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Andere Religionen entdecken - Das Judentum Corona-Projekt 2019

Der Tempel in Jerusalem

Zur Zeit Jesu stand in Jerusalem der Tempel. Er war das wichtigste Heiligtum der Juden. Aber diesen Tempel gibt es nicht mehr. Im Jahr 70, also wenige Jahrzehnte nach Jesus, gab es einen Aufstand in Israel. Die Menschen lehnten sich dort gegen die Römer auf, zu deren Weltreich eben auch ihr Land gehörte. Die Römer schlugen den Aufstand nieder und dabei wurde auch der Tempel zerstört und nie wieder aufgebaut. Wenn du magst, findest du unter diesem Link ein Bild, wie schön und groß der Tempel war:

Klick – und schon zeigt dir Wikipedia den Tempel

Ich habe mir den Tempel aus Lego nachgebaut. So schaut er aus:

Machen wir einen Rundgang.

Das ganze Gelände war mit einer Säulenhalle umgeben. Wenn man das Gelände betrat, dann kam man auf einen riesigen Hof. Auf diesem Hof befand sich ein Markt und Händler. Hier konnte man alles kaufen, was man brauchte, um Gott ein Opfer darzubringen.

Man konnte Schafe und Tauben kaufen.
Man konnte sein Geld wechseln, weil man nur mit besonderen Geld die Opfergaben kaufen durfte.

Wer jetzt weitergehen wollte ins Innere des Tempels, der musste Jude sein. Für alle anderen (grüne Figuren) war der Zutritt streng verboten.

Für die jüdischen Frauen (rote Figuren) war im nächsten Hof der Weg zu Ende. Ab jetzt durften nur noch jüdische Männer (blaue Figuren) weiter gehen.

Auch für die war dann Schluss. Den Bereich um den Opferaltar (graue Legosteine) durften nur Priester (gelbe Figuren) betreten.

Am gelben Dach erkennst du den Tempel selbst. Da durften die Priester nur hinein, wenn sie einen Dienst zu verrichten hatten. Was war im Tempel drin?

Bei meinem Tempel kann man das Dach aufklappen. Also dann!

Ein Vorhang trennte im Tempel den vorderen Bereich vom hinteren Bereich.

Im vorderen Bereich verrichteten die Priester ihren Dienst. Hinter dem Vorhang hatten sie nichts verloren. Dieser Bereich wird Allerheiligstes genannt und er war – leer.

War er wirklich leer? Er war, nach dem Glauben der Juden, von Gottes Gegenwart erfüllt. Hier wohnte Gott.

Aber Gott, das weißt du und das wussten die Juden, den kann man nicht sehen.

Wer sind denn die schwarzen Figuren? Das sind die Römer. Sie verstanden die Juden nicht. In einen Tempel gehört doch eine Statue von Gott! Aber so lange man jeden Tag ein Opfer für den Kaiser darbrachte, schützen sie den Tempel. Erst im Jahr 70, als die Juden sich weigerten, für den Kaiser zu opfern und eben den Aufstand machten, da eroberten die Römer Jerusalem und zerstörten den Tempel.

Morgen gibt es eine Geschichte von Jesus, die in Jerusalem spielt, übrigens.

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Andere Religionen entdecken - Das Judentum Corona-Projekt 2019

Was unterscheidet diese Nacht von allen anderen Nächten?

Habt ihr gestern den Frühjahrsputz beendet und das Haus nach Chametz (normalem Brot) mit einer Kerze in der Hand durchsucht? Am Ende alles mit einer Feder sauber gemacht? Habt ihr das Chametz heute auf der Terrasse verbrannt?

Nein?

Ach so. Ihr seid ja Christen, keine Juden. Dann wisst ihr auch nicht, dass heute Abend der Sederabend ist und das Paschafest der Juden beginnt.

Nun ist es aber so, dass viele von euch trotzdem wissen, was es mit dem Ursprung des Paschafestes auf sich hat:

Beim Kibiwe 2019 ging es auch um die erste Feier des Pascha. Die Kinder probieren die seltsamen Speisen, die es gibt.
Aaron bringt das gebratene Lamm. Seitdem der Tempel in Jerusalem von den Römern zerstört wurde, essen die Juden aber kein Lamm mehr zum Pascha.
Mose bestreicht die Türpfosten mit dem Blut des Lammes, die Kinder fragen: Was unterscheidet diese Nacht von den anderen Nächten?
Paschafeier in der dritten Klasse. Christina ist mit ihrer Gitarre zur Unterstützung gekommen. Lieder gehören zur Paschafeier dazu.

