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Miteinander den Glauben feiern - der Gottesdienst

Der Gottesdienst am Sonntag

Jesus feierte dieses Paschamahl, von dem ich dir erzählt habe, am Abend vor seinem Tod am Kreuz.

Deswegen sagte Jesus, es wäre das letzte Mal, dass er mit seinen Jüngern und Jüngerinnen gemeinsam essen würde.

Und als Jesus sagte: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ wollte er, dass sie sich an ihn erinnern, wenn sie gemeinsam Brot essen und Wein trinken würden.

Aber hat das wirklich geklappt?

Es hat geklappt.

Nach Jesu Auferstehung erinnerten sich seine Jünger und Jüngerinnen an das, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und sie versammelten sich jeden Sonntag um miteinander Gottesdienst zu feiern.

Auch heute noch, 2000 Jahre später, versammeln sich die Christen jeden Sonntag, um zu tun, was Jesus ihnen aufgetragen hat:

Beim Gottesdienst erinnern wir uns an Jesu Worte und Taten.

Geschichten von Jesus aus der Bibel werden vorgelesen.

Dann wird wiederholt, was Jesus damals beim letzten Abendmahl getan hat.

Gabenbereitung

Das Brot und der Kelch werden genommen …

Hochgebet

… das Dankgebet wird gesprochen …

Brotbrechung

… das Brot wird gebrochen …

Kommunion

… und das Brot und der Kelch wird den Menschen gegeben mit den Worten: „Leib Christi“ und „Blut Christi“.

Diesen Gottesdienst nennen wir „Eucharistiefeier“.

Eucharistie ist ein griechisches Wort und heißt „Danke“.

In jeder Eucharistiefeier danken wir Gott für alles, was er für uns Menschen tut.

Besonders aber danken wir ihm für Jesus und erinnern uns an ihn.

In jedem Gottesdienst wird auch immer erzählt, was Jesus beim letzten Abendmahl getan und gesagt hat.

Deshalb könnte es sein, dass dir die Erzählung vom letzten Abendmahl bekannt vorgekommen ist.

Derzeit ist es etwas anders

Wegen der Pandemie wird der Gottesdienst derzeit ohne Gabenbereitung, Brotbrechung und Weinkommunion gefeiert.

Wir müssen einfach darauf schauen, dass sich niemand beim Gottesdienst ansteckt.

Das ist schade, aber ich denke, Jesus will auch, dass wir aufeinander aufpassen und zur Zeit vorsichtig sind.

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Andere Religionen entdecken - Das Judentum Miteinander den Glauben feiern - der Gottesdienst

Die Tora und die Synagoge – Was im Judentum wichtig ist, Teil 1

Du hast das Video von Checker Tobi angeschaut und weißt jetzt eine Menge über das Judentum.

Heute zeige ich dir ein Bild von der wunderschönen alten Synagoge in Ansbach, mitten in Bayern:

Fotoquelle: Alexander Biernoth; Das Lesepult ist in der Mitte der Synagoge unter dem Baldachin

Im ersten Moment sieht eine Synagoge aus wie eine Kirche, nicht wahr?

Man sieht Bänke und in der Mitte ein Lesepult.

Von dort aus wird am heiligen Tag der Juden, dem Sabbat, aus der Tora vorgelesen.

Das ist nur ein Modell einer Torarolle in klein

Vielleicht hast du dich gewundert, dass die Tora auf eine Rolle geschrieben wird.

Ist das überhaupt ein Buch?

Das ist ein Buch in der Form eines Codex

Früher wurden alle Bücher auf Rollen geschrieben, bis jemand unsere Form des Buches erfand.

Die nennt man Codex.

Aber im Gottesdienst in der Synagoge wird noch traditionell aus einer Buchrolle vorgelesen, die übrigens mit der Hand geschrieben ist und keine Schreibfehler enthalten darf.

Fotoquelle: wikipedia commons

Im Toraschrein in der Synagoge werden die Torarollen aufbewahrt.

Viele Synagogen besitzen mehrere Torarollen.

Wie du jetzt weißt, ist die Tora auf Hebräisch geschrieben. Aber was steht da drin?

Viele Geschichten aus der Tora sind dir bekannt.

Du hast sie im Religionsunterricht kennengelernt:

Die Geschichte von der Erschaffung der Welt und von Adam und Eva, von Noach und seiner Arche, von Abraham, Isaak und Jakob, die Geschichte von Joseph und seinen Brüdern und die Geschichte von Mose und die Befreiung aus Ägypten zum Beispiel.

