Was ein Held ist, das weißt du sicher, und bestimmt hast du sogar schon mal von Superhelden gehört.
Helden, das sind Menschen, die andere Menschen retten.
Superhelden haben meist noch irgendwelche Superkräfte und es gibt ganz viele Filme, in denen Superhelden die Welt oder gleich das ganze Universum retten.
Jeder Mensch mag Superhelden und findet ganz toll, was sie machen.
Vielleicht wärst du sogar gerne selber ein Held oder sogar ein Superheld, der die Welt rettet?
Aber hast du dich schon einmal gefragt, was die Mütter von Superhelden dazu sagen, dass ihr Sohn oder ihre Tochter nie zu Hause ist und ständig Kopf und Kragen riskiert?
In der Bibel wird erzählt, dass die Mutter von Jesus sehr wohl gefragt wurde, ob sie die Mutter eines Helden werden will.
Die Geschichte will ich dir heute erzählen. Ein Mann namens Lukas hat sie aufgeschrieben.
Lukas erzählt: Damals lebte in dem kleinen Dorf Nazaret eine junge Frau. Sie hieß Maria.
Das 1. Gebot sagt: Wer an den Gott der Bibel glaubt, der darf keine anderen Götter verehren und auf sie hören.
Wir Menschen hören auf andere Menschen: Eltern, Großeltern, Freunde und Freundinnen, Lehrkräfte … .
Das ist normal.
Aber wusstest du, …
… dass Menschen davon leben, andere Menschen zu beeinflussen?
Das englische Wort „Influencer“ heißt auf Deutsch: „Beeinflusser“.
Es viel schwieriger, nur auf Gott zu hören, als man im ersten Augenblick denkt.
Die wenigsten Menschen schaffen das wirklich.
Ich denke, Martin Luther King war so ein Mensch, der nur auf Gott hörte. Fotoquelle: Pixabay
Der Name Gottes
Gott offenbart Mose seinen Namen
Das 2. Gebot sagt, dass man den Namen Gottes nicht missbrauchen soll.
Vielleicht geht es ja darum, dass man Gott nicht beleidigen darf …
2006 gewann Italien die Fußballweltmeisterschaft. Spielentscheidend war im Finale folgende Szene:
Der Spielführer der Franzosen, Zinedine Zidane, verabreichte dem italienischen Spieler Marco Materazzi nach einem Wortgeplänkel einen Kopfstoß und wurde mit einer roten Karte des Feldes verwiesen.
Ohne ihren Spielführer unterlagen die Franzosen den Italienern.
Wie hat Marco Materazzi es geschafft, Zinedine Zidane so zu provozieren, dass der die Beherrschung verlor?
aufgenommen im August 2014 in Neapel
Marco Materazzi hatte die Schwester von Zinedine Zidane beleidigt.
Menschen fühlen sich besonders verletzt, wenn jemand ihre Familie oder eben auch ihren Gott beleidigt.
Am 11. September 2001 ereignete sich der Terroranschlag auf das World Trade Center in New York: Terroristen entführten zwei Flugzeuge und lenkten sie in die beiden Wolkenkratzer. Beide stürzten ein und an die 3000 Menschen starben.
Wie kann man nur so etwas machen?
Nun, die Terroristen behaupteten, dass Gott ihnen befohlen habe die Ungläubigen zu töten.
Immer wieder tun Menschen schlimme Dinge im Namen Gottes und missbrauchen so seinen Namen.
Das ist so, als würden sie für das, was sie tun, die „Unterschrift Gottes“ fälschen.
Auch unter Menschen ist es gemein, den Namen oder die Unterschrift eines anderen zu fälschen. Und denke daran: Niemand darf dich zwingen, etwas zu unterschreiben, wenn du das nicht willst.
Ein heiliger Tag für alle
Der Sonntag ist nicht etwas Besonderes, weil man frei hat, sondern weil möglichst alle an diesem Tag frei haben sollen.
Wann soll man denn sonst was gemeinsam unternehmen?
Oma und Opa
Beim 4. Gebot geht es mehr um die Großeltern als um die Eltern.
Wer Oma und Opa am meisten am Herzen liegt, das ist vollkommen klar:
Ihre Enkelkinder!
Für die tun sie wirklich alles.
Und was können die Enkelkinder für Oma und Opa tun?
Sie besuchen, ihnen helfen und zu ihnen nett sein.
Klingt einfach, ist es auch.
Wer sorgt für Recht und Ordnung?
Beim 5. Gebot ging es ursprünglich darum, die Spirale der Gewalt und der Rache zu unterbrechen.
