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Miteinander den Glauben feiern - der Gottesdienst

Die vier Teile des Gottesdienstes – Teil 3

Die Eucharistiefeier

Das ist ein bisschen verwirrend.

Der ganze Gottesdienst heißt ja Eucharistiefeier.

Und dann heißt ein Teil des Gottesdienstes, nämlich der dritte Teil, auch noch Eucharistiefeier!

Beim Wortgottesdienst steht die Bibel im Mittelpunkt und der Ambo, der Ort, von dem aus die Bibel vorgelesen wird.

Bei der Eucharistiefeier, dem dritten Teil des Gottesdienstes, steht der Altar im Mittelpunkt, der Ort, auf dem Brot und Wein stehen.

Gabenbereitung

Bei der Gabenbereitung bringen die Ministranten und Ministrantinnen Brot und Wein zum Altar und der Pfarrer nimmt sie entgegen.

Früher brachten die Menschen Lebensmittel zum Gottesdienst mit.

Die wurden bei der Gabenbereitung eingesammelt und dann an arme Menschen verteilt.

Davon nahm man auch das Brot und den Wein, die man zum Gottesdienst brauchte.

Heute bringen wir keine Lebensmittel mehr zum Gottesdienst mit, sondern spenden bei der Gabenbereitung Geld für arme Menschen.

Zur Gabenbereitung setzt sich die Gemeinde hin und es wird meistens ein Lied gesungen.

Wegen Corona gibt es derzeit keine richtige Gabenbereitung.

Brot und Wein stehen schon auf dem Altar und die Körbchen zum Gabenspenden dürfen auch nicht durch die Bänke weitergegeben werden.

Die stehen hinten am Eingang.

Hochgebet

Nach der Gabenbereitung kommt das Dankgebet, das Hochgebet genannt wird. Du erkennst das Hochgebet daran, dass es einen ganz speziellen, feierlichen Anfang hat und der geht so:

Der Pfarrer sagt: „Der Herr sei mit euch!“

Die Gemeinde antwortet: „Und mit deinem Geiste!“

Der Pfarrer sagt: „Erhebet die Herzen!“

Die Gemeinde antwortet: „Wir haben sie beim Herrn!“

Der Pfarrer sagt: „Lasset uns danken dem Herrn, unserem Gott!“

Die Gemeinde antwortet: „Das ist würdig und recht!“

Damit soll Folgendes klar gemacht werden:

Wenn der Pfarrer jetzt das Hochgebet betet, dann sollen alle mit dem Herzen dabei sein und aufpassen, weil es wichtig ist und er es stellvertretend für alle spricht.

Im Hochgebet dankt der Pfarrer im Namen der Gemeinde Gott, dem Vater, für alles Gute, besonders aber für Jesus.

Mit den Engeln zusammen loben wir Gott und singen das Sanctus.

Sanctus ist Lateinisch und bedeutet auf Deutsch: Heilig.

Bild vom Kibiwe 2017

Bei jedem Hochgebet erzählt der Pfarrer auch die Geschichte vom letzten Abendmahl.

Die Ministranten und Ministrantinnen läuten dabei zweimal mit den Glocken.

Jetzt, so sagt es der Glaube, ist Jesus im Heiligen Brot bei uns.

Danach sagt der Pfarrer: „Geheimnis des Glaubens“ und die Gemeinde antwortet:

„Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“

Wir erinnern uns an Jesus, besonders an seinen Tod und seine Auferstehung.

Wir beten für alle Menschen, besonders aber für die Menschen, die mit uns zusammen Eucharistie feiern.

Den Heilige Geist als Taube findest du auf der Kindergottesdienstkerze

Das Hochgebet endet mit einem ganz großen Lobpreis, den wir in Neufahrn gemeinsam sprechen:

„Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit. Amen.“

Durch ihn und mit ihm und in ihm: Damit ist Jesus gemeint.

Beim Hochgebet steht die Gemeinde und kniet sich nach dem Sanctus hin.

Die Ministranten und Ministrantinnen machen es vor.

Tipp:

Wenn du unsicher bist, was du machen sollst, dann schau doch einfach, was die Erwachsenen in den Bänken machen!

Vaterunser

Nach dem Hochgebet kommt das Vaterunser, das alle gemeinsam beten.

Beim Vaterunser steht die Gemeinde.

Friedensgruß

Danach kommt der Friedensgruß.

Der Pfarrer sagt: „Der Friede sei mit euch!“ und die Gemeinde antwortet: „Und mit deinem Geiste!“ (Inzwischen können wir das schon richtig gut, oder?)