Nicht das ganze AT ist die Tora.

Es gibt auch Geschichten im AT, die nicht zur Tora gehören.

Die Geschichte von Rut, die Geschichte von König David oder die Geschichte vom Propheten Jona zum Beispiel.

Aber das ganze AT ist die Heilige Schrift der Juden, die wir als Christen von ihnen übernommen haben.

Und noch etwas haben wir vom Gottesdienst aus der Synagoge übernommen:

Auch in unseren Gottesdiensten wird aus der Bibel vorgelesen.

Auch die Idee, einen Tag der Woche als Ruhetag zu feiern, haben die Christen von den Juden übernommen.

Am 3. März 321 erklärte der römische Kaiser Konstantin nach dem Vorbild des Sabbats den Sonntag zum Ruhetag.

Wenn du etwas darüber erfahren willst, wie die Schrift entstand und warum manche Schriften von rechts nach links geschrieben werden, dann klicke hier.

Wenn du ein Bisschen etwas über das Hebräische erfahren möchtest, dann klicke hier.

Wenn du mehr über die wunderschöne alte Synagoge in Ansbach erfahren willst, dann klicke hier.

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Was passiert eigentlich im Gottesdienst?

Was passiert im Gottesdienst?

Das würde ich euch jetzt gerne direkt fragen.

Vielleicht habt ihr da schon ein paar Antworten:

Es wird gebetet, es wird gesungen, es wird aus der Bibel vorgelesen …

Das stimmt alles!

Vielleicht habt ihr auch schon bemerkt, dass es irgendwie eine bestimmte Ordnung gibt, wenn wir Gottesdienst feiern.

Ordnung, das bedeutet in diesem Fall: Zuerst passiert dies, dann passiert das.

Wer bestimmt das eigentlich?

Jesus?

Das ist falsch und das ist richtig.

Jesus hat uns aufgetragen, zur Erinnerung an ihn Brot zu nehmen, Gott zu danken, das Brot miteinander zu brechen und zu essen.

Aber, Hand aufs Herz, wenn du heute in den Gottesdienst gehst, dann ist das doch etwas komplizierter als damals beim letzten Abendmahl.

Woran liegt das?

Dieser Gottesdienst wird ununterbrochen gefeiert, seitdem Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern den Auftrag dazu gab.

Zum Beispiel: Im Gottesdienst wird aus der Bibel vorgelesen. Diesen Teil des Gottesdienstes haben wir beim Judentum abgeschaut.

Im Laufe der Zeit sind Sachen dazu gekommen (und manche auch wieder abgeschafft worden).

Manche Dinge hat man sich von anderen Religionen abgeguckt und dann für den Gottesdienst übernommen, weil sie gut passen, Sinn machen und schön sind.

Im Laufe der Jahrhunderte hat der Gottesdienst viele verschiedene Namen bekommen:

Brotbrechen, Messe, Heilige Messe, Messopfer, göttliche Liturgie, Abendmahl, Mysterienfeier, Eucharistiefeier, Herrenmahl …

Wir in Neufahrn nennen den Gottesdienst übrigens meistens Eucharistiefeier.

Vielleicht erinnerst du dich:

Eucharistie ist Griechisch und heißt: „Danke“ (Dieser Name für den Gottesdienst wurde ungefähr 100 Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung erfunden).

Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Gottesdienst auf Griechisch und dann auf Lateinisch gefeiert.

Heute ist die Sprache im Gottesdienst (bei uns) Deutsch.

Noch heute verwenden wir deshalb griechische, lateinische, aber inzwischen auch deutsche Begriffe im Gottesdienst.

Übrigens gibt es auch noch hebräische Wörter im Gottesdienst – ich hoffe, du hast Lust darauf, diese Begriffe alle kennen zu lernen!

Dieses Bild stammt vom Kibiwe 2013. Die christliche Gemeinde in Antiochia trifft sich zum Gottesdienst. Kirchengebäude kannten die frühen Christen noch nicht. Es gab damals auch noch nicht so viele Christen.

Die Eucharistiefeier ist also 2000 Jahre alt.

Im Kern geht sie auf Jesus zurück, aber viele Christen und Christinnen haben dazu beigetragen, dass sie so gefeiert wird, wie wir sie heute kennen.

Es ist schön, einen Gottesdienst mit einer so langen Tradition zu feiern.

Und es ist schön, wenn man die Eucharistie so feiern kann, dass auch wir Menschen heute verstehen, worum es eigentlich geht.

