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3. Klasse

Was passiert eigentlich im Gottesdienst?

Was passiert im Gottesdienst?

Das würde ich euch jetzt gerne direkt fragen.

Vielleicht habt ihr da schon ein paar Antworten:

Es wird gebetet, es wird gesungen, es wird aus der Bibel vorgelesen …

Das stimmt alles!

Vielleicht habt ihr auch schon bemerkt, dass es irgendwie eine bestimmte Ordnung gibt, wenn wir Gottesdienst feiern.

Ordnung, das bedeutet in diesem Fall: Zuerst passiert dies, dann passiert das.

Wer bestimmt das eigentlich?

Jesus?

Das ist falsch und das ist richtig.

Jesus hat uns aufgetragen, zur Erinnerung an ihn Brot zu nehmen, Gott zu danken, das Brot miteinander zu brechen und zu essen.

Aber, Hand aufs Herz, wenn du heute in den Gottesdienst gehst, dann ist das doch etwas komplizierter als damals beim letzten Abendmahl.

Woran liegt das?

Dieser Gottesdienst wird ununterbrochen gefeiert, seitdem Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern den Auftrag dazu gab.

Zum Beispiel: Im Gottesdienst wird aus der Bibel vorgelesen. Diesen Teil des Gottesdienstes haben wir beim Judentum abgeschaut.

Im Laufe der Zeit sind Sachen dazu gekommen (und manche auch wieder abgeschafft worden).

Manche Dinge hat man sich von anderen Religionen abgeguckt und dann für den Gottesdienst übernommen, weil sie gut passen, Sinn machen und schön sind.

Im Laufe der Jahrhunderte hat der Gottesdienst viele verschiedene Namen bekommen:

Brotbrechen, Messe, Heilige Messe, Messopfer, göttliche Liturgie, Abendmahl, Mysterienfeier, Eucharistiefeier, Herrenmahl …

Wir in Neufahrn nennen den Gottesdienst übrigens meistens Eucharistiefeier.

Vielleicht erinnerst du dich:

Eucharistie ist Griechisch und heißt: „Danke“ (Dieser Name für den Gottesdienst wurde ungefähr 100 Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung erfunden).

Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Gottesdienst auf Griechisch und dann auf Lateinisch gefeiert.

Heute ist die Sprache im Gottesdienst (bei uns) Deutsch.

Noch heute verwenden wir deshalb griechische, lateinische, aber inzwischen auch deutsche Begriffe im Gottesdienst.

Übrigens gibt es auch noch hebräische Wörter im Gottesdienst – ich hoffe, du hast Lust darauf, diese Begriffe alle kennen zu lernen!

Dieses Bild stammt vom Kibiwe 2013. Die christliche Gemeinde in Antiochia trifft sich zum Gottesdienst. Kirchengebäude kannten die frühen Christen noch nicht. Es gab damals auch noch nicht so viele Christen.

Die Eucharistiefeier ist also 2000 Jahre alt.

Im Kern geht sie auf Jesus zurück, aber viele Christen und Christinnen haben dazu beigetragen, dass sie so gefeiert wird, wie wir sie heute kennen.

Es ist schön, einen Gottesdienst mit einer so langen Tradition zu feiern.

Und es ist schön, wenn man die Eucharistie so feiern kann, dass auch wir Menschen heute verstehen, worum es eigentlich geht.