Jeder und jede kennt ja solche Geschichten:
Auf dem Pausenhof gibt es eine Schlägerei. Nachdem die Rauferei durch die Lehrerin beendet wurde, verteidigt sich einer: „Der andere hat mich geschubst!“
Ist er also im Recht?
Nein.
So langweilig es auch ist und so gerne man selbst rächen möchte:
Dafür gibt es Pausenaufsichten.
Und deren Aufgabe ist es, für Frieden zu sorgen und Streit zu schlichten.
Bei den Erwachsenen ist übrigens die Polizei dafür zuständig.
Und auf dem Fußballplatz ist es Aufgabe des Schiedsrichters oder der Schiedsrichterin. Fotoquelle: Pixabay
Freundschaft
Im 6. Gebot geht es eigentlich um Beziehungen zwischen erwachsenen Leuten.
Deshalb hier ein paar Gedanken, was Freunde und Freundinnen nie machen sollten.
Streit kommt in jeder Freundschaft vor.
Betrügen, lügen und schlecht hinter dem Rücken des anderen über ihn reden ist sehr oft das Ende einer Freundschaft.
Fotoquelle: Pixabay
Wenn niemand stehlen würde …
Im 7. Gebot geht es ums Stehlen.
Stell dir mal Folgendes vor:
In der Garderobe in der Schule sind fünf Euro liegen geblieben.
Und stell dir vor, alle würden sich an das Gebot halten: „Du sollst nicht stehlen!“
Weißt du, was mit den fünf Euro passieren würde?
Bevor du Sachen mitnimmst, die du zufällig findest, überlege: Gibt es eine Chance, dass der Besitzer gefunden werden kann?
Sie würden einfach liegenbleiben.
Hast du dir schon mal überlegt, wie viele Dinge unseren Alltag bestimmen, weil sich Menschen nicht an das 7. Gebot halten?
Das alles bräuchten wir nicht …
Fotoquelle Pixabay
Vertrauen
Fotoquelle: Pixabay
Beim 8. Gebot geht es ums Lügen.
Das Schlimme am Lügen ist: Man weiß eben nicht, ob der andere die Wahrheit sagt oder lügt. Und nicht nur das …
Ein Schüler hat seine Hausaufgaben gemacht, aber leider zu Hause vergessen. Das sagt er seiner Lehrerin, aber sie glaubt ihm nicht.
Viele denken, die Lehrerin ist so misstrauisch, weil der Schüler sie schon öfters angelogen hat.
Aber das muss nicht stimmen.
Die Lehrerin glaubt ihm nicht, weil andere schon vor ihm sie angelogen haben.
Das Lügen weniger zerstört das Vertrauen in einer Gemeinschaft, weil niemand mehr dem anderen glaubt.
40 Tage und Nächte war Elija gewandert, seitdem ihm der Engel Gottes in der Wüste frisches Brot und kühles Wasser gebracht hatte.
Fotoquelle Pixabay
Schon von Weitem konnte Elija den Gottesberg Horeb sehen. Dorthin war er unterwegs.
Das war der Berg, auf dem Gott dem Mose in einem Dornbusch, der brannte, aber nicht verbrannte, erschienen war.
Das war der Berg, von dem aus Gott dem Volk Israel die zehn Gebote verkündet hatte.
Ja, das waren gute Zeiten gewesen – damals! Wie lange war das her? Eine andere Zeit, so schien es Elija, eine andere Welt.
Teil 2
Seine Zeit und seine Welt war finster. Elija schauderte. Ihm war kalt und er war müde. Mit letzter Kraft erreichte er den Gottesberg. Er fand eine Höhle dort und legte sich nieder um auszuruhen.
Und dann hörte er eine Stimme: „Was willst du hier, Elija?“
Elija kannte die Stimme. Es war die Stimme Gottes. Ja, Gott sprach zu ihm, aber eben nur zu ihm. Außer ihm hörte niemand mehr Gott. So dachte Elija.
„Ich bin allein und einsam,“ rief Elija. „Niemand hört dich mehr. Es macht keinen Sinn, sich für dich einzusetzen. Ich bin der Letzte, der dich hört.“
„Komm raus aus deiner Höhle, Elija, und stell dich auf den Berg.“
Bevor Elija das tun konnte, begann es: Da erhob sich ein mächtiger Sturm.
Doch Gott war nicht im Sturm. Dann kam ein gewaltiges Erdbeben.
Doch Gott war nicht im Erdbeben. Ein mächtiges Feuer loderte empor.