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Die vier Teile des Gottesdienstes – Teil 1

Die Eröffnung

Alles, was in der Eröffnung geschieht, ist erst im Lauf der Zeit zum Gottesdienst dazugekommen.

Und wozu ist die Eröffnung gut?

Das kennst du vielleicht auch aus der Schule am Morgen:

Du bist zwar im Klassenzimmer angekommen, aber deine Gedanken sind noch irgendwo anders.

Sie brauchen einfach mehr Zeit, auch im Klassenzimmer anzukommen.

Im Gottesdienst ist das nicht anders.

Die Eröffnung ist dazu da, dass auch die Gedanken beim Gottesdienst ankommen können.

Und – sie hat noch einen anderen tiefen Sinn.

Einzug

Die Gemeinde ist schon auf ihren Plätzen und du schaust noch neugierig herum oder redest leise mit deinem Nachbarn oder deiner Nachbarin –

da ertönen Glocken und die Ministranten und Ministrantinnen kommen mit dem Pfarrer herein.

Die Gemeinde steht dazu auf und singt gemeinsam das erste Lied.

(Das Singen in der Kirche ist in den Corona-Zeiten nicht erlaubt, aber das Spielen mit der Orgel schon.

Unsere Organisten und Organistinnen, so nennt man die Leute an der Orgel, greifen kräftig in die Tasten.

Es muss ohne Singen gehen, aber niemals ohne Musik.)

Kreuzzeichen

Gemeinsam machen wir das Kreuzzeichen:

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“

Begrüßung

„Der Herr sei mit euch!“ sagt der Pfarrer und alle antworten: „Und mit deinem Geiste!“

Das ist eine sehr alte Begrüßungsweise, die sich im Gottesdienst erhalten hat.

Dann begrüßt der Pfarrer die Gemeinde noch mit persönlichen Worten.

Bitte um Verzeihung

Danach gibt es immer ein paar Gedanken zur Besinnung.

Manchmal überlegen wir auch, was in der Woche war, was gut war und was nicht gut war.

Manchmal bitten wir Gott um Verzeihung.

(Das Bild dazu zeigt den Zöllner Zachäus beim Kibiwe 2017)

Kyrie-Rufe

Danach kommen die Kyrie-Rufe.

Und da haben wir die ersten griechischen Worte im Gottesdienst.

Ich habe euch das angekündigt, nicht wahr?

„Kyrie eleison“ heißt auf Deutsch „Herr, erbarme dich“ und ist ein griechischer Satz.

Aber warum sprechen oder singen wir das?

Wir begrüßen Jesus, der immer bei uns ist, wenn wir uns in seinem Namen versammeln.

Gloria

Mit dem Gloria, das jetzt kommt oder auch nicht kommt, ist das eine besondere Sache.

Das Gloria zu singen soll nämlich Spaß machen!

Es ist ein Loblied auf Gott und es erinnert an die Engel, die dieses Lied an Weihnachten gesungen haben um den Hirten zu verkünden: Jesus ist da!

Das Gloria darf nur an Sonntagen und an Feiertagen gesungen werden.

In der ganzen Zeit des Advents und in der Fastenzeit darf es überhaupt nicht gesungen werden.

Beim Gloria soll man spüren:

Auf Gott zu vertrauen macht glücklich und froh.

So wie dieses Vertrauen auf Gott ist auch das Gloria ein Geschenk.

Gloria ist das lateinische Wort für Lob oder Ehre.

Wir loben Gott, wenn wir das Gloria singen.

Lateinisch habe ich euch auch angekündigt, stimmt‘s?

(Weil wir zur Zeit im Gottesdienst nicht singen dürfen, entfällt deshalb das Gloria, manchmal singen Musikanten oder Musikantinnen das Gloria stellvertretend für uns, manchmal spielt nur die Orgel.)

Tagesgebet

Wenn der Pfarrer betet, dann betet er nicht für sich.

Er betet stellvertretend für die Gemeinde.

Ein Zeichen dafür ist, dass er zum Gebet die Hände ausbreitet.

Früher haben alle Christen so ihre Hände zum Gebet gehalten.

Die Gemeinde antwortet auf das Gebet mit dem „Amen“.

Amen ist ein hebräisches Wort und bedeutet:

So sei es, so soll es sein, wir sind einverstanden.

Hebräisch war auch angekündigt, aber inzwischen hast du dich hoffentlich an die Fremdwörter gewöhnt.

Nach dem Tagesgebet setzt die Gemeinde sich hin.

Die Gemeinde steht während der Eröffnung, außer der Pfarrer sagt oder zeigt an, dass man sich hinsetzen soll.

