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Gott - so fern und doch so nah

Von Stadtbewohnern und Nomaden zurzeit des AT

So lebten die Menschen zurzeit des AT

Die Stadtbewohner

Viele Menschen lebten in der Stadt oder in der Nähe von Städten.

Sie waren Bauern und Handwerker.

Die Stadt wurde von einem König regiert.

Natürlich wohnte der König in einem Palast.

Aber es gab noch ein weiteres wichtiges Gebäude in der Stadt.

Dieses Gebäude war ein Tempel.

Ein Tempel ist ein Haus, in dem Gott wohnt.

Die Nomaden

Manche Menschen wohnten in Zelten.

Das lag aber nicht daran, dass sie arm waren und sich kein Haus leisten konnten.

Es lag an ihrem Beruf: Sie lebten von ihren Schaf – und Ziegenherden.

Schafe und Ziegen fressen den ganzen Tag Gras.

Die Nomaden mussten deswegen ständig mit ihren Herden weiterwandern.

Die Familie hielt fest zusammen.

Die Kinder blieben auch dann bei ihren Eltern, wenn sie erwachsen waren und selber Kinder hatten.

Der Vater war das Oberhaupt der Familie.

Wie die Stadtbewohner sich Gott vorstellten

In jeder Stadt wurde ein eigener Gott verehrt.

Dieser Gott, so glaubten die Stadtbewohner, wohnte im Tempel.

Im Tempel stand deshalb eine große Statue, die diesen Gott darstellte.

Zum Beten musste man zum Tempel gehen.

Die Stadtbewohner nannten ihren Gott „Stadtgott“ oder „Gott unserer Stadt“.

Wie die Nomaden sich Gott vorstellten

Auch jede Nomadenfamilie verehrte einen eigenen Gott.

Sie hatten von diesem Gott keine Statue.

Sie sagten: „Unser Gott ist mit den Augen nicht zu sehen, trotzdem ist er immer bei uns und begleitet uns.“

Sie beteten überall zu ihrem Gott.

Die Nomaden nannten ihren Gott „Familiengott“ oder „Gott unseres Vaters“.

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Gott - so fern und doch so nah

Mal was Neues …

Kein Menschen kann Gott wirklich sehen, niemand kann ihn anfassen und genau sagen wie Gott ist.

Deshalb gibt es ganze viele Bilder, in denen die Bibel von Gott spricht. Einige davon hast du kennengelernt.

Aber – wenn Gott so groß ist, …

… dann muss doch alles irgendwie ein Bild für Gott sein können, oder?

Schüler und Schülerinnen von mir haben das ausprobiert. Ein paar moderne Bilder für Gott, die ihnen eingefallen sind, stelle ich dir jetzt vor.

„Gott ist wie ein Stuhl, weil er uns trägt.“

„Gott ist wie eine Brille, weil er unsere Augen öffnet.“

„Gott ist wie eine Socke, weil er uns wärmt.“

„Gott ist wie ein Pflaster, weil er uns heilt.“

„Gott ist wie eine Klammer, weil er uns zusammenhält.“

„Gott ist wie ein Computer, weil er so viel machen und sich so viel merken kann.“

„Gott ist wie ein Auto, weil er mit uns unterwegs ist.“

„Gott ist wie ein Radiergummi, weil er unsere Fehler löscht und uns verzeiht.“

„Gott ist wie ein Mülleimer, weil wir ihm unsere Probleme sagen können.“

Fotoquelle: Pixabay

„Gott ist wie ein Freizeitpark, weil er Freude macht.“

Und, findest du auch neue Bilder für Gott?

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Gott - so fern und doch so nah

Ohne bildhafte Sprache geht es nicht!

Schau dir diese Bilder an und lies auch, was sie bedeuten sollen!

Entdeckst du, was alle diese Begriffe und Bilder gemeinsam haben?

Es sind alles Namenwörter (Nomen).

Alle diese Sachen gibt es schon lange Zeit. Es ist nichts Neues dabei wie Computer oder Waschmaschine.

Und sie sind alphabetisch geordnet (das war aber das Computerprogramm, das das gemacht hat).

Aber es steckt da noch mehr dahinter …

Stellen alle Begriffe Personen oder Berufe dar? Nein.

