammen wie immer von verschiedenen Proben und Vorstellungen.

Der Vater hält eine Rede:

„Heute ist ein großer Tag für unsere Familie, denn Martin, mein lieber Sohn, hat vor wenigen Wochen die Prüfungen an der Universität in Erfurt mit allen Ehren bestanden und darf sich jetzt Magister Artium nennen.“

Peter, der Sohn der Nachbarn, fragt: „Was ist das?“ und Hans erklärt es ihm:

„Das ist ein gelehrter Mann, der fließend Latein spricht, in der Redekunst, der Mathematik und der Philosophie bewandert ist und den Lauf der Sterne kennt.“

Links die Nachbarn, Familie Bergmann

„Da werden sich die Mädchen in Mansfeld wohl nach Eurem Martin umschauen,“ sagt der Nachbar.

Aber der Vater antwortet:

„Unser kleines Mansfeld ist für meinen Martin nicht mehr gut genug.

Es ist mein Wunsch und Wille, dass er in Erfurt Jura studiert und eines Tages Berater unseres Kurfürsten wird und so unserer Familie und natürlich auch unserem Städtchen Mansfeld zu Einfluss und Reichtum verhilft.“

Der Vater hat ein Geschenk für Martin: Es ist ein Buch, dass Martin für sein Studium brauchen wird.

Das Buch war nicht billig: Es ist so wertvoll wie zwei Ochsen oder ein kleines Haus.

„Wie kann ein Buch so teuer sein?“ fragt Hans.

Martin erklärt: „Früher waren Bücher noch unbezahlbar teuer, denn man musste sie mit der Hand schreiben.

Seit 50 Jahren gibt es den Buchdruck und Bücher werden gedruckt, aber sie sind immer noch sehr wertvoll.

Ich danke Euch, Vater.“

Der Vater sagt: „Lasst uns die Becher erheben auf eine glänzende Zukunft für dich, Martin, unsere Familie und auch unser kleines Mansfeld!“

Auf dem Weg von Mansfeld nach Erfurt

(2. Juli 1505)

Peter, Martin Luther und sein Bruder Hans

Martin macht sich auf den Weg zurück nach Erfurt.

Peter und Hans verabschieden ihn.

Hans fragt Martin: „Warum bist du so griesgrämig? Das ist mir schon beim Fest aufgefallen!“

Martin antwortet: „Hast du keine Angst, Angst vor dem Tod?

Ich habe Angst davor, nach dem Tod vor Jesus Christus zu stehen, der ein strenger Richter ist.

Er wird mich wegen meiner Sünden verdammen. Ich habe Angst in die Hölle zu kommen.“

In der Mitte sieht man Jesus als Richter. Links (von Jesus aus gesehen rechts) stehen die Leute, die in den Himmel kommen, rechts (von Jesus aus gesehen links) die Leute, die in die Hölle kommen. So stellten sich Martin Luther und viele Menschen zu seiner Zeit Jesus vor. Ich hoffe, du stellst dir Jesus nicht so vor! Bild aus wikipedia

(Vielleicht wunderst du dich, dass Martin vor Jesus, der Hölle und natürlich auch Gott so viel Angst hatte, aber alle Menschen lebten damals mit dieser Angst.

Die Pfarrer erzählten den Menschen in ihren Predigten viel über die Hölle, die Bischöfe taten es und der Papst auch.

Die Pfarrer, die Bischöfe und der Papst glaubten das auch selbst, das darf man nicht vergessen.)

„Ich bete jeden Tag und mache jedes Jahr zu Fuß eine Wallfahrt,“ entgegnet Hans.

„Und ich habe ein heiliges Amulett mit einem Haar der heiligen Anna,“ erwidert Peter.

„Gott ist streng, unbestechlich und gerecht,“ sagt Martin.

„Eines Tages werde ich vor unserem Herrn Jesus Christus stehen und er wird Rechenschaft von mir fordern. Davor fürchte ich mich mehr als vor allem anderen auf der Welt.“

Dann macht Martin sich auf den Weg.

Er geht wie immer zu Fuß (von Mansfeld nach Erfurt sind es übrigens über 80 Kilometer), da gerät er in ein Gewitter.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Ein Blitz schlägt direkt neben ihm ein.

Martin hat Todesangst und er ruft:

„Ich will mein Leben ändern und es Gott weihen! Heilige Anna, ich will ein Mönch werden!“

Martin Luther trat in das Augustinereremiten-Kloster in Erfurt ein. „Augustinereremit“ ist ein tolles Wort, aber du musst es dir nicht merken.

Und so geschah es.

Martin brach sein Studium ab und trat in ein strenges Kloster in Erfurt ein.

Dort wurde er Mönch.

Sein Leben bestand jetzt aus Schweigen, Arbeiten, Fasten und Beten.

Aber Martin dachte sich: „Wenn ich mich an die strengen Regeln im Kloster halte, dann brauche ich keine Angst mehr vor Gott zu haben.“

Sein strenger Vater war nicht einverstanden damit, das kannst du dir denken.

Aber Martin fürchtete sich vor Gott mehr als vor seinem Vater.

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4. Klasse

Katholisch, evangelisch, orthodox – hat Jesus etwa mehrere Kirchen gegründet?

In Neufahrn gibt es verschiedene Kirchen.

Das ist die älteste Kirche in Neufahrn, die alte Kirche.

Weil sie inzwischen zu klein ist, gibt es seit mehr als 50 Jahren eine größere Kirche.

Das ist die Franziskuskirche. Zurzeit sind wir richtig froh, dass diese Kirche so groß ist.

Eigentlich heißt diese Kirche Auferstehungskirche, aber meistens nennen wir sie „evangelische Kirche“.