(In Corona-Zeiten dürfen die Ministranten und Ministrantinnen das Buch mit dem Tagesgebet für den Pfarrer nicht halten, weil das gegen die Abstandsregeln verstößt. Deshalb hält der Pfarrer das Buch selbst und kann derzeit leider so auch nicht die Hände ausbreiten, wie du es auf dem Bild siehst.)

Und was ist der tiefere Sinn der Eröffnung?

Wir begegnen Jesus, der mitten unter uns ist, wenn wir uns in seinem Namen versammeln.

Für die Jünger und Jüngerinnen war er sichtbar am Ostertag, für uns ist er unsichtbar in unserer Mitte.

„Glücklich ist, wer nicht sieht und doch glaubt“, sagt Jesus zu uns.

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Die vier Teile des Gottesdienstes – Teil 2

Der Wortgottesdienst

Das Wichtigste im Wortgottesdienst ist, dass aus der Bibel vorgelesen wird.

Diese Idee, nämlich im Gottesdienst aus der Bibel vorzulesen, haben wir Christen vom Gottesdienst der Juden abgeschaut.

Früher gab es nur wenige Bücher und nur ganz wenige Bibeln.

Um zu erfahren, was in der Bibel steht, gab es für viele Menschen nur im Wortgottesdienst die Gelegenheit.

Klar, heute könnte jeder und jede mit einem einfachen Klick im Internet die Bibel lesen, aber wer macht das schon?

Deshalb ist auch heute noch der Wortgottesdienst wichtig.

So bekommt man jedes mal, wenn man in den Gottesdienst geht, ein Bisschen was von dem mit, was in der Bibel steht.

Das Lesen in der Bibel hat noch einen tieferen Sinn übrigens.

Aber zuerst: Die Bibel hat zwei Teile, das Alte Testament (AT) und das Neue Testament (NT).

Das Alte Testament entstand, bevor Jesus lebte, das Neue Testament entstand nach Jesu Tod und Auferstehung.

Das Alte Testament ist die Heilige Schrift der Juden.

Sie nennen es Tanach.

Aber auch für uns Christen ist das Alte Testament Teil unserer Heiligen Schrift.

Das Neue Testament gehört uns Christen allein.

Im Neuen Testament finden wir die Geschichten von Jesus.

Die Geschichten von Jesus sind aber nur ein Teil des Neuen Testamentes.

Wir nennen sie Evangelien.

Es gibt vier Leute, die ein Evangelium für das Neue Testament geschrieben haben:

Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

Im NT gibt es 21 Briefe. 14 davon soll oder hat der Apostel Paulus geschrieben. 2003 und 2013 gab es schon ein Kibiwe zu Paulus. Dieses Bild stammt vom Kibiwe 2003. Aufnahme: Harald Renz

Im Neuen Testament gibt es aber auch Geschichten von den Jüngern und Jüngerinnen nach Jesu Auferstehung und es gibt dort Briefe, die von Jüngern an andere Christen oder Christinnen geschrieben wurden.

Deshalb sollte eigentlich dreimal aus der Bibel im Gottesdienst vorgelesen werden:

Einmal aus dem AT, dann aus den Briefen im NT, dann aus den Evangelien.

In Neufahrn ist es so, dass wir entweder eine Lesung aus dem AT oder den Briefen des NT haben und immer eine Lesung aus den Evangelien, weil die für uns Christen absolut superwichtig sind.

Die Idee dahinter ist:

Besser zweimal gut aufgepasst als dreimal schlecht aufgepasst.

Lesung aus dem AT oder aus den Briefen des NT

Zuerst also hören wir eine Lesung aus dem AT oder aus den Briefen des NT.

Bei der Lesung sitzen wir.

Das Lesen der Lesung ist Sache der Gemeinde.

Ein Lektor oder eine Lektorin übernimmt meistens diesen Dienst.

Lektor ist Lateinisch und heißt auf Deutsch „Vorleser“.

Zwischengesang/ Halleluja-Ruf

Nach der Lesung singen wir ein Lied, das Zwischengesang genannt wird, und dann das Halleluja, mit dem das Evangelium begrüßt wird.

Halleluja ist ein hebräisches Wort und heißt auf Deutsch: Lobt Gott!

Evangelium

Dann wird das Evangelium vorgelesen.

Zum Halleluja und zum Hören des Evangeliums steht die Gemeinde auf.

Predigt

Nach dem Evangelium hält der Pfarrer eine Rede, die Predigt genannt wird.