Stellen alle Begriffe Tiere dar? Nein.

Stellen alle Begriffe Lebewesen dar? Nein.

Man muss ein Bisschen um die Ecke denken und sich daran erinnern, dass es hier irgendwie um Religion geht und die Begriffe alt sind …

Dann denkt man sich vielleicht:

Diese Begriffe stehen bestimmt alle in der Bibel!

Richtig!

Diese Begriffe kommen in der Bibel vor.

Aber das ist noch nicht alles.

In der Bibel werden diese Begriffe an unterschiedlichen Stellen als bildhafte Sprache verwendet, um über jemanden zu reden, den man eigentlich nicht sehen kann …

Jetzt weißt du es, oder?

Alle diese Begriffe verwendet die Bibel um über Gott zu sprechen.

Manche dieser Begriffe, um über Gott zu sprechen, kommen dir vielleicht bekannt vor, aber …

… jetzt mal ehrlich:

Wie kann man Gott denn mit Lauge, also mit Seife vergleichen?

Nun, Seife braucht man zum Saubermachen. Wenn die Bibel Gott mit Seife vergleicht, dann will sie damit sagen: Gott verzeiht den Menschen, wenn sie Schlechtes tun. Er macht sie wieder gut und sauber, wie es Seife eben tut.

Aber das mit der Henne ist doch nicht ernst gemeint, oder?

Oh doch.

Jesus hat Gott mit einer Henne verglichen. Er wusste: Wenn eine Henne Küken hat und ein Raubvogel angreift, dann nimmt die Henne die Küken unter die Flügel und verteidigt sie: Gott will die Menschen beschützen wie eine Henne ihre Küken, sagt Jesus.

Findest du bei dem einen oder anderen Bild für Gott, das in der Bibel steht, selbst heraus, was es über Gott sagen will?

Die Bibel weiß:

Gott ist eigentlich ein großes Geheimnis.

Kein Menschen kann ihn wirklich sehen, niemand kann ihn anfassen und genau sagen wie Gott ist.

Alle Menschen müssen über Gott in Bildern reden.

Und: Gott ist immer anders als wir ihn uns vorstellen.

Die Sammlung von Begriffen, mit denen die Bibel über Gott in Bildern spricht, stammt aus einem Vortrag von Friedrich Bernack.

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Gott - so fern und doch so nah

Eine „seltsame“ Sprache, die wir alle gerne benutzen

Beginnen wir mit einem Rätsel:

Du siehst hier links drei Namenwörter (Nomen) und ein Tunwort (Verb) und rechts vier Eigenschaftswörter (Adjektive).

Du musst immer ein Namenwort beziehungsweise das Tunwort links mit einem Eigenschaftswort rechts verbinden, damit daraus ein neues Wort entsteht.

Versuche es erst mal selber!

Und hier kommt die Auflösung:

Bestimmt kommen dir diese Wörter bekannt vor.

Aber hast du mal über diese Wörter nachgedacht?

Fotoquelle: Pixabay

Stell dir mal vor, ein Fußballspiel geht 16:1 für deine Mannschaft aus. Der Trainer ruft: „Wir haben haushoch gewonnen!“

Grübelst du dann nach, was der Trainer jetzt plötzlich mit einem Haus im Sinn hat und was das mit Fußball zu tun haben soll?

Stell dir mal vor deine Lehrerin sagt Folgendes: „Zwei plus zwei sind vier! Das ist doch sonnenklar!“

Zerbrichst du dir dann darüber den Kopf, was die Sonne jetzt plötzlich mit Rechenaufgaben zu tun haben soll? Überlegst du, ob die Lehrerin etwa geistig verwirrt ist?

Fotoquelle: Pixabay

Stell dir mal vor, deine Klasse stellt sich im Gang für den Sportunterricht an. „Wir sind jetzt alle mäuschenstill!“ sagt die Lehrerin.

Wunderst du dich dann ein bisschen und fragst du dich: Hält uns unsere Lehrerin jetzt für Mäuse? Braucht sie vielleicht eine Brille?