Also, noch einmal: Heute Abend feiern auf der ganzen Welt die Juden das Paschafest und erinnern sich an den Auszug aus Ägypten.

Das sind so Bücher, wo drin steht, wie man Pascha feiert. Wir haben zwei davon. So was passiert bei Religionslehrern. Die seltsame Schrift rechts ist übrigens Hebräisch, btw. Die Bücher nennt man Haggadah, auf Deutsch heißt das Erzählung

Um davon was, das heute dieser besondere Abend für Juden ist, mitzubekommen, dazu muss man sich auf Youtube umschauen. Viele Juden wohnen in den USA und in Israel. Und das bedeutet: Die wirklich guten Videos sind auf Englisch.

Also habe ich für dieses tolle Video den Text recht frei für euch ins Deutsche übersetzt. Das Audio und der folgende Link drunter gehören also zusammen. Wenn ihr euch die Zeit nehmt, dann seid ihr anschließend schlauer. Ist das nicht schön?

Das tolle Video

Im folgenden Video haben jüdische Musiker versucht, das, was die Feier des Pascha für sie bedeutet, mit Musik und Bildern rüberzubringen. Naja, die Melodien wirst du kennen, die Texte sind, wieder, auf Englisch (aber vielleicht hilft dir jemand beim Übersetzen?) Oder du lässt die Bilder so auf dich wirken und genießt den Sound:

Die tolle Musik

Dass war das Angebot zum Reinschnuppern und Drandenken: Heute ist für Menschen in einer anderen Religion, nämlich den Juden, ein absolut wichtiger Feiertag.

Apropos andere Religionen. Ich habe noch ein Bild auf Lager. Sieh es genau an!

Kibiwe 2017. Was feiert Jesus da? Hat das Paschafest am Ende was mit uns Christen zu tun?

Aber dazu morgen!

PS: Gründonnerstag, übrigens. Nach drei Tagen Ruhe (Montag, Dienstag, Mittwoch) nimmt die heilige Woche Fahrt auf und nähert sich dem Höhepunkt)

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Andere Religionen entdecken - Das Judentum Der Auszug aus Ägypten - Die Geschichte von Mose

Ein Fest, das seit 3000 Jahren gefeiert wird

Schauen wir uns dieses Bild genau an:

Ganz offensichtlich geht es hier um ein gemeinsames Essen.

Auf dem Tisch sieht man Salat, Radieschen, Schüsseln, in denen verschiedene Sachen drin sind, und in der Mitte … etwas Flaches, das gebacken aussieht.

Unten im Bild sind viele gefüllte Gläser.

Alle haben ein Buch in der Hand und scheinen intensiv zu lesen.

(Bis auf den älteren Herrn in der Mitte. Er hat sein Buch zur Seite gelegt und ist abgelenkt)

Ganz rechts ist ein Mann mit Brille, der gerade etwas zu erklären scheint.

Das erinnert doch extrem an diese Feier bei den Israeliten damals beim Auszug aus Ägypten, oder?

Diese Dinge gehören zu einem Sederabend:
Ein Sederteller mit bitteren Kräutern, grünen Kräutern, Fruchtmus, Ei und einem gebratenen Stück Knochen mit Fleisch, Matzen (flaches Brot), Salzwasser, Wein und die Erzählung vom Auszug aus Ägypten, die Haggadah genannt wird.

Vor über 3000 Jahren feierten die Israeliten, so sagt es die Bibel, das erste Mal ein Fest, weil Gott sie aus Ägypten befreit hat.

Seit dieser Zeit wird jedes Jahr im Frühjahr zur Erinnerung daran dieses Fest gefeiert.

Das Fest wird Pascha genannt oder Pessach, in Amerika nennt man es Passover.

Das Fest dauert eine Woche.

Eine Woche lang wird statt „normalem“ Brot dieses flache Brot gegessen, das Matzen genannt wird.

Das Fest beginnt mit einem gemeinsamen Festmahl am Abend, das Seder genannt wird.

Das Bild zeigt den damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Barack Obama, der mit seiner Familie 2011 an einem Seder zu Beginn des Paschafestes teilnimmt; Fotoquelle: wikipedia commons

Es sind die Nachkommen von Abraham, Isaak und Jakob, die Juden, die heute noch das Paschafest feiern.

Die Juden feiern jedes Jahr das Paschafest so, als wären sie selbst aus Ägypten befreit worden.

Das Alte Testament, in dem die Geschichte von Mose steht, ist ihr Heiliges Buch.

Wir Christen haben das Alte Testament nur von den Juden übernommen und zusammen mit dem Neuen Testament zur Bibel gemacht.