Doch Gott war nicht im Feuer. Dann war es still. Ein leichter Windhauch berührte Elijas Wange. Gott war in der Stille und im Windhauch.
Teil 3
Da verhüllte Elija sein Gesicht mit seinem Mantel und stellte sich auf den Berg. Und Gott sagte: „Was willst du hier, Elija?“
„Ich bin allein und einsam,“ sagte Elija. „Niemand hört dich mehr. Es macht keinen Sinn, sich für dich einzusetzen. Ich bin der Letzte, der dich hört.“
Gott antwortete: „Die Stille hört man nicht im Sturm, im Erdbeben, im Feuer, aber sie ist immer da. Ich bin die Stille. Ich bin immer da. Die Leisen hören mich und die Einfachen und die Treuen und die Verlässlichen. Du bist nicht allein.“
Elija verließ den Gottesberg und ging durch die Wüste zurück nach Israel. Er hörte die Stille in der Wüste, er hörte die Stille auf den Plätzen der Städte.
Er wusste nun: Gott ist immer da. Er war nicht allein. Gott-war-für-ihn. Gott-war-für-die-Menschen. Gott ist der: ICH-BIN-FÜR-EUCH. Immer. In seiner Zeit. In unserer Zeit.
Als Jesus lebte, da sah es sicher nicht so aus wie heutzutage. Immerhin ist das 2000 Jahre her!
Um sich vorzustellen, wie die Menschen damals lebten, musst du einfach überlegen, was es früher noch nicht gab.
Fällt dir da was ein?
Genau!
Es gab keine Maschinen oder Geräte, die mit Strom betrieben wurden.
Es gab keine Autos und natürlich auch keine Flugzeuge.
Fotoquelle für Erde: Pixabay
Es gab auch keine Computer oder Handys und Telefone gab es auch nicht.
Die Menschen wussten nicht, dass die Erde eine Kugel ist (obwohl einige Leute sich schon damals sicher waren, dass die Erde eine Kugel ist), und Amerika war noch nicht entdeckt.
Es gab auch keine Kater – stop!
Entschuldigung, der Kater hat sich hier aufs Foto geschlichen.
Natürlich gab es schon Katzen.
Fotos gab es damals auch noch nicht, übrigens.
Deshalb ist das Bild, das dir ein Bisschen zeigen will, wie die Menschen damals in Israel zurzeit Jesu lebten, kein Foto, sondern gemalt.
Schau mal, was du da alles entdecken kannst!
Auf dem Bild kannst du einen Olivenbaum, eine Dattelpalme und einen Feigenbaum entdecken.
Rechts siehst du, wie Weintrauben geerntet werden, links oben siehst du, wie aus den Weintrauben der Saft herausgepresst wird.
Natürlich mussten sich die Arbeiter dazu vorher die Füße waschen …
Traktoren gab es noch nicht. Vor den Pflug wurden deshalb Ochsen gespannt.
Und Mähdrescher gab es auch nicht. Es war mühsam, nach der Ernte die Getreidekörner für das Mehl vom Rest, dem Stroh und der Spreu, zu trennen.
Die Getreidekörner wurden mit einer Handmühle zu Mehl gemahlen.
Der Ofen zum Backen stand nicht im Haus, sondern im Freien.
Und gekocht und geheizt wurde auch mit Feuer, aber das hast du dir sicher schon gedacht.
Wenn man Licht brauchte, dann zündete man eine Öllampe an, das ist so etwas Ähnliches wie eine Kerze.
Fließendes Wasser im Haus gab es in Israel nicht. Man holte das Wasser vom Brunnen.
Und oben links siehst du eine Olivenpresse, um aus den Oliven das Olivenöl zu gewinnen.
Unterwegs war man meistens zu Fuß.
Arme Leute hatten oft einen Esel, reiche Leute konnten sich ein Kamel oder Dromedar leisten.
Ziegen und einen Schafhirten gibt es auch zu entdecken.
Die meisten Häuser hatten nur ein Stockwerk und ein flaches Dach.
Gelegentlich gab es Häuser mit spitzen Dächern, auf diesem Bild ist es noch dazu ein besonderes Haus: Zurzeit Jesu gab es noch keine Kirchen. Die Häuser, in denen man sich zum Beten traf, hießen Synagogen.
Um auf das Dach des Hauses zu kommen, hatte man entweder eine einfache Leiter oder eine Treppe außen an der Hauswand.