Fotoquelle: Pixabay

Ein Kind hat sein Zimmer nicht aufgeräumt, weil es einfach keine Lust hat. Die Mutter ist verzweifelt: „Wie kann man nur so stinkfaul sein?“

Findest du es dann seltsam? Meint die Mutter vielleicht, dass ihr Kind unangenehm riecht? Aber was soll das damit zu tun haben, dass das Kind einfach keine Lust hat sein Zimmer aufzuräumen?

Sind alle verrückt geworden?

Oder hast auch du schon mal diese Art von Sprache verwendet?

Diese Art von Sprache nennt man „bildhafte Sprache“ und wir verwenden sie sehr sehr oft in unserem Leben.

Wir verwenden diese Sprache, wenn wir unsere Gefühle ausdrücken wollen.

Beim Fußballspiel wollte der Trainer seine Freude und seinen Stolz über den Sieg seiner Mannschaft ausdrücken.

Bei der Rechenaufgabe wollte die Lehrerin sagen, dass die Aufgabe wirklich ganz leicht ist.

Vor der Sportstunde wollte die Lehrerin betonen, dass es jetzt ganz wichtig ist leise zu sein.

Und die Mutter, die war einfach stinksauer – hoppla, das ist ja auch bildhafte Sprache und das gleich doppelt!

Bildhafte Sprache verstehen wir also meistens nicht wörtlich und wir verwenden sie, ohne darüber nachzudenken.

Und dazu brauchen wir sie:

Ich habe versucht, für jedes Gefühl ein Bild zu malen. Kannst du die Bilder den Gefühlen unten zuordnen? Gar nicht so einfach, das Finden von Symbolen und das Erraten!

Wir brauchen bildhafte Sprache um unsere Gefühle auszudrücken:

Liebe, Wut, Staunen, Enttäuschung, Freude, Glück, Trauer, Erleichterung …

Übrigens: Fast alle Schimpfwörter sind bildhafte Sprache. Beispiele gibt es dazu von mir nicht, tut mir leid.

Wenn wir nicht bildhaft sprechen, dann sprechen wir in wörtlicher Sprache. Ist ja logisch, oder?

Magst du mal ausprobieren, ob du bildhafte und wörtliche Sprache unterscheiden kannst? Dann drücke auf diesen Link.

Fotoquelle: Pixabay

Wenn man sich in Chats gegenseitig Nachrichten schickt, dann helfen einem diese kleinen Bildchen um dem anderen seine Gefühle mitzuteilen.

Mit Bildern oder bildhafter Sprache lassen sich Gefühle eben am besten ausdrücken.

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Andere Religionen entdecken - Der Islam

Der Gebetsraum am Jahnweg

Am Eingang des Gebetsraumes ist klar zu erkennen, wo man seine Schuhe ausziehen muss.

Ebenfalls im Eingangsbereich befindet sich ein Regal, wo jeder Besucher und jede Besucherin der Moschee die Schuhe abstellen kann.

In jeder Moschee findet man einen Waschraum, in den südlichen Ländern einen Brunnen vor der Moschee.

Das ist notwendig für die Waschung vor dem Gebet.

Zu jeder Moschee gehört auch ein Minarett, von dem aus der Muezzin fünfmal am Tag zum Gebet aufruft. Der Gebetsraum am Jahnweg hat kein Minarett, dafür dieses sogenannte „Innenminarett“. Weil der Gebetsraum kein sichtbares Minarett und auch keine Kuppel hat, deshalb gilt er offiziell nicht als Moschee.

Und so hört sich der Gebetsruf an:

Im Gebetsraum befindet sich diese Anzeigetafel.

Die oberste Zeile zeigt das aktuelle Datum.

Die zweite Zeile zeigt die Uhrzeit an.

Die dritte Zeile zeigt an, wann an diesem Tag in Neufahrn die Sonne aufgegangen ist.

Die vierte Zeile zeigt an, wann der Beginn des Morgengebetes an diesem Tag ist.

Die fünfte Zeile zeigt an, wann der Beginn des Mittagsgebetes an diesem Tag ist.

Die sechste Zeile zeigt an, wann der Beginn des Nachmittagsgebetes an diesem Tag ist.

Die siebte Zeile zeigt an, wann der Beginn des Abendgebetes an diesem Tag ist.

Die achte Zeile zeigt an, wann der Beginn des Nachtgebetes an diesem Tag ist.

Die neunte Zeile zeigt die aktuelle Temperatur an.