Das folgende Video gibt dir einen Einblick, wie das Paschafest gefeiert wird.

Viele Juden leben in den USA und die wirklich guten Videos sind auf Englisch.

Auch dieses Video ist auf Englisch, aber darunter befindet sich ein Audio mit der Übersetzung.

Du kannst das Video auf stumm schalten und das Audio gleichzeitig mit dem Video starten, dann hast du Beides gleichzeitig.

Video

Audio zum Video

Wir Christen feiern das Paschafest nicht (sonst würdest du es ja kennen).

Obwohl – Du hast ein Bild in deinem Religionsschnellhefter, auf dem Menschen das Paschafest feiern.

Schau ihn einfach mal gründlich durch.

Wenn du dir sicher bist, dass du es gefunden hast, dann mache Folgendes:

Gehe zurück zum Padlet.

Unter dem Link auf diese Seite findest du dort die Möglichkeit, einen Kommentar zu schreiben.

Schreibe dort, wo du das Bild, auf dem Menschen das Paschafest feiern, gefunden hast.

Ich freue mich, wenn du etwas Schönes schreibst!

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Andere Religionen entdecken - Das Judentum Miteinander den Glauben feiern - der Gottesdienst

Die Tora und die Synagoge – Was im Judentum wichtig ist, Teil 1

Du hast das Video von Checker Tobi angeschaut und weißt jetzt eine Menge über das Judentum.

Heute zeige ich dir ein Bild von der wunderschönen alten Synagoge in Ansbach, mitten in Bayern:

Fotoquelle: Alexander Biernoth; Das Lesepult ist in der Mitte der Synagoge unter dem Baldachin

Im ersten Moment sieht eine Synagoge aus wie eine Kirche, nicht wahr?

Man sieht Bänke und in der Mitte ein Lesepult.

Von dort aus wird am heiligen Tag der Juden, dem Sabbat, aus der Tora vorgelesen.

Das ist nur ein Modell einer Torarolle in klein

Vielleicht hast du dich gewundert, dass die Tora auf eine Rolle geschrieben wird.

Ist das überhaupt ein Buch?

Das ist ein Buch in der Form eines Codex

Früher wurden alle Bücher auf Rollen geschrieben, bis jemand unsere Form des Buches erfand.

Die nennt man Codex.

Aber im Gottesdienst in der Synagoge wird noch traditionell aus einer Buchrolle vorgelesen, die übrigens mit der Hand geschrieben ist und keine Schreibfehler enthalten darf.

Fotoquelle: wikipedia commons

Im Toraschrein in der Synagoge werden die Torarollen aufbewahrt.

Viele Synagogen besitzen mehrere Torarollen.

Wie du jetzt weißt, ist die Tora auf Hebräisch geschrieben. Aber was steht da drin?

Viele Geschichten aus der Tora sind dir bekannt.

Du hast sie im Religionsunterricht kennengelernt:

Die Geschichte von der Erschaffung der Welt und von Adam und Eva, von Noach und seiner Arche, von Abraham, Isaak und Jakob, die Geschichte von Joseph und seinen Brüdern und die Geschichte von Mose und die Befreiung aus Ägypten zum Beispiel.

Nicht das ganze AT ist die Tora.

Es gibt auch Geschichten im AT, die nicht zur Tora gehören.

Die Geschichte von Rut, die Geschichte von König David oder die Geschichte vom Propheten Jona zum Beispiel.

Aber das ganze AT ist die Heilige Schrift der Juden, die wir als Christen von ihnen übernommen haben.

Und noch etwas haben wir vom Gottesdienst aus der Synagoge übernommen:

Auch in unseren Gottesdiensten wird aus der Bibel vorgelesen.

Auch die Idee, einen Tag der Woche als Ruhetag zu feiern, haben die Christen von den Juden übernommen.

Am 3. März 321 erklärte der römische Kaiser Konstantin nach dem Vorbild des Sabbats den Sonntag zum Ruhetag.

Wenn du etwas darüber erfahren willst, wie die Schrift entstand und warum manche Schriften von rechts nach links geschrieben werden, dann klicke hier.

Wenn du ein Bisschen etwas über das Hebräische erfahren möchtest, dann klicke hier.

Wenn du mehr über die wunderschöne alte Synagoge in Ansbach erfahren willst, dann klicke hier.

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Andere Religionen entdecken - Das Judentum vierte Klasse

Ein Mensch in größter Not

Darf man sich bei Gott beklagen?

Die Bibel sagt: Ja. Wenn Gott für alles verantwortlich ist, so der Glaube der Bibel, dann ist er die erste Adresse für Klagen aller Art.

