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3. Klasse

Die vier Teile des Gottesdienstes – Teil 2

Der Wortgottesdienst

Das Wichtigste im Wortgottesdienst ist, dass aus der Bibel vorgelesen wird.

Diese Idee, nämlich im Gottesdienst aus der Bibel vorzulesen, haben wir Christen vom Gottesdienst der Juden abgeschaut.

Früher gab es nur wenige Bücher und nur ganz wenige Bibeln.

Um zu erfahren, was in der Bibel steht, gab es für viele Menschen nur im Wortgottesdienst die Gelegenheit.

Klar, heute könnte jeder und jede mit einem einfachen Klick im Internet die Bibel lesen, aber wer macht das schon?

Deshalb ist auch heute noch der Wortgottesdienst wichtig.

So bekommt man jedes mal, wenn man in den Gottesdienst geht, ein Bisschen was von dem mit, was in der Bibel steht.

Das Lesen in der Bibel hat noch einen tieferen Sinn übrigens.

Aber zuerst: Die Bibel hat zwei Teile, das Alte Testament (AT) und das Neue Testament (NT).

Das Alte Testament entstand, bevor Jesus lebte, das Neue Testament entstand nach Jesu Tod und Auferstehung.

Das Alte Testament ist die Heilige Schrift der Juden.

Sie nennen es Tanach.

Aber auch für uns Christen ist das Alte Testament Teil unserer Heiligen Schrift.

Das Neue Testament gehört uns Christen allein.

Im Neuen Testament finden wir die Geschichten von Jesus.

Die Geschichten von Jesus sind aber nur ein Teil des Neuen Testamentes.

Wir nennen sie Evangelien.

Es gibt vier Leute, die ein Evangelium für das Neue Testament geschrieben haben:

Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

Im NT gibt es 21 Briefe. 14 davon soll oder hat der Apostel Paulus geschrieben. 2003 und 2013 gab es schon ein Kibiwe zu Paulus. Dieses Bild stammt vom Kibiwe 2003. Aufnahme: Harald Renz

Im Neuen Testament gibt es aber auch Geschichten von den Jüngern und Jüngerinnen nach Jesu Auferstehung und es gibt dort Briefe, die von Jüngern an andere Christen oder Christinnen geschrieben wurden.

Deshalb sollte eigentlich dreimal aus der Bibel im Gottesdienst vorgelesen werden:

Einmal aus dem AT, dann aus den Briefen im NT, dann aus den Evangelien.

In Neufahrn ist es so, dass wir entweder eine Lesung aus dem AT oder den Briefen des NT haben und immer eine Lesung aus den Evangelien, weil die für uns Christen absolut superwichtig sind.

Die Idee dahinter ist:

Besser zweimal gut aufgepasst als dreimal schlecht aufgepasst.

Lesung aus dem AT oder aus den Briefen des NT

Zuerst also hören wir eine Lesung aus dem AT oder aus den Briefen des NT.

Bei der Lesung sitzen wir.

Das Lesen der Lesung ist Sache der Gemeinde.

Ein Lektor oder eine Lektorin übernimmt meistens diesen Dienst.

Lektor ist Lateinisch und heißt auf Deutsch „Vorleser“.

Zwischengesang/ Halleluja-Ruf

Nach der Lesung singen wir ein Lied, das Zwischengesang genannt wird, und dann das Halleluja, mit dem das Evangelium begrüßt wird.

Halleluja ist ein hebräisches Wort und heißt auf Deutsch: Lobt Gott!

Evangelium

Dann wird das Evangelium vorgelesen.

Zum Halleluja und zum Hören des Evangeliums steht die Gemeinde auf.

Predigt

Nach dem Evangelium hält der Pfarrer eine Rede, die Predigt genannt wird.

Die Predigt soll der Gemeinde helfen, das Evangelium und die Lesung besser zu verstehen und sich zu fragen, was die Geschichten von Jesus für uns Menschen heute bedeuten sollen.

Die älteren Leute hören da gerne geduldig zu, aber ihr Kinder habt vielleicht den Mut, hier eure eigenen Gedanken zur Sprache zu bringen.

Deshalb ist es besonders bei den Gottesdiensten für euch üblich, dass ihr bei der Predigt plötzlich gefragt werdet, was ihr denkt oder meint.

Dann ist die Predigt ein Gespräch über das Evangelium und sogar du kannst etwas dazu beitragen, dass wir alle Jesus besser verstehen können.

Bei der Predigt sitzt die Gemeinde.

Glaubensbekenntnis

Mit dem Glaubensbekenntnis antwortet die Gemeinde auf das Evangelium und auf die Predigt.

Das Glaubensbekenntnis ist ein sehr alter Text und sehr lang.

Du findest ihn im Gotteslob auf Seite 36.

Beim Glaubensbekenntnis geht es darum, einfach zu sagen, dass man auf Gott, den Vater, vertraut, der alles geschaffen hat, auf Jesus, der uns gezeigt hat, wie Gott ist, und auf Gottes Geist, den Heiligen Geist, der in unseren Herzen wohnt und uns begleitet.

Dazu steht die Gemeinde auf.

Fürbitten

Bei den Fürbitten beten wir für alles, was uns wichtig ist und auf dem Herzen liegt.

Die Fürbitten sind eine Aufgabe der Gemeinde.

Normalerweise übernimmt diesen Dienst ein Lektor oder eine Lektorin.

Bei den Gottesdiensten für Kinder übernehmen auch Kinder diese wichtige Aufgabe.

Und was ist er tiefere Sinn des Wortgottesdienstes?

Wir begegnen Jesus in seinen Worten und Taten, dem Evangelium.

Im Evangelium ist Jesus bei uns.