Die Gebetsnische (Mihrab) zeigt die Richtung nach Mekka zur Kaaba an. In diese Richtung beten alle Muslime.

Rechts findet sich in Arabisch der Schriftzug für Allah, links der Schriftzug für Mohammed.

Der Gebetsraum ist, wie alle Moscheen, mit einem Teppich ausgelegt. Die grünen Felder auf dem Teppich zeigen an, wo man zum Gebet seinen Platz finden kann.

Die Gebete werden im Islam nicht nur gesprochen, sondern mit dem ganzen Körper vollzogen.

Direkt vor der Gebetsnische sitzt der Imam, der Vorbeter.

Rechts von der Gebetsnische befindet sich die Kanzel (Minbar). Jeden Freitag zum Mittagsgebet sollen möglichst alle Muslime zum Gebet in die Moschee kommen. Zum Mittagsgebet gehört auch eine Predigt, die von dieser Kanzel aus gehalten wird. Im Gebetsraum am Jahnweg ist das Aufgabe des Imam.

Der Vorhang an der Kanzel ist dann hochgezogen.

Ungefähr an dieser Stelle steht der Prediger dann.

Frauen und Männer beten getrennt. Drei Stufen führen zum Abteil der Frauen hinauf.

Ein Blick in den Frauenteil des Gebetsraumes. Keine Bilder dürfen die Muslime und Musliminnen beim Gebet ablenken.

Diese Trennwände können auch zum Einsatz kommen, um Frauen und Männer im großen Gebetsraum zu trennen.

Links neben der Gebetsnische befindet sich ein eigener Ort, von dem aus bei besonderen Gelegenheiten aus dem Koran oder anderen Schriften gelesen wird. Es ist also ein Ort, von dem aus unterrichtet wird. Er wird Kursi genannt.

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Ein himmlisches Geschenk

Heute erzähle ich dir die Geschichte von Pfingsten.

Dazu gibt es eine Geistergeschichte aus der Bibel!

Lukas hat sie aufgeschrieben und wir finden sie, wie die Geschichte von Christi Himmelfahrt, in seinem zweiten Buch, der Apostelgeschichte.

Nachdem Jesus zu seinem Vater im Himmel gegangen war, kehrten die Jünger und Jüngerinnen nach Jerusalem zurück.

Sie versammelten sich genau in dem gleichen Raum, in dem sie mit Jesus das letzte Abendmahl gefeiert hatten, und warteten dort.

Sie beteten viel und lasen in der Bibel.

Maria, die Mutter Jesu, war auch mit dabei.

Inzwischen waren schon fünfzig Tage seit dem Ostertag vergangen (und für diejenigen, die es genau wissen wollen: zehn Tage seit Christi Himmelfahrt).

Schon früh am Morgen war in Jerusalem eine Menge los.

Menschen aus vielen verschiedenen Ländern waren nach Jerusalem gekommen, denn an diesem Tag fand ein großes Fest in Jerusalem statt.

Plötzlich kam ein heftiger Sturm vom Himmel.

Er erfüllte das ganze Haus, in dem die Jünger und Jüngerinnen waren.

Dann fielen Feuerzungen vom Himmel und auf jeden der Jünger und Jüngerinnen ließ sich so eine Flamme nieder.

Normalerweise wäre das ein Fall für die Feuerwehr, nicht wahr?

Die Jünger und Jüngerinnen verließen den Raum und liefen auf die Straße.

Nicht weil sie Angst bekommen hätten oder die Feuerwehr holen wollten.

Im Gegenteil!

Alles, was sie jetzt wollten, das war, all diesen Menschen aus den vielen verschiedenen Ländern von Jesus zu erzählen.

Und das hörte sich ungefähr so an:

„Jesus is Christ! God raised him from death! Halleluja!“

„Gesù è il Cristo! Dio lo ha risuscitato dalla morte!”

“Iesus Christus est! Deus illum excitavit ex mortuis!”

“Jésus est le Christ! Dieu l’a ressuscité de la mort!”

“Ο Ιησούς είναι ο Χριστός! Ο Θεός τον ανέστησε από τους νεκρούς!”

Alle Jünger und Jüngerinnen redeten gleichzeitig.