Und tatsächlich: Im AT gibt es eine große Anzahl von Gebeten, in denen sich jemand ziemlich drastisch bei Gott beklagt.

Eines dieser Gebete ist der Psalm 22. Psalm heißt auf Deutsch übrigens „Lied“. In der Bibel ist ein Psalm immer ein Gebet.

Der Psalm 22 ist über 2500 Jahre alt.

Der Beter, also derjenige, der diesen Psalm geschrieben hat, verwendet ganz oft bildhafte Sprache. Zum Beispiel verwendet er Tiervergleiche, wenn er von sich oder anderen Menschen spricht.

Was demjenigen damals passiert ist, das weiß heute leider niemand mehr.

Es muss wohl ziemlich heftig gewesen sein, aber höre und lies selbst.

(Meine Freundin Elke liest euch den Psalm Stück für Stück vor und ich habe mir dazu ein paar Gedanken überlegt).

Fotoquelle: pixabay

Hier scheint wohl jemand in der Anrufwarteschlange zu Gott zu sein.

Aufgegeben hat er noch nicht.

Selbst nachts wählt er, modern gesprochen, ständig die Nummer von Gott, der aber nicht ans Handy geht.

Der Beter erinnert sich an die Befreiung der Israeliten aus Ägypten.

Damals war Gott doch auch erreichbar, oder?

Fotoquelle: pixabay

Oh oh, das hört sich echt schlimm an, so wie bei Hiob.

Offensichtlich geht es dem Menschen nicht nur sehr schlecht, er wird auch noch von anderen Menschen ausgelacht.

Ist er in einem Zoo mit Stieren, Büffeln und Löwen?

Nein, er verwendet wieder bildhafte Sprache: Die Menschen um ihn herum greifen ihn an und er vergleicht sie mit angriffslustigen Tieren wie Stieren, Büffeln oder Löwen.

Nichts gibt ihm mehr Halt.

Das beschreibt, wie kraftlos er sich fühlt.

Schon wieder denkt er, dass Tiere ihn angreifen. Auch das ist bildhafte Sprache für Menschen, die ihn einsperren und die Freiheit nehmen.

(Ich habe ein Bild aus der Geschichte von Joseph und seinen Brüdern gewählt. Dem Joseph ging es in dem Moment vermutlich auch so wie dem Beter dieses Psalms).

Fotoquelle: pixabay; Original etwas verkleinert

Weißt du, was Privatsphäre ist?

Für unseren Beter gilt die auf alle Fälle nicht mehr.

Seine Gegner scheinen jetzt so etwas wie einen Röntgenblick zu haben und können sogar seine Knochen sehen.

Seine Gegner haben ihm alles weggenommen, sogar seine Kleidung.

Der Beter muss zusehen, wie die Gegner untereinander seinen Besitz verteilen.

Voll Vertrauen wendet sich der Beter an Gott.

Bestimmt hast du beim Lesen dieses Psalms an Hiob denken müssen.

Vielleicht hast du bei dem einen oder anderen Satz an Menschen in unserer Zeit gedacht, denen es nicht gut geht.

Vielleicht hast du dich sogar selber schon einmal so gefühlt.

Die frühen Christen haben, als sie diesen Psalm gelesen haben, an Jesus gedacht.

In den nächsten Tagen erzähle ich dir die Geschichte von Jesu Tod am Kreuz, an die wir uns jedes Jahr besonders erinnern, wenn wir Ostern feiern.

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Andere Religionen entdecken - Das Judentum

Der Tempel in Jerusalem

Weißt du, was ein Tempel ist?

Manchmal kommen Tempel in Filmen oder in Computerspielen vor.

In Neufahrn gibt es keinen Tempel.

Sie sind, ehrlich gesagt, etwas aus der Mode gekommen.

Zur Zeit Jesu gab es überall Tempel:

Die alten Griechen hatten welche, die Römer hatten welche und die alten Ägypter sowieso.

Ist eine Kirche so etwas wie ein Tempel? Nein!

Ist eine Synagoge so was wie ein Tempel? Nein!

Kirchen und Synagogen sind Häuser, wo Menschen zusammenkommen.

Man erkennt es daran, dass es viel Platz und auch Bänke und Stühle zum Sitzen darin gibt.

Tempel dagegen sind so etwas wie vornehme Paläste.

Sie wurden nämlich als Wohnungen für die Götter erbaut.

Zutritt hatten deshalb nur besondere Menschen, die ihnen dienten.

Man nannte sie Priester.