Die Predigt soll der Gemeinde helfen, das Evangelium und die Lesung besser zu verstehen und sich zu fragen, was die Geschichten von Jesus für uns Menschen heute bedeuten sollen.

Die älteren Leute hören da gerne geduldig zu, aber ihr Kinder habt vielleicht den Mut, hier eure eigenen Gedanken zur Sprache zu bringen.

Deshalb ist es besonders bei den Gottesdiensten für euch üblich, dass ihr bei der Predigt plötzlich gefragt werdet, was ihr denkt oder meint.

Dann ist die Predigt ein Gespräch über das Evangelium und sogar du kannst etwas dazu beitragen, dass wir alle Jesus besser verstehen können.

Bei der Predigt sitzt die Gemeinde.

Glaubensbekenntnis

Mit dem Glaubensbekenntnis antwortet die Gemeinde auf das Evangelium und auf die Predigt.

Das Glaubensbekenntnis ist ein sehr alter Text und sehr lang.

Du findest ihn im Gotteslob auf Seite 36.

Beim Glaubensbekenntnis geht es darum, einfach zu sagen, dass man auf Gott, den Vater, vertraut, der alles geschaffen hat, auf Jesus, der uns gezeigt hat, wie Gott ist, und auf Gottes Geist, den Heiligen Geist, der in unseren Herzen wohnt und uns begleitet.

Dazu steht die Gemeinde auf.

Fürbitten

Bei den Fürbitten beten wir für alles, was uns wichtig ist und auf dem Herzen liegt.

Die Fürbitten sind eine Aufgabe der Gemeinde.

Normalerweise übernimmt diesen Dienst ein Lektor oder eine Lektorin.

Bei den Gottesdiensten für Kinder übernehmen auch Kinder diese wichtige Aufgabe.

Und was ist er tiefere Sinn des Wortgottesdienstes?

Wir begegnen Jesus in seinen Worten und Taten, dem Evangelium.

Im Evangelium ist Jesus bei uns.

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Die vier Teile des Gottesdienstes – Teil 3

Die Eucharistiefeier

Das ist ein bisschen verwirrend.

Der ganze Gottesdienst heißt ja Eucharistiefeier.

Und dann heißt ein Teil des Gottesdienstes, nämlich der dritte Teil, auch noch Eucharistiefeier!

Beim Wortgottesdienst steht die Bibel im Mittelpunkt und der Ambo, der Ort, von dem aus die Bibel vorgelesen wird.

Bei der Eucharistiefeier, dem dritten Teil des Gottesdienstes, steht der Altar im Mittelpunkt, der Ort, auf dem Brot und Wein stehen.

Gabenbereitung

Bei der Gabenbereitung bringen die Ministranten und Ministrantinnen Brot und Wein zum Altar und der Pfarrer nimmt sie entgegen.

Früher brachten die Menschen Lebensmittel zum Gottesdienst mit.

Die wurden bei der Gabenbereitung eingesammelt und dann an arme Menschen verteilt.

Davon nahm man auch das Brot und den Wein, die man zum Gottesdienst brauchte.

Heute bringen wir keine Lebensmittel mehr zum Gottesdienst mit, sondern spenden bei der Gabenbereitung Geld für arme Menschen.

Zur Gabenbereitung setzt sich die Gemeinde hin und es wird meistens ein Lied gesungen.

Wegen Corona gibt es derzeit keine richtige Gabenbereitung.

Brot und Wein stehen schon auf dem Altar und die Körbchen zum Gabenspenden dürfen auch nicht durch die Bänke weitergegeben werden.

Die stehen hinten am Eingang.

Hochgebet

Nach der Gabenbereitung kommt das Dankgebet, das Hochgebet genannt wird. Du erkennst das Hochgebet daran, dass es einen ganz speziellen, feierlichen Anfang hat und der geht so:

Der Pfarrer sagt: „Der Herr sei mit euch!“

Die Gemeinde antwortet: „Und mit deinem Geiste!“

Der Pfarrer sagt: „Erhebet die Herzen!“

Die Gemeinde antwortet: „Wir haben sie beim Herrn!“

Der Pfarrer sagt: „Lasset uns danken dem Herrn, unserem Gott!“

Die Gemeinde antwortet: „Das ist würdig und recht!“

Damit soll Folgendes klar gemacht werden:

Wenn der Pfarrer jetzt das Hochgebet betet, dann sollen alle mit dem Herzen dabei sein und aufpassen, weil es wichtig ist und er es stellvertretend für alle spricht.