Weil, wie jedes Kind weiß, das eben die evangelische Kirche ist und die anderen Kirchen katholische Kirchen sind.

Das kennen wir ja auch von der Schule: Da gibt es den katholischen und den evangelischen Religionsunterricht.

Eine orthodoxe Kirche von Innen. Findest du nicht auch die vielen schönen Bilder beeindruckend? Man nennt sie „Ikonen“. (Aufnahme von Jonatanya auf Pixabay)

Es gibt auch noch die orthodoxen Kirchen.

Die Orthodoxen haben in Neufahrn kein eigenes Kirchengebäude, aber in München gibt es orthodoxe Kirchen.

Das ist natürlich nicht der echte Jesus! Aber vom Kibiwe 2017 ist es immer noch mein Lieblingsbild

Die Katholischen, Evangelischen und Orthodoxen sind Christen.

Sie haben alle gemeinsam, dass sie an Jesus Christus glauben.

Aber hast du schon einmal überlegt, warum es diese verschiedenen Kirchen bei den Christen gibt?

Hat Jesus etwa mehrere Kirchen gegründet?

Sieht nicht so aus, als würde Jesus seine Jünger und Jüngerinnen gerade in katholisch, evangelisch oder orthodox einteilen …

Natürlich nicht.

Und deshalb schlussfolgern wir messerscharf:

Irgendwann in den 2000 Jahren zwischen Jesus und uns sind wohl die verschiedenen Kirchen entstanden.

So sah es im Jahr 476 aus:
Links, die blauen Flächen, das sind die Reste des römischen Weltreiches im Westen.
Rechts, die roten Flächen, das ist das römische Weltreich im Osten.
Im Westen entwickelte sich die katholische Kirche,
im Osten die orthodoxen Kirchen.
Das Bild ist von Cthuljew, beschriftet von mir

Die orthodoxen Kirchen und die katholische Kirche haben sich einfach im Laufe der Jahrhunderte „auseinandergelebt“.

Während im Westen das römische Reich unterging, bestand es im Osten bis 1453 noch weiter.

Ebenso entwickelte sich die Kirche im Westen anders als im Osten und es entstand die katholische Kirche im Westen und die orthodoxen Kirchen im Osten.

Das ist eine Statue von Martin Luther. Sie steht in Dresden, der Landeshauptstadt vor Sachsen, vor der Frauenkirche, Bildquelle Hans Braxmeier auf Pixabay

Die Geschichte der evangelischen Kirchen beginnt vor ungefähr 500 Jahren mitten in Deutschland, in Sachsen.

Sie beginnt mit einem Mann namens Martin Luther, von dessen Leben ich dir in den nächsten Wochen erzählen will.

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1. Klasse

Kommt und seht! – Jesus beruft seine Jünger und Jüngerinnen

Bild von dozemode auf Pixabay

Das ist der See Gennesaret. Er befindet sich im Norden des Landes Israel.

Dort, am Ufer des Sees, liegt die Stadt Kafarnaum. Kafarnaum ist eine sehr kleine Stadt. Dort leben einfache Menschen. Sie sind Bauern, Handwerker und …

… Fischer.

Abends fahren die Fischer mit ihren Booten los.

Fast die ganze Nacht werfen sie auf dem See ihre Netze aus und hoffen, dass sie viele Fische fangen.

Am frühen Morgen fahren sie wieder nach Kafarnaum zurück.

Dann sortieren sie die Fische, die sie gefangen haben.

Die kleinen Fische setzen sie wieder zurück in den See. Die müssen erst noch wachsen und größer werden.

Die großen Fische werden ausgenommen und verkauft.

Von dem Geld, das sie dafür bekommen, leben die Fischer und ihre Familien.

Dann waschen die Fischer ihre Netze und hängen sie zum Trocknen auf.

Sie kontrollieren die Netze, ob sie gerissen sind.

Wenn das Netz ein Loch hat, dann flicken sie es mit Nadel und Faden.

Dann gehen sie heim, ruhen sich aus, essen etwas und warten, bis es Abend ist.

Abends fahren sie wieder mit ihren Booten hinaus auf den See.

Eines Tages kommt Jesus nach Kafarnaum.

Er erzählt den Menschen dort: Gott ist wie ein Vater. Er liebt alle Menschen.

Jesus heilt Kranke.

Die Menschen in Kafarnaum sehen: Gott meint es gut mit uns.

Jesus sagt zu den Fischern: Kommt mit mir mit und folgt mir nach.

Hört, was ich den Menschen zu sagen habe, und seht, was ich tue.

Ich will, dass ihr meine Jünger seid.

(Ein Jünger ist so etwas wie ein Schüler und ein Freund.)

Was sagst du? Was sollen die Fischer machen? Weiterfischen oder mit Jesus mitgehen?

Vielleicht sagen sie: Wir kennen diesen Jesus noch nicht gut genug.

Oder vielleicht sagen sie: Alles besser als jeden Tag Fische fangen. Ich kann die Fische schon nicht mehr riechen!

Jesus und seine Jünger Andreas, Jakob, Johannes und Petrus.

Einige Fischer sind mit Jesus mitgegangen und seine Jünger geworden.

Ganz links der Jünger namens Thomas

Jesus hat nicht nur Fischer zu seinen Jüngern berufen, übrigens. Und …

Ganz links die Jüngerin namens Susanna, rechts neben Jesus die Jüngerin Maria Magdalena

… Jesus hat nicht nur Männer als seine Jünger berufen.

Jesus hatte auch Jüngerinnen.

Übrigens: Kaum hatte ich die Landschaft aufgebaut, kam unser Kater des Weges.

Er interessierte sich sehr für das Boot, …

… dann machte er es sich auf den Stoffen gemütlich.