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Herr, segne mich! - Die Geschichte von Jakob

Ein Segen wechselt den Besitzer

Einige Jahre gingen ins Land und Isaak, der Vater, war alt und blind geworden.

Deshalb rief er seinen Sohn Esau zu sich und sagte: „Ich weiß nicht, ob ich nicht bald sterben werde. Deshalb geh auf die Jagd, erlege ein Wild und bereite mir daraus ein gutes Essen, wie ich es mag. Bring es mir und lass mich davon essen, dann werde ich dir meinen Segen erteilen.“

Sofort tat Esau, was ihm sein Vater befohlen hatte. Er holte seinen Bogen und den Köcher mit den Pfeilen und machte sich auf die Jagd.

Aber Rebekka, die Mutter, hatte gelauscht und gehört, was Isaak zu seinem Sohn Esau gesagt hatte.

Heimlich rief sie ihren Sohn Jakob zu sich und erzählte ihm, was sie gerade gehört hatte.

Dann sagte sie: „Geh zu den Herden unserer Familie und hole dort zwei kleine Ziegenböckchen. Ich werde deinem Vater daraus ein gutes Essen bereiten, wie er es mag. Das bringst du deinem Vater, damit er dich segnet und nicht deinen Bruder Esau.“

Jakob hatte Bedenken und sagte: „Esau hat beharrte, raue Hände, meine Hände sind glatt. Wenn der Vater rausbekommt, dass ich nicht Esau bin und ihn betrügen will, dann verflucht er mich anstatt mich zu segnen.“

Rebekka antwortete: „Tu, was ich dir sage, und lass das meine Sorge sein!“

Jakob brachte seiner Mutter die zwei Ziegenböckchen und Rebekka kochte daraus ein gutes Essen, wie es der Vater mochte.

Sie ließ Jakob das Festtagsgewand seines Bruders Esau anziehen und wickelte Jakob die Felle der Ziegenböckchen um die Hände und den Hals.

Dann drückte sie ihm eine Schüssel mit dem Essen und Brot in die Hand und schickte ihn das Zelt seines Vaters Isaak.

Jakob ging mit dem Essen und dem Brot in das Zelt seines Vaters Isaak und sagte: „Vater, richte dich auf und iss, damit du mich segnen kannst.“

Isaak fragte: „Wer bist du?“

Jakob antwortete: „Ich bin dein Sohn Esau, dein Erstgeborener.“

Der Vater fragte misstrauisch: „Wie konntest du so schnell auf der Jagd ein Wild finden und erlegen?“

Jakob antwortete: „Der Herr, dein Gott, hat es zu mir geführt.“

Der Vater tastete Jakobs Hände ab und sagte: „Deine Stimme klingt wie die Stimme Jakobs, aber deine Hände fühlen sich an wie Esaus Hände. Bist du wirklich Esau?“

„Ja, der bin ich“, antwortete Jakob.

„Gib mir das Essen, damit ich von deinem Wild esse und dich dann segne“, sagte Isaak.

Und so geschah es.

Nachdem Isaak gegessen hatte, sagte er: „Komm näher, mein Sohn!“

Jakob kam näher und Isaak roch das Festtagsgewand Esaus, das Jakob anhatte.

Isaak sagte: „Ja, das ist mein Sohn Esau!“

Und Isaak segnete Jakob: „Der Herr segne dich mit dem Tau des Himmels und den Reichtümern der Erde. Völker müssen dir dienen, deine Brüder sollen dir gehorchen. Verflucht, wer dich verflucht, gesegnet, wer dich segnet.“

Nachdem Isaak Jakob gesegnet hatte, verließ Jakob wieder das Zelt seines Vaters.

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Kurz darauf kam Esau von der Jagd zurück und bereitete seinem Vater ein gutes Essen zu, wie der Vater es mochte.

Esau ging mit dem Essen und dem Brot in das Zelt seines Vaters Isaak und sagte: „Vater, richte dich auf und iss, damit du mich segnen kannst.“

Isaak fragte: „Wer bist du?“

Esau antwortete: „Ich bin dein Sohn Esau, dein Erstgeborener.“

Der Vater sagte: „Wer war dann derjenige, der mir Essen brachte und den ich gesegnet habe?“

Da dämmerte es Isaak, was geschehen war: „Dein Bruder Jakob ist mit Hinterlist gekommen und hat dir deinen Segen weggenommen!“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Esau rief: „Mein Bruder Jakob heißt nicht nur Betrüger, er ist auch einer! Jetzt hat er mich schon zum zweiten Mal betrogen. Er hat mir meine Erstgeburtsrecht und meinen Segen genommen. Segne auch mich, Vater!“

Isaak antwortete: „Ich habe ihn gesegnet und gesegnet wird er bleiben!“

Esau weinte und fragte: „Hast du nur einen Segen, Vater?“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Und Isaak sagte zu Esau: „Fern vom Tau des Himmels und den Reichtümern der Erde wirst du wohnen. Von deinem Schwert wirst du leben, deinem Bruder wirst du dienen. Aber wenn du durchhältst, so wirst du sein Joch abschütteln und frei sein.“

Screenshot aus dem Video von Harald Renz

Nachdem Esau Isaaks Zelt verlassen hatte, beschloss er: „Sobald der Vater gestorben ist, werde ich Jakob umbringen.“