Im Hochgebet dankt der Pfarrer im Namen der Gemeinde Gott, dem Vater, für alles Gute, besonders aber für Jesus.

Mit den Engeln zusammen loben wir Gott und singen das Sanctus.

Sanctus ist Lateinisch und bedeutet auf Deutsch: Heilig.

Bild vom Kibiwe 2017

Bei jedem Hochgebet erzählt der Pfarrer auch die Geschichte vom letzten Abendmahl.

Die Ministranten und Ministrantinnen läuten dabei zweimal mit den Glocken.

Jetzt, so sagt es der Glaube, ist Jesus im Heiligen Brot bei uns.

Danach sagt der Pfarrer: „Geheimnis des Glaubens“ und die Gemeinde antwortet:

„Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“

Wir erinnern uns an Jesus, besonders an seinen Tod und seine Auferstehung.

Wir beten für alle Menschen, besonders aber für die Menschen, die mit uns zusammen Eucharistie feiern.

Den Heilige Geist als Taube findest du auf der Kindergottesdienstkerze

Das Hochgebet endet mit einem ganz großen Lobpreis, den wir in Neufahrn gemeinsam sprechen:

„Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit. Amen.“

Durch ihn und mit ihm und in ihm: Damit ist Jesus gemeint.

Beim Hochgebet steht die Gemeinde und kniet sich nach dem Sanctus hin.

Die Ministranten und Ministrantinnen machen es vor.

Tipp:

Wenn du unsicher bist, was du machen sollst, dann schau doch einfach, was die Erwachsenen in den Bänken machen!

Vaterunser

Nach dem Hochgebet kommt das Vaterunser, das alle gemeinsam beten.

Beim Vaterunser steht die Gemeinde.

Friedensgruß

Danach kommt der Friedensgruß.

Der Pfarrer sagt: „Der Friede sei mit euch!“ und die Gemeinde antwortet: „Und mit deinem Geiste!“ (Inzwischen können wir das schon richtig gut, oder?)

Jetzt geben wir unseren Nachbarn und Nachbarinnen in der Bank die Hand und sagen auch:

„Der Friede sei mit dir!“

Pustekuchen, natürlich nicht.

Schon wieder Corona!

Aber dafür Winken wir in Neufahrn unseren Nachbarn und Nachbarinnen zu und, weil wir es können, auch gleich Leuten, Bekannten und Freunden, die weiter entfernt sitzen irgendwo in der Kirche sitzen.

Brotbrechung

Der Pfarrer bricht das Heilige Brot jetzt in mehrere Teile.

Das soll uns daran erinnern, dass wir alle von einem einzigen Heiligen Brot essen.

Früher gab es tatsächlich nur ein großes Brot für die ganze Gemeinde, das für alle gebrochen wurde, und nur einen Kelch mit Wein, aus dem alle getrunken haben.

Es hat mit dem Wort „Kommunion“ zu tun.

Natürlich sind solche Sachen in diesen Corona-Zeiten nicht denkbar.

Denn im Gottesdienst wird derzeit superstreng darauf geachtet, dass die Hostien, so wird das Brot im Gottesdienst ja genannt, immer abgedeckt sind und nur von demjenigen oder derjenigen mit der Hand berührt werden, die sie dann auch bei der Kommunion empfangen.

Auf der Kindergottesdienstkerze ist ein Osterlamm zu finden. Das Lamm ist ein Symbol für Jesus

Vor der Kommunion gibt es ein spezielles Gebet.

Der Pfarrer sagt: „Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt“ und die Gemeinde antwortet:

„Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach. Aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“

Das Gebet müssen alle Menschen beten, die zur Kommunion gehen.

Der Pfarrer, die Religionslehrerin, der Papst, der Präsident der Vereinigten Staaten, deine Mutter, dein Vater und du.

Das Gebet sagt:

Egal wie toll du bist und für wie wahnsinnig wichtig man dich hält – Jesus ist der Größte.

Er begegnet dir in diesem einfachen und heiligem Brot.

Zu diesem Gebet kniet sich die Gemeinde noch einmal hin.

Kommunion

Wenn du zur Kommunion gehst, dann mache aus deinen Händen eine Schale, indem du eine Hand über die andere legst.

Also so etwas wie eine Schale mit zwei Böden.

Dann legt dir der Pfarrer oder ein Kommunionhelfer oder eine Kommunionhelferin das Heilige Brot in die Hand, die oben ist.

Mit der unteren Hand nimmst du dann das Heilige Brot und tust es in deinen Mund.