Vermutlich sprachen die Jünger und Jüngerinnen nicht ganz akzentfrei. Von daher ist es vollkommen korrekt, dass ich es auch nicht schaffe …

Die Leute aus den vielen verschiedenen Ländern wunderten sich:

“Das sind doch nur einfache Menschen vom Land.

Warum kann sie jeder in seiner Muttersprache über diesen Jesus reden hören?”

Andere Leute aber lachten und sagten:

“Die sind alle stockbesoffen!”

Da hielt Petrus eine Rede.

Er sagte:

“Das stimmt nicht, diese Menschen hier” – er meinte die Jünger und Jüngerinnen – “sind nicht betrunken, es ist doch erst Vormittag.

Nein, Gott hat uns seinen Heiligen Geist geschenkt.

Dieser Geist wohnt jetzt in unseren Herzen.

Und jetzt hört zu:

Jesus, der gekreuzigt wurde, ihn hat Gott von den Toten auferweckt!

Jesus lebt und er hat uns seinen Geist geschenkt, der uns lebendig macht!

Diese gute Nachricht wollen wir allen Menschen verkünden!”

“Und was sollen wir tun?” fragte jemand.

“Auch ihr sollt diese gute Nachricht glauben und auf Gott vertrauen, der auch euch Leben nach dem Tod geben will.

Lasst euch taufen und mit diesem heiligen Geist beschenken!”

sagte Petrus.

Als die Jünger und Jüngerinnen abends wieder ins Haus zurückkehrten, waren plötzlich viele neue Leute dazu gekommen.

Sie sagten:

“Wir glauben auch an Jesus und vertrauen darauf, dass Gott uns Leben nach dem Tod schenken wird.

Und wir spüren: Der Heilige Geist ist in unseren Herzen.

Wir wollen auch allen Menschen von diesem Jesus erzählen.”

War das jetzt eine echte Geistergeschichte?

Du sagst vermutlich:

Nein.

Aber in der Geschichte kam doch der Heilige Geist vor!

Dann ist es doch eine Geistergeschichte, oder?

Du hast recht.

Es ist keine Geistergeschichte, weil der Heilige Geist eben kein Gespenst ist.

Wenn wir sagen, dass wir begeistert sind, dann meinen wir nicht, dass wir von einer Horde von Gespenstern umgeben sind.

Wir sagen, dass wir begeistert sind, wenn wir von etwas komplett überzeugt sind.

So ist es ja auch bei den Jüngern und Jüngerinnen in der Geschichte der Fall.

Sie sind komplett von Jesus überzeugt.

Wenn wir sagen, dass eine Klasse einen guten Teamgeist hat, dann meinen wir nicht, dass ein Klassenkamerad ein Gespenst ist.

Wir wollen damit sagen, dass die Klasse gut zusammenhält und zusammenarbeitet.

So ist es ja auch bei den Jüngern und Jüngerinnen in der Geschichte der Fall.

Sie streiten nicht und halten zusammen.

Wenn wir Geist sagen, dann meinen wir ganz oft eben kein Gespenst und auf alle Fälle gilt das für den Heiligen Geist.

Er wohnt in den Herzen der Menschen und definitiv nicht in irgendeinem Kellerverlies.

Manchmal wird der heilige Geist mit Atem verglichen.

Erinnerst du dich an die Geschichte, wo Jesus die Jünger und Jüngerinnen anhaucht?

Man kann sich ja bei so was anstecken, nicht wahr?

Jesus steckt die Jünger und Jüngerinnen mit seinem Heiligen Geist an und be-geistert sie.

Auf unserer Kindergottesdienstkerze ist eine Taube für den Heiligen Geist drauf.

Manchmal wird der heilige Geist mit einer Taube verglichen, weil er von Gott gesandt wird und unsere Verbindung mit Gott und Jesus ist, die niemals abreißt.

Lukas vergleicht den Heiligen Geist mit einem Sturm, der vom Himmel kommt, und so etwas wie frischen Wind bringt.

Damit will er sagen:

Der Heilige Geist bringt die Jünger und Jüngerinnen in Bewegung und macht sie lebendig.

Lukas vergleicht den Heiligen Geist mit Feuer.

Die Jünger und Jüngerinnen sind Feuer und Flamme für Jesus und brennen darauf, allen Menschen von Jesus zu erzählen.