Der Ort, den dir dieses Bild zeigt, soll Kafarnaum am See Gennesaret sein und natürlich gibt es dort auch Fischer.
Gefischt wurde vom Boot aus mit dem Netz.
Gab es damals schon Schulen?
Oh ja!
Die meisten Kinder in Israel lernten dort Lesen und Schreiben, aber nicht alle Kinder.
Eine Schulpflicht gab es nämlich nicht.
Hatten die Kinder dann einfach frei?
Leider nein.
Wer nicht zur Schule ging, der musste schon als Kind arbeiten.
Besonders arme Menschen konnten es sich nicht leisten, ihre Kinder in die Schule zu schicken.
Damals herrschten die Römer über sehr viele Länder (von den Römern hast du sicher schon mal gehört).
Israel gehörte auch zu den Ländern, die die Römer erobert hatten.
Die Römer bauten feste Straßen für ihre Soldaten und kassierten viel Geld für den Kaiser in Rom.
Dieses Geld heißt übrigens Steuern.
Links vom Stadttor siehst du zwei römische Soldaten, rechts einen Mann, der das Geld für die Römer, also die Steuern, kassiert.
Leute, die das Geld für die Römer kassierten, nannte man Zöllner.
Lastwagen gab es auch nicht, den Ochsenkarren hast du sicher gleich beim ersten Blick entdeckt.
Aber hast du die Bettlerin vor der Synagoge auch gesehen?
In der Bibel wird im Alten Testament diese Geschichte erzählt:
Gott tat es Leid, dass er die Menschen erschaffen hatte, denn sie waren voller Gewalt und schlecht.
Gott wollte alles Leben vernichten.
Nur Noach lebte so, wie es Recht war.
Da sagte Gott zu Noach:
„Baue eine Arche! Ich schicke nämlich eine Flut, die alle Lebewesen vernichten wird. Geh mit deiner Frau, deinen drei Söhnen und ihren Frauen in die Arche. Nimm von allen Tieren zwei mit, Männchen und Weibchen.“
Noach tat, was ihm Gott gesagt hatte.
Nach sieben Tagen schickte Gott den Regen und es regnete vierzig Tage und Nächte lang.
Die ganze Erde war mit Wasser bedeckt.
150 Tage lang stand das Wasser auf der Erde.
Dann ließ Gott das Wasser wieder sinken.
Als eine Taube, die Noach schickte, einen Ölzweig zurückbrachte, wusste Noach, dass die Erde trocken war.
Noach, seine Familie und die Tiere verließen die Arche.
Beim Abschlussgottesdienst der Jahnschule im Sommer 2021 war uns auch nach Danken zu Mute. Da entstand dieser Dankaltar.
Noach dankte Gott für die Rettung.
Gott versprach dem Noach:
„Nie mehr werde ich die Erde vernichten. Ich setze den Regenbogen in den Himmel. Wenn es regnet, dann werde ich ihn sehen und an dieses Versprechen denken.“
Ist diese Geschichte wirklich so passiert wie sie in der Bibel steht?
Mit großer Sicherheit: Nein.
Vermutlich gab es damals eine große Flutkatastrophe in der Gegend, wo die Menschen lebten, die sich diese Geschichte erzählten.
Damals dachten die Menschen noch, die Erde sei eine Scheibe. Nur so kann eine weltweite Flutkatastrophe überhaupt funktionieren.
Und wie wir Menschen nun einmal sind: Wir wollen immer alles erklären können und verstehen, warum so etwas passiert.
So ist es ja auch heute noch.
Die Bibel sagt: Gott ist für alles verantwortlich, was passiert, auch wenn wir ihn nicht immer verstehen können.
Wir können Gott einfach nur trotzdem vertrauen.
In dieser Geschichte wird übrigens erzählt, dass Gott seine Meinung geändert hat.
Daran erinnert der Regenbogen.
Egal, was wir Menschen tun, Gott wird eines Tages alles gut machen.
Nach drei Monaten, so erzählt die Bibel, kamen die Israeliten am Berg Horeb an.
Dort schlugen sie ihr Lager auf.
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Gott sprach zu Mose:
„Sage den Israeliten: Ich habe euch aus Ägypten befreit und wie auf Adlerflügeln getragen und hierher gebracht. Ich will mit euch einen Bund schließen. Ich will euer Gott sein, ihr sollt mein Volk sein.“
Findest du es seltsam, dass Gott die Israeliten erst fragt, ob sie überhaupt etwas mit ihm zu tun haben wollen?
Aber so erzählt es die Bibel: Gott will einen Bund mit den Israeliten schließen.