Auf der Kindergottesdienstkerze ist eine Hostienschale und ein Kelch abgebildet.

Davor aber wird dir gesagt: „Leib Christi!“ und du antwortest: „Amen.“

Kommunion ist lateinisch und bedeutet auf Deutsch: Gemeinschaft.

Wenn du zur Kommunion gehst, dann hast du Gemeinschaft mit Jesus und mit allen anderen Menschen, die zur Kommunion gehen.

Wir essen alle gemeinsam von dem einen Heiligen Brot, das Jesus ist.

Schon wieder Corona, aber diesmal macht es dir das Leben einfacher:

Der Pfarrer und die Kommunionhelfer und Kommunionhelferinnen sagen nicht „Leib Christi“ und du musst auch nicht „Amen“ antworten.

Das Heilige Brot wird mit einer goldenen Zange oder einem goldenen Löffel ausgeteilt und natürlich gibt es keine Weinkommunion für die Erwachsenen.

Danklied

Nach der Kommunion wird der Altar von den Ministranten und Ministrantinnen wieder abgeräumt.

Was vom Heiligen Brot übriggeblieben ist, wird in den Tabernakel gebracht.

Dann wird das Danklied gesungen.

Dabei sitzt die Gemeinde.

In diesen Corona-Zeiten wird das Heilige Brot erst nach dem Gottesdienst in den Tabernakel gebracht.

Schlussgebet

Zum Schlussgebet steht die Gemeinde wieder auf.

Und das ist der tiefere Sinn der Eucharistiefeier:

Wie oft hat Jesus wohl Brot genommen, das Dankgebet gesprochen, das Brot gebrochen und an seine Jünger und Jüngerinnen verteilt?

Wenn wir es tun und Eucharistie feiern, dann deshalb:

Weil er es uns aufgetragen hat, weil wir uns dabei an ihn erinnern, weil wir so Gemeinschaft haben mit ihm und untereinander.

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Die vier Teile des Gottesdienstes – Teil 4

Die Entlassung

Der vierte Teil der Eucharistiefeier ist der Kürzeste.

Ankündigungen

Die Entlassung beginnt damit, dass der Pfarrer ankündigt, was in der nächsten Woche in der Pfarrgemeinde los ist.

Dazu gibt es zwar einen Kirchenanzeiger auf Papier gedruckt und natürlich kann man auch auf die Homepage der Pfarrei schauen.

Aber das kennst du selbst aus der Schule:

Wenn die Lehrerin das alles auch noch persönlich sagt, dann bleibt es noch mal besser im Gedächtnis.

Segen

Dann segnet der Pfarrer die Gemeinde.

Segen bedeutet: Gutes von Gott erhalten.

Entlassung

Zum Schluss sagt der Pfarrer: „Gehet hin in Frieden!“ und die Gemeinde antwortet:

„Dank sei Gott, dem Herrn!“

Auszug

In der Regel bleibt man noch in den Bänken, bis der Pfarrer und die Ministranten und Ministrantinnen die Kirche verlassen haben.

Dann geht auch die Gemeinde.

Der tiefere Sinn der Entlassung ist:

Nimm etwas Gutes mit aus dem Gottesdienst und bringe es in die Welt außerhalb der Kirche.

Den Geist Jesu, vielleicht etwas von seinem Frieden und seinem Willen zum Vergeben und Verzeihen, etwas von seinem Vertrauen auf Gott, den Vater, etwas von seiner Liebe zu allen Menschen, etwas von seiner Hoffnung und Freude darüber, dass Gott alles gut machen wird.

Deshalb feiern wir jeden Sonntag Eucharistie.

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Miteinander den Glauben feiern - der Gottesdienst

Warst du schon einmal bei einer Wortgottesfeier dabei?

Vielleicht warst du schon mal in Neufahrn in der Kirche und hast dich gewundert, dass der Gottesdienst ein Bisserl anders abläuft.

Das fängt schon damit an, dass nicht unser Pfarrer den Gottesdienst leitet.

Wenn du am Altar nach dem Kelch mit Wein suchst, dann suchst du vergebens.

Meistens sind es gleich zwei Leute, die den Gottesdienst leiten.

Im Gegensatz zu unserem Pfarrer tragen sie nur ein weißes langes Gewand und schauen eher wie zwei erwachsene Ministranten aus.

Das weiße Gewand heißt Albe und erinnert an das weiße Gewand, das man bei der Taufe getragen hat.