Jetzt geben wir unseren Nachbarn und Nachbarinnen in der Bank die Hand und sagen auch:

„Der Friede sei mit dir!“

Pustekuchen, natürlich nicht.

Schon wieder Corona!

Aber dafür Winken wir in Neufahrn unseren Nachbarn und Nachbarinnen zu und, weil wir es können, auch gleich Leuten, Bekannten und Freunden, die weiter entfernt sitzen irgendwo in der Kirche sitzen.

Brotbrechung

Der Pfarrer bricht das Heilige Brot jetzt in mehrere Teile.

Das soll uns daran erinnern, dass wir alle von einem einzigen Heiligen Brot essen.

Früher gab es tatsächlich nur ein großes Brot für die ganze Gemeinde, das für alle gebrochen wurde, und nur einen Kelch mit Wein, aus dem alle getrunken haben.

Es hat mit dem Wort „Kommunion“ zu tun.

Natürlich sind solche Sachen in diesen Corona-Zeiten nicht denkbar.

Denn im Gottesdienst wird derzeit superstreng darauf geachtet, dass die Hostien, so wird das Brot im Gottesdienst ja genannt, immer abgedeckt sind und nur von demjenigen oder derjenigen mit der Hand berührt werden, die sie dann auch bei der Kommunion empfangen.

Auf der Kindergottesdienstkerze ist ein Osterlamm zu finden. Das Lamm ist ein Symbol für Jesus

Vor der Kommunion gibt es ein spezielles Gebet.

Der Pfarrer sagt: „Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt“ und die Gemeinde antwortet:

„Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach. Aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“

Das Gebet müssen alle Menschen beten, die zur Kommunion gehen.

Der Pfarrer, die Religionslehrerin, der Papst, der Präsident der Vereinigten Staaten, deine Mutter, dein Vater und du.

Das Gebet sagt:

Egal wie toll du bist und für wie wahnsinnig wichtig man dich hält – Jesus ist der Größte.

Er begegnet dir in diesem einfachen und heiligem Brot.

Zu diesem Gebet kniet sich die Gemeinde noch einmal hin.

Kommunion

Wenn du zur Kommunion gehst, dann mache aus deinen Händen eine Schale, indem du eine Hand über die andere legst.

Also so etwas wie eine Schale mit zwei Böden.

Dann legt dir der Pfarrer oder ein Kommunionhelfer oder eine Kommunionhelferin das Heilige Brot in die Hand, die oben ist.

Mit der unteren Hand nimmst du dann das Heilige Brot und tust es in deinen Mund.

Auf der Kindergottesdienstkerze ist eine Hostienschale und ein Kelch abgebildet.

Davor aber wird dir gesagt: „Leib Christi!“ und du antwortest: „Amen.“

Kommunion ist lateinisch und bedeutet auf Deutsch: Gemeinschaft.

Wenn du zur Kommunion gehst, dann hast du Gemeinschaft mit Jesus und mit allen anderen Menschen, die zur Kommunion gehen.

Wir essen alle gemeinsam von dem einen Heiligen Brot, das Jesus ist.

Schon wieder Corona, aber diesmal macht es dir das Leben einfacher:

Der Pfarrer und die Kommunionhelfer und Kommunionhelferinnen sagen nicht „Leib Christi“ und du musst auch nicht „Amen“ antworten.

Das Heilige Brot wird mit einer goldenen Zange oder einem goldenen Löffel ausgeteilt und natürlich gibt es keine Weinkommunion für die Erwachsenen.

Danklied

Nach der Kommunion wird der Altar von den Ministranten und Ministrantinnen wieder abgeräumt.

Was vom Heiligen Brot übriggeblieben ist, wird in den Tabernakel gebracht.

Dann wird das Danklied gesungen.

Dabei sitzt die Gemeinde.

In diesen Corona-Zeiten wird das Heilige Brot erst nach dem Gottesdienst in den Tabernakel gebracht.

Schlussgebet

Zum Schlussgebet steht die Gemeinde wieder auf.

Und das ist der tiefere Sinn der Eucharistiefeier:

Wie oft hat Jesus wohl Brot genommen, das Dankgebet gesprochen, das Brot gebrochen und an seine Jünger und Jüngerinnen verteilt?

Wenn wir es tun und Eucharistie feiern, dann deshalb:

Weil er es uns aufgetragen hat, weil wir uns dabei an ihn erinnern, weil wir so Gemeinschaft haben mit ihm und untereinander.