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Ein Bund ist so etwas wie ein Vertrag.
Und zu einem Bund gehört, dass beide Bundespartner damit einverstanden sind.
Mose fragte also das Volk Israel und das Volk stimmte zu:
„Ja, wir wollen mit Gott einen Bund schließen.“
Die Israeliten glaubten fest:
Alles, was wir zu einem guten Leben haben, ist ein Wunder, ein Geschenk Gottes.
Und zu einem guten Leben gehören auch Gebote, die regeln, wie die Menschen miteinander umgehen.
Feuer, Blitz und Donner, Rauch und Erdbeben gehen den zehn Geboten voran. So weiß jeder und jede: Jetzt kommt was ganz Wichtiges. Fotoquelle zu Bild 2 und 3: Pixabay
Die Bibel erzählt: Dieses eine einzige Mal sprach Gott selbst zum ganzen Volk und alle konnten seine Stimme hören.
„Endlich sind wir frei!“ jubelten die Israeliten. Aber wie geht die Geschichte weiter?
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Schon wenige Wochen später war es vorbei mit der guten Laune, denn der Weg hatte das Volk mitten in die Wüste geführt.
Die Essensvorräte waren aufgebraucht und die Leute fingen an sich bei Mose und Aaron zu beschweren: „Wären wir doch nur in Ägypten geblieben, wo wir immer genug zu essen hatten! Ihr habt uns nur deshalb in die Wüste geführt, um uns alle am Hunger sterben zu lassen!“
Gott sprach zu Mose: „Sage den Israeliten: Am Abend werdet ihr Fleisch essen und am Morgen werde ich Brot vom Himmel regnen lassen!“
Und so geschah es.
Am Abend flogen Schwärme von Wachteln heran und ließen sich erschöpft im Lager nieder, am Morgen lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges wie Tau auf der Erde.
„Was ist das?“ fragten die Israeliten und Mose sagte: „Das ist das Brot, das Gott euch zum Essen gibt.“
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Die Israeliten zogen immer weiter in die Wüste hinein.
Die Wasservorräte gingen zur Neige und alle hatten furchtbaren Durst. „Warum habt ihr uns in die Wüste geführt?“ fragten die Leute Mose und Aaron. „Wollt ihr uns, unsere Kinder und unser Vieh verdursten lassen?“
Mose schrie zu Gott: „Was soll ich mit diesen Leuten nur machen? Es fehlt nur wenig und sie steinigen mich!“
Gott antwortete: „Nimm deinen Stab, schlage dort drüben an den Felsen und es wird Wasser herauskommen.“
Mose nahm seinen Stab, schlug gegen den Felsen und aus dem Felsen strömte Wasser, so dass niemand mehr Durst leiden musste.
Brot vom Himmel und Wasser aus dem Felsen – das ist doch ein Wunder, nicht wahr?
Was ist überhaupt ein Wunder?
Ein Wunder ist etwas Gutes und es ist etwas sehr Seltenes. Manche meinen, es ist so selten, dass es fast gar nicht zu erklären ist.
Also dann, ich habe auch schon ein Wunder erlebt …
Dieses Frühjahr habe ich eine Tomatenpflanze gekauft.
Und weißt du, was daran gewachsen ist?
Tomaten!
Das ist normal, meinst du?
Ich denke nicht!
Komm mit auf eine Reise, nur wenige Kilometer entfernt.
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Unsere Erde ist wie eine kleine Oase in der großen Wüste des Universums.
Sie ist etwas Gutes, sie ist etwas sehr Seltenes, so selten, dass es fast gar nicht zu erklären ist.
Und Tomatenpflanzen findest du im großen Universum sonst ganz sicher nicht.
Im Sinai gibt es übrigens eine Pflanze, die gelegentlich von Läusen befallen wird. Die Läuse produzieren eine Flüssigkeit, die zum Boden fällt, dort trocknet und wie Tau aussieht.
Die Nomaden im Sinai kennen diese Pflanze und wissen, wo man sie findet. Sie sammeln die getrocknete Flüssigkeit und da sie genießbar ist, wird sie gegessen.
Im Sinai gibt es auch Felsen, die innen hohl sind und außen porös. Wenn es mal regnet, füllt sich der Fels mit Wasser. Anschließend verschließt Sand die Poren außen am Fels und das Wasser ist im Fels eingeschlossen.
Die Nomaden im Sinai wissen, wo man diese Felsen findet. Sie kratzen mit einem Stock den Sand von den Poren und Wasser fließt aus dem Felsen.