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Miteinander den Glauben feiern - der Gottesdienst

Die vier Teile des Gottesdienstes – Teil 1

Die Eröffnung

Alles, was in der Eröffnung geschieht, ist erst im Lauf der Zeit zum Gottesdienst dazugekommen.

Und wozu ist die Eröffnung gut?

Das kennst du vielleicht auch aus der Schule am Morgen:

Du bist zwar im Klassenzimmer angekommen, aber deine Gedanken sind noch irgendwo anders.

Sie brauchen einfach mehr Zeit, auch im Klassenzimmer anzukommen.

Im Gottesdienst ist das nicht anders.

Die Eröffnung ist dazu da, dass auch die Gedanken beim Gottesdienst ankommen können.

Und – sie hat noch einen anderen tiefen Sinn.

Einzug

Die Gemeinde ist schon auf ihren Plätzen und du schaust noch neugierig herum oder redest leise mit deinem Nachbarn oder deiner Nachbarin –

da ertönen Glocken und die Ministranten und Ministrantinnen kommen mit dem Pfarrer herein.

Die Gemeinde steht dazu auf und singt gemeinsam das erste Lied.

(Das Singen in der Kirche ist in den Corona-Zeiten nicht erlaubt, aber das Spielen mit der Orgel schon.

Unsere Organisten und Organistinnen, so nennt man die Leute an der Orgel, greifen kräftig in die Tasten.

Es muss ohne Singen gehen, aber niemals ohne Musik.)

Kreuzzeichen

Gemeinsam machen wir das Kreuzzeichen:

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“

Begrüßung

„Der Herr sei mit euch!“ sagt der Pfarrer und alle antworten: „Und mit deinem Geiste!“

Das ist eine sehr alte Begrüßungsweise, die sich im Gottesdienst erhalten hat.

Dann begrüßt der Pfarrer die Gemeinde noch mit persönlichen Worten.

Bitte um Verzeihung

Danach gibt es immer ein paar Gedanken zur Besinnung.

Manchmal überlegen wir auch, was in der Woche war, was gut war und was nicht gut war.

Manchmal bitten wir Gott um Verzeihung.

(Das Bild dazu zeigt den Zöllner Zachäus beim Kibiwe 2017)

Kyrie-Rufe

Danach kommen die Kyrie-Rufe.

Und da haben wir die ersten griechischen Worte im Gottesdienst.

Ich habe euch das angekündigt, nicht wahr?

„Kyrie eleison“ heißt auf Deutsch „Herr, erbarme dich“ und ist ein griechischer Satz.

Aber warum sprechen oder singen wir das?

Wir begrüßen Jesus, der immer bei uns ist, wenn wir uns in seinem Namen versammeln.

Gloria

Mit dem Gloria, das jetzt kommt oder auch nicht kommt, ist das eine besondere Sache.

Das Gloria zu singen soll nämlich Spaß machen!

Es ist ein Loblied auf Gott und es erinnert an die Engel, die dieses Lied an Weihnachten gesungen haben um den Hirten zu verkünden: Jesus ist da!

Das Gloria darf nur an Sonntagen und an Feiertagen gesungen werden.

In der ganzen Zeit des Advents und in der Fastenzeit darf es überhaupt nicht gesungen werden.

Beim Gloria soll man spüren:

Auf Gott zu vertrauen macht glücklich und froh.

So wie dieses Vertrauen auf Gott ist auch das Gloria ein Geschenk.

Gloria ist das lateinische Wort für Lob oder Ehre.

Wir loben Gott, wenn wir das Gloria singen.

Lateinisch habe ich euch auch angekündigt, stimmt‘s?

(Weil wir zur Zeit im Gottesdienst nicht singen dürfen, entfällt deshalb das Gloria, manchmal singen Musikanten oder Musikantinnen das Gloria stellvertretend für uns, manchmal spielt nur die Orgel.)

Tagesgebet

Wenn der Pfarrer betet, dann betet er nicht für sich.

Er betet stellvertretend für die Gemeinde.

Ein Zeichen dafür ist, dass er zum Gebet die Hände ausbreitet.

Früher haben alle Christen so ihre Hände zum Gebet gehalten.

Die Gemeinde antwortet auf das Gebet mit dem „Amen“.

Amen ist ein hebräisches Wort und bedeutet:

So sei es, so soll es sein, wir sind einverstanden.

Hebräisch war auch angekündigt, aber inzwischen hast du dich hoffentlich an die Fremdwörter gewöhnt.

Nach dem Tagesgebet setzt die Gemeinde sich hin.

Die Gemeinde steht während der Eröffnung, außer der Pfarrer sagt oder zeigt an, dass man sich hinsetzen soll.

(In Corona-Zeiten dürfen die Ministranten und Ministrantinnen das Buch mit dem Tagesgebet für den Pfarrer nicht halten, weil das gegen die Abstandsregeln verstößt. Deshalb hält der Pfarrer das Buch selbst und kann derzeit leider so auch nicht die Hände ausbreiten, wie du es auf dem Bild siehst.)

Und was ist der tiefere Sinn der Eröffnung?

Wir begegnen Jesus, der mitten unter uns ist, wenn wir uns in seinem Namen versammeln.

Für die Jünger und Jüngerinnen war er sichtbar am Ostertag, für uns ist er unsichtbar in unserer Mitte.

„Glücklich ist, wer nicht sieht und doch glaubt“, sagt Jesus zu uns.