Wenn das der Fall ist, dann bist du in eine Wortgottesfeier geraten und vielleicht ist es keine schlechte Idee, wenn du auch über diese Form des Gottesdienstes Bescheid weißt.

Eucharistiefeiern darf nämlich nur der Pfarrer leiten.

Wortgottesfeiern dürfen Frauen und Männer aus der Pfarrei leiten.

Dazu werden sie vom Bischof beauftragt.

Wortgottesfeiern gibt es noch gar nicht so lange, erst seit ungefähr 50 Jahren!

Das erkennt man schon einmal daran, dass es keine neuen Wörter in Griechisch, Lateinisch oder Hebräisch dazu gibt.

Und ganz viele Elemente der Wortgottesfeier kennen wir auch schon aus der Eucharistiefeier.

Aber trotzdem, schauen wir einmal genau hin.

Ich habe meine Freundin Gabi gebeten, deshalb mal Fotos bei einer Wortgottesfeier zu machen.

Vielen Dank, Gabi!

Die Eröffnung

Auch die Wortgottesfeier hat eine Eröffnung.

Die Eröffnung bei der Wortgottesfeier unterscheidet sich nicht von der Eröffnung bei der Eucharistiefeier.

Der Wortgottesdienst

Auch der zweite Teil der Wortgottesfeier, der Wortgottesdienst, unterscheidet sich nicht von einem Wortgottesdienst bei einer Euchaistiefeier.

Die Kommunionfeier

Aber beim dritten Teil wird es speziell.

Es gibt keine Gabenbereitung, kein Hochgebet und auch keine Brotbrechung.

Das ist bei der letzten Eucharistiefeier, vielleicht am Sonntag davor, geschehen.

Dann wurde das, was vom Heiligen Brot übrig geblieben ist, im Tabernakel aufgehoben.

Du erinnerst dich?

Dieses Heilige Brot, das im Tabernakel aufgehoben wird, ist jetzt in der Wortgottesfeier wichtig.

Zunächst gibt es ein Gebet, das sonntäglicher Lobpreis genannt wird.

Die Leiter des Gottesdienstes beten es stellvertretend für die ganze Gemeinde.

In diesem Gebet danken wir Gott, dem Vater, für alles, was er für uns getan hat, besonders aber für Jesus.

Danach wird das Heilige Brot aus dem Tabernakel geholt und auf den Altar gestellt.

Dieser Teil des Gottesdienstes wird Übertragung genannt.

In diesen Corona-Zeiten gibt es keine Übertragung.

Das Heilige Brot wird schon vor dem Gottesdienst aus dem Tabernakel geholt.

Es steht versteckt hinter dem Blumenschmuck auf dem Altar und wird jetzt ganz bewusst in die Mitte des Altares gestellt.

Jetzt kommt ein Gebet zu Jesus, der im Heiligen Brot unter uns ist. Es wird Anbetung genannt.

Danach wird gemeinsam das Vaterunser gebetet.

Nach dem Vaterunser kommt der Friedensgruß.

In Corona-Zeiten ist es ein Friedenswinken, wie man sieht.

Anschließend wird bei der Kommunion das Heilige Brot an die Menschen ausgeteilt.

In diesen Corona-Zeiten wird das Heilige Brot mit einem Löffel oder einer Zange ausgeteilt.

Das kannst du auf diesen Bildern gut sehen, links: Zange, rechts: Löffel.

Nach der Kommunion wird das Heilige Brot, das übriggeblieben ist, wieder in den Tabernakel zurückgebracht.

Das Gefäß, in dem das Heilige Brot aufbewahrt wird, heißt übrigens Ziborium und hat einen Deckel.

In diesen Corona-Zeiten geschieht das auch nach dem Gottesdienst.

Anstelle dessen wird das Heilige Brot wieder hinter den Blumenschmuck gestellt.

Danach kommt oft ein Danklied und das Schlussgebet.

In Neufahrn heißt der dritte Teil der Wortgottesfeier:

Kommunionfeier.

Die Entlassung

Der vierte Teil der Wortgottesfeier heißt Entlassung und unterscheidet sich nicht von der Entlassung bei einer Eucharistiefeier.

Wo zwei oder drei

Die Eucharistiefeier ist der wichtigste Gottesdienst, keine Frage.

Einfach deshalb, weil Jesus selbst uns den Auftrag dazu erteilt hat.

Aber es gibt viele Formen von Gottesdiensten.

Wichtig ist, dass die Gemeinde immer wieder zusammenkommt und sich an Jesus erinnert.

Jesus hat versprochen:

Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, dann bin ich mitten unter ihnen.