Römische Soldaten

Manche Leute wie die alten Griechen, die Römer und die alten Ägypter glaubten an viele Götter.

Deshalb hatten sie viele Tempel.

Lange Zeit hatten die Juden, die Nachfahren Abrahams, Isaaks und Jakobs, das Volk, das Gott aus Ägypten befreit hatte, keine Tempel.

Sie sagten: „Gott ist überall! Wir können ihn überall verehren! Und wir glauben auch nur an diesen einzigen Gott unserer Väter, der uns aus Ägypten befreit hat.“

Ein paar Jahrhunderte nach Mose wurde dann doch ein Tempel gebaut.

Die Juden hatten nur einen einzigen Tempel, weil sie nur an diesen einzigen Gott glaubten.

Der Tempel befand sich in der Hauptstadt in Jerusalem.

Ich habe ihn aus Lego-Steinen nachgebaut. Machen wir einen Rundgang!

Das ganze Gelände war von einer Säulenhalle umgeben.

Wenn man das Gelände betrat, dann kam man auf einen riesigen Hof.

Auf diesem Hof befand sich ein Markt und Händler.

Hier konnte man alles kaufen, was man brauchte, um Gott ein Opfer darzubringen.

Das kennen wir so heute nicht mehr, aber damals wurden die meisten Tiere nicht einfach so geschlachtet, sondern fast immer als Dank für Gott.

Die alten Griechen, die Römer und die alten Ägypter machten das genauso.

In Jerusalem musste man übrigens, bevor man sein Opfer kaufte, das Geld wechseln lassen.

Wer jetzt weitergehen wollte ins Innere des Tempels, der musste Jude sei.

Für alle anderen, also die Heiden (das sind die grünen Figuren), war der Zutritt streng verboten.

Jüdische Frauen (das sind die roten Figuren) durften nicht so weit hineingehen wie jüdische Männer (das sind die blauen Figuren).

Ganz nahe am Tempel stehen oder gar in den Tempel hineingehen, das durften nur Priester ( das sind die gelben Figuren).

Aber du möchtest jetzt trotzdem wissen, was in dem Tempel war?

Bei meinem Lego-Tempel kann man das Dach aufklappen – also dann!

Ein Vorhang trennte im Tempel den vorderen Bereich vom hinteren Bereich.

Im vorderen Bereich verrichteten die Priester ihren Dienst.

Hinter dem Vorhang hatten sie nichts verloren.

Dieser Bereich wird Allerheiligstes genannt und er war – leer.

War er wirklich leer?

Er war, nach dem Glauben der Juden, von Gottes Gegenwart erfüllt.

Hier wohnte Gott.

Das war das Besondere an diesem Tempel: Die Juden wussten, dass man Gott mit unseren Augen nicht sehen kann.

In allen anderen Tempeln der alten Griechen, der Römer und der alten Ägypter gab es Statuen von Göttern voller Gold und Edelsteine.

Aber die Juden wussten: Gott ist auch dann da, wenn man ihn nicht sehen kann.

Das hatten schon ihre Vorfahren, die Nomaden, geglaubt.

Das Land, in dem Jesus lebte, gehörte zum römischen Weltreich.

Römische Soldaten gab es auch beim Tempel in Jerusalem (das sind die schwarzen Figuren).

Zur Zeit Jesu bewachten die Römer den Tempel in Jerusalem, auch wenn sie das mit dem Gott, den man nicht sehen kann, nicht ganz verstanden.

Fotoquelle: David Holt London, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Einige Jahrzehnte nach Jesu Tod und Auferstehung hatten die Juden genug von den Römern.

Sie machten einen Aufstand und es gab einen Krieg.

Dabei zündeten die Römer aus Versehen auch den Tempel in Jerusalem an und er brannte ab.

Seitdem gibt es diesen Tempel nicht mehr, der zur Zeit Jesu noch stand.

Eine Seitenmauer blieb erhalten.

An dieser Mauer, die Klagemauer genannt wird, treffen sich noch heute viele Menschen aus dem Volk der Juden, um dort zu Gott zu beten.

Du siehst oben davon ein Bild.

Der Felsendom in Jerusalem heute; Fotoquelle: wikipedia commons

Dort, wo der Tempel stand, steht heute ein anderes Gebäude, nämlich der Felsendom.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Wenn du sehen möchtest, wie Jerusalem zur Zeit Jesu aussah, dann klicke hier.

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Andere Religionen entdecken - Das Judentum Andere Religionen entdecken - Der Islam Die Bibel erzählt uns von Gott und den Menschen

Die Heiligen Schriften im Judentum, im Christentum und im Islam

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