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Miteinander den Glauben feiern - der Gottesdienst

Warst du schon einmal bei einer Wortgottesfeier dabei?

Vielleicht warst du schon mal in Neufahrn in der Kirche und hast dich gewundert, dass der Gottesdienst ein Bisserl anders abläuft.

Das fängt schon damit an, dass nicht unser Pfarrer den Gottesdienst leitet.

Wenn du am Altar nach dem Kelch mit Wein suchst, dann suchst du vergebens.

Meistens sind es gleich zwei Leute, die den Gottesdienst leiten.

Im Gegensatz zu unserem Pfarrer tragen sie nur ein weißes langes Gewand und schauen eher wie zwei erwachsene Ministranten aus.

Das weiße Gewand heißt Albe und erinnert an das weiße Gewand, das man bei der Taufe getragen hat.

Wenn das der Fall ist, dann bist du in eine Wortgottesfeier geraten und vielleicht ist es keine schlechte Idee, wenn du auch über diese Form des Gottesdienstes Bescheid weißt.

Eucharistiefeiern darf nämlich nur der Pfarrer leiten.

Wortgottesfeiern dürfen Frauen und Männer aus der Pfarrei leiten.

Dazu werden sie vom Bischof beauftragt.

Wortgottesfeiern gibt es noch gar nicht so lange, erst seit ungefähr 50 Jahren!

Das erkennt man schon einmal daran, dass es keine neuen Wörter in Griechisch, Lateinisch oder Hebräisch dazu gibt.

Und ganz viele Elemente der Wortgottesfeier kennen wir auch schon aus der Eucharistiefeier.

Aber trotzdem, schauen wir einmal genau hin.

Ich habe meine Freundin Gabi gebeten, deshalb mal Fotos bei einer Wortgottesfeier zu machen.

Vielen Dank, Gabi!

Die Eröffnung

Auch die Wortgottesfeier hat eine Eröffnung.

Die Eröffnung bei der Wortgottesfeier unterscheidet sich nicht von der Eröffnung bei der Eucharistiefeier.

Der Wortgottesdienst

Auch der zweite Teil der Wortgottesfeier, der Wortgottesdienst, unterscheidet sich nicht von einem Wortgottesdienst bei einer Euchaistiefeier.

Die Kommunionfeier

Aber beim dritten Teil wird es speziell.

Es gibt keine Gabenbereitung, kein Hochgebet und auch keine Brotbrechung.

Das ist bei der letzten Eucharistiefeier, vielleicht am Sonntag davor, geschehen.

Dann wurde das, was vom Heiligen Brot übrig geblieben ist, im Tabernakel aufgehoben.

Du erinnerst dich?

Dieses Heilige Brot, das im Tabernakel aufgehoben wird, ist jetzt in der Wortgottesfeier wichtig.

Zunächst gibt es ein Gebet, das sonntäglicher Lobpreis genannt wird.

Die Leiter des Gottesdienstes beten es stellvertretend für die ganze Gemeinde.

In diesem Gebet danken wir Gott, dem Vater, für alles, was er für uns getan hat, besonders aber für Jesus.

Danach wird das Heilige Brot aus dem Tabernakel geholt und auf den Altar gestellt.

Dieser Teil des Gottesdienstes wird Übertragung genannt.

In diesen Corona-Zeiten gibt es keine Übertragung.

Das Heilige Brot wird schon vor dem Gottesdienst aus dem Tabernakel geholt.

Es steht versteckt hinter dem Blumenschmuck auf dem Altar und wird jetzt ganz bewusst in die Mitte des Altares gestellt.

Jetzt kommt ein Gebet zu Jesus, der im Heiligen Brot unter uns ist. Es wird Anbetung genannt.

Danach wird gemeinsam das Vaterunser gebetet.

Nach dem Vaterunser kommt der Friedensgruß.

In Corona-Zeiten ist es ein Friedenswinken, wie man sieht.

Anschließend wird bei der Kommunion das Heilige Brot an die Menschen ausgeteilt.

In diesen Corona-Zeiten wird das Heilige Brot mit einem Löffel oder einer Zange ausgeteilt.

Das kannst du auf diesen Bildern gut sehen, links: Zange, rechts: Löffel.

Nach der Kommunion wird das Heilige Brot, das übriggeblieben ist, wieder in den Tabernakel zurückgebracht.

Das Gefäß, in dem das Heilige Brot aufbewahrt wird, heißt übrigens Ziborium und hat einen Deckel.

In diesen Corona-Zeiten geschieht das auch nach dem Gottesdienst.

Anstelle dessen wird das Heilige Brot wieder hinter den Blumenschmuck gestellt.

Danach kommt oft ein Danklied und das Schlussgebet.

In Neufahrn heißt der dritte Teil der Wortgottesfeier:

Kommunionfeier.

Die Entlassung

Der vierte Teil der Wortgottesfeier heißt Entlassung und unterscheidet sich nicht von der Entlassung bei einer Eucharistiefeier.

Wo zwei oder drei

Die Eucharistiefeier ist der wichtigste Gottesdienst, keine Frage.

Einfach deshalb, weil Jesus selbst uns den Auftrag dazu erteilt hat.

Aber es gibt viele Formen von Gottesdiensten.

Wichtig ist, dass die Gemeinde immer wieder zusammenkommt und sich an Jesus erinnert.

Jesus hat versprochen:

Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, dann bin ich mitten unter ihnen.