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Die Jesusgeschichten werden aufgeschrieben

Kennst du das Spiel „Stille Post“?

Falls nicht, das Spiel geht so:

Jemand denkt sich einen Satz aus und flüstert ihn seinem Nachbarn ins Ohr.

Der Nachbar flüstert jetzt den Satz dem nächsten Nachbarn ins Ohr, der wieder dem nächsten, bis alle dran waren.

Der Letzte darf dann laut sagen, was ihm ins Ohr geflüstert wurde.

Bei diesem Spiel passiert meistens folgendes:

Das, was der Letzte ins Ohr geflüstert bekommt, ist nicht das, was der Erste sich ausgedacht hat.

Der Satz hat sich verändert!

Vielleicht lautete der Satz: „Im Frühling blühen viele Blumen.“

Und das hört vielleicht der Letzte: „Friedelbum“ oder etwas Ähnliches.

Warum?

Entweder es wurde nicht richtig verstanden, was einem ins Ohr geflüstert wurde, oder man hat einfach beim Weitersagen etwas von dem Satz vergessen.

Manchmal verändern Mitspieler auch mit Absicht den Satz.

Das passiert ganz oft auch im Alltag.

Wenn etwas nur gesagt wird, wird es oft gleich wieder vergessen.

Damit man sich an das wieder erinnern kann, was man vergessen hat, gibt es ein sehr gutes Hilfsmittel:

Man schreibt es auf, bevor man es vergisst.

Schreiben und lesen, das sind doch die zwei wichtigen Sachen, die du dieses Jahr in der Schule lernst, nicht wahr?

Mit den Geschichten über Jesus war das so eine ähnliche Sache.

Die Jünger und Jüngerinnen erzählten allen Menschen von Jesus.

Viele Menschen begannen deshalb auch an Jesus zu glauben.

Auch sie erzählten wieder anderen Menschen von Jesus.

Auch diese Menschen begannen an Jesus zu glauben und erzählten wieder anderen Menschen von Jesus – merkst du was?

Erinnert dich das an das Spiel „Stille Post“?

Wie lange denkst du, dass das gut gegangen wäre?

„Jesus hat den Tod besiegt, halleluja!“ wäre dann zu „Josef liebt Julia“ oder etwas Ähnlichem geworden.

Deshalb war es sicher eine gute Idee, dass die Geschichten von Jesus aufgeschrieben wurden.

In der Bibel finden wir heute, also 2000 Jahre später, gleich vier Berichte über das, was Jesus getan und gesagt hat.

Markus war der Erste, der einen Bericht über Jesus schrieb.

Er gab seinem Bericht einen besonderen Namen: Evangelium.

Später schrieben dann Matthäus, Lukas und Johannes ihre Evangelien über Jesus.

(Evangelien ist übrigens die Mehrzahl von Evangelium)

Von Markus stammt zum Beispiel die Geschichte vom Seesturm.

Von Matthäus stammt zum Beispiel die Geschichte von den Weisen aus dem Osten, die Jesus kurz nach seiner Geburt besucht haben.

Von Lukas stammt zum Beispiel die Geschichte vom Zöllner Zachäus.

Und von Johannes stammt zum Beispiel die Geschichte vom großen Fischfang.

Beim Gottesdienst wird immer eine Jesusgeschichte aus den Evangelien vorgelesen

Ohne Matthäus, Markus, Lukas und Johannes wüssten wir heute nichts mehr über Jesus, niemand, kein einziger Mensch auf der Welt.