Und natürlich wusste Lukas, dass man das nicht wörtlich verstehen darf und nach der Feuerwehr rufen muss.

Sonst hätten doch die Leute damals in Jerusalem zu den Jüngern und Jüngerinnen gesagt:

“Sehr interessant, das alles, was du über Jesus erzählst, aber — dein Kopf brennt!”

Jetzt weißt du, was wir an Pfingsten feiern, und du weißt, was gemeint ist, wenn wir vom Heiligen Geist reden.

Wenn du diesem Link folgst, dann kommst du zum Pfingstgruß unserer Pfarrei vom letzten Jahr. Da haben ganz viele Menschen sich Gedanken gemacht, wo sie heute den Heiligen Geist erleben.

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Miteinander den Glauben feiern - der Gottesdienst

Warst du schon einmal bei einer Wortgottesfeier dabei?

Vielleicht warst du schon mal in Neufahrn in der Kirche und hast dich gewundert, dass der Gottesdienst ein Bisserl anders abläuft.

Das fängt schon damit an, dass nicht unser Pfarrer den Gottesdienst leitet.

Wenn du am Altar nach dem Kelch mit Wein suchst, dann suchst du vergebens.

Meistens sind es gleich zwei Leute, die den Gottesdienst leiten.

Im Gegensatz zu unserem Pfarrer tragen sie nur ein weißes langes Gewand und schauen eher wie zwei erwachsene Ministranten aus.

Das weiße Gewand heißt Albe und erinnert an das weiße Gewand, das man bei der Taufe getragen hat.

Wenn das der Fall ist, dann bist du in eine Wortgottesfeier geraten und vielleicht ist es keine schlechte Idee, wenn du auch über diese Form des Gottesdienstes Bescheid weißt.

Eucharistiefeiern darf nämlich nur der Pfarrer leiten.

Wortgottesfeiern dürfen Frauen und Männer aus der Pfarrei leiten.

Dazu werden sie vom Bischof beauftragt.

Wortgottesfeiern gibt es noch gar nicht so lange, erst seit ungefähr 50 Jahren!

Das erkennt man schon einmal daran, dass es keine neuen Wörter in Griechisch, Lateinisch oder Hebräisch dazu gibt.

Und ganz viele Elemente der Wortgottesfeier kennen wir auch schon aus der Eucharistiefeier.

Aber trotzdem, schauen wir einmal genau hin.

Ich habe meine Freundin Gabi gebeten, deshalb mal Fotos bei einer Wortgottesfeier zu machen.

Vielen Dank, Gabi!

Die Eröffnung

Auch die Wortgottesfeier hat eine Eröffnung.

Die Eröffnung bei der Wortgottesfeier unterscheidet sich nicht von der Eröffnung bei der Eucharistiefeier.

Der Wortgottesdienst

Auch der zweite Teil der Wortgottesfeier, der Wortgottesdienst, unterscheidet sich nicht von einem Wortgottesdienst bei einer Euchaistiefeier.

Die Kommunionfeier

Aber beim dritten Teil wird es speziell.

Es gibt keine Gabenbereitung, kein Hochgebet und auch keine Brotbrechung.

Das ist bei der letzten Eucharistiefeier, vielleicht am Sonntag davor, geschehen.

Dann wurde das, was vom Heiligen Brot übrig geblieben ist, im Tabernakel aufgehoben.

Du erinnerst dich?

Dieses Heilige Brot, das im Tabernakel aufgehoben wird, ist jetzt in der Wortgottesfeier wichtig.

Zunächst gibt es ein Gebet, das sonntäglicher Lobpreis genannt wird.

Die Leiter des Gottesdienstes beten es stellvertretend für die ganze Gemeinde.

In diesem Gebet danken wir Gott, dem Vater, für alles, was er für uns getan hat, besonders aber für Jesus.

Danach wird das Heilige Brot aus dem Tabernakel geholt und auf den Altar gestellt.

Dieser Teil des Gottesdienstes wird Übertragung genannt.

In diesen Corona-Zeiten gibt es keine Übertragung.

Das Heilige Brot wird schon vor dem Gottesdienst aus dem Tabernakel geholt.

Es steht versteckt hinter dem Blumenschmuck auf dem Altar und wird jetzt ganz bewusst in die Mitte des Altares gestellt.

Jetzt kommt ein Gebet zu Jesus, der im Heiligen Brot unter uns ist. Es wird Anbetung genannt.

Danach wird gemeinsam das Vaterunser gebetet.

Nach dem Vaterunser kommt der Friedensgruß.

In Corona-Zeiten ist es ein Friedenswinken, wie man sieht.

Anschließend wird bei der Kommunion das Heilige Brot an die Menschen ausgeteilt.

In diesen Corona-Zeiten wird das Heilige Brot mit einem Löffel oder einer Zange ausgeteilt.

Das kannst du auf diesen Bildern gut sehen, links: Zange, rechts: Löffel.

Nach der Kommunion wird das Heilige Brot, das übriggeblieben ist, wieder in den Tabernakel zurückgebracht.

Das Gefäß, in dem das Heilige Brot aufbewahrt wird, heißt übrigens Ziborium und hat einen Deckel.

In diesen Corona-Zeiten geschieht das auch nach dem Gottesdienst.

Anstelle dessen wird das Heilige Brot wieder hinter den Blumenschmuck gestellt.

Danach kommt oft ein Danklied und das Schlussgebet.

In Neufahrn heißt der dritte Teil der Wortgottesfeier:

Kommunionfeier.

Die Entlassung

Der vierte Teil der Wortgottesfeier heißt Entlassung und unterscheidet sich nicht von der Entlassung bei einer Eucharistiefeier.

Wo zwei oder drei

Die Eucharistiefeier ist der wichtigste Gottesdienst, keine Frage.

Einfach deshalb, weil Jesus selbst uns den Auftrag dazu erteilt hat.

Aber es gibt viele Formen von Gottesdiensten.

Wichtig ist, dass die Gemeinde immer wieder zusammenkommt und sich an Jesus erinnert.

Jesus hat versprochen:

Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, dann bin ich mitten unter ihnen.

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Miteinander den Glauben feiern - der Gottesdienst

Die vier Teile des Gottesdienstes – Teil 4

Die Entlassung

Der vierte Teil der Eucharistiefeier ist der Kürzeste.

Ankündigungen

Die Entlassung beginnt damit, dass der Pfarrer ankündigt, was in der nächsten Woche in der Pfarrgemeinde los ist.

Dazu gibt es zwar einen Kirchenanzeiger auf Papier gedruckt und natürlich kann man auch auf die Homepage der Pfarrei schauen.

Aber das kennst du selbst aus der Schule:

Wenn die Lehrerin das alles auch noch persönlich sagt, dann bleibt es noch mal besser im Gedächtnis.

Segen

Dann segnet der Pfarrer die Gemeinde.

Segen bedeutet: Gutes von Gott erhalten.

Entlassung

Zum Schluss sagt der Pfarrer: „Gehet hin in Frieden!“ und die Gemeinde antwortet:

„Dank sei Gott, dem Herrn!“

Auszug

In der Regel bleibt man noch in den Bänken, bis der Pfarrer und die Ministranten und Ministrantinnen die Kirche verlassen haben.

Dann geht auch die Gemeinde.

Der tiefere Sinn der Entlassung ist:

Nimm etwas Gutes mit aus dem Gottesdienst und bringe es in die Welt außerhalb der Kirche.

Den Geist Jesu, vielleicht etwas von seinem Frieden und seinem Willen zum Vergeben und Verzeihen, etwas von seinem Vertrauen auf Gott, den Vater, etwas von seiner Liebe zu allen Menschen, etwas von seiner Hoffnung und Freude darüber, dass Gott alles gut machen wird.

Deshalb feiern wir jeden Sonntag Eucharistie.

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Miteinander den Glauben feiern - der Gottesdienst

Die vier Teile des Gottesdienstes – Teil 3

Die Eucharistiefeier

Das ist ein bisschen verwirrend.

Der ganze Gottesdienst heißt ja Eucharistiefeier.

Und dann heißt ein Teil des Gottesdienstes, nämlich der dritte Teil, auch noch Eucharistiefeier!

Beim Wortgottesdienst steht die Bibel im Mittelpunkt und der Ambo, der Ort, von dem aus die Bibel vorgelesen wird.

Bei der Eucharistiefeier, dem dritten Teil des Gottesdienstes, steht der Altar im Mittelpunkt, der Ort, auf dem Brot und Wein stehen.

Gabenbereitung

Bei der Gabenbereitung bringen die Ministranten und Ministrantinnen Brot und Wein zum Altar und der Pfarrer nimmt sie entgegen.

Früher brachten die Menschen Lebensmittel zum Gottesdienst mit.

Die wurden bei der Gabenbereitung eingesammelt und dann an arme Menschen verteilt.

Davon nahm man auch das Brot und den Wein, die man zum Gottesdienst brauchte.

Heute bringen wir keine Lebensmittel mehr zum Gottesdienst mit, sondern spenden bei der Gabenbereitung Geld für arme Menschen.

Zur Gabenbereitung setzt sich die Gemeinde hin und es wird meistens ein Lied gesungen.

Wegen Corona gibt es derzeit keine richtige Gabenbereitung.

Brot und Wein stehen schon auf dem Altar und die Körbchen zum Gabenspenden dürfen auch nicht durch die Bänke weitergegeben werden.

Die stehen hinten am Eingang.

Hochgebet

Nach der Gabenbereitung kommt das Dankgebet, das Hochgebet genannt wird. Du erkennst das Hochgebet daran, dass es einen ganz speziellen, feierlichen Anfang hat und der geht so:

Der Pfarrer sagt: „Der Herr sei mit euch!“

Die Gemeinde antwortet: „Und mit deinem Geiste!“

Der Pfarrer sagt: „Erhebet die Herzen!“

Die Gemeinde antwortet: „Wir haben sie beim Herrn!“

Der Pfarrer sagt: „Lasset uns danken dem Herrn, unserem Gott!“

Die Gemeinde antwortet: „Das ist würdig und recht!“

Damit soll Folgendes klar gemacht werden:

Wenn der Pfarrer jetzt das Hochgebet betet, dann sollen alle mit dem Herzen dabei sein und aufpassen, weil es wichtig ist und er es stellvertretend für alle spricht.

Im Hochgebet dankt der Pfarrer im Namen der Gemeinde Gott, dem Vater, für alles Gute, besonders aber für Jesus.

Mit den Engeln zusammen loben wir Gott und singen das Sanctus.

Sanctus ist Lateinisch und bedeutet auf Deutsch: Heilig.

Bild vom Kibiwe 2017

Bei jedem Hochgebet erzählt der Pfarrer auch die Geschichte vom letzten Abendmahl.

Die Ministranten und Ministrantinnen läuten dabei zweimal mit den Glocken.

Jetzt, so sagt es der Glaube, ist Jesus im Heiligen Brot bei uns.

Danach sagt der Pfarrer: „Geheimnis des Glaubens“ und die Gemeinde antwortet:

„Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“

Wir erinnern uns an Jesus, besonders an seinen Tod und seine Auferstehung.

Wir beten für alle Menschen, besonders aber für die Menschen, die mit uns zusammen Eucharistie feiern.

Den Heilige Geist als Taube findest du auf der Kindergottesdienstkerze

Das Hochgebet endet mit einem ganz großen Lobpreis, den wir in Neufahrn gemeinsam sprechen:

„Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit. Amen.“

Durch ihn und mit ihm und in ihm: Damit ist Jesus gemeint.

Beim Hochgebet steht die Gemeinde und kniet sich nach dem Sanctus hin.

Die Ministranten und Ministrantinnen machen es vor.

Tipp:

Wenn du unsicher bist, was du machen sollst, dann schau doch einfach, was die Erwachsenen in den Bänken machen!

Vaterunser

Nach dem Hochgebet kommt das Vaterunser, das alle gemeinsam beten.

Beim Vaterunser steht die Gemeinde.

Friedensgruß

Danach kommt der Friedensgruß.

Der Pfarrer sagt: „Der Friede sei mit euch!“ und die Gemeinde antwortet: „Und mit deinem Geiste!“ (Inzwischen können wir das schon richtig gut, oder?)

Jetzt geben wir unseren Nachbarn und Nachbarinnen in der Bank die Hand und sagen auch:

„Der Friede sei mit dir!“

Pustekuchen, natürlich nicht.

Schon wieder Corona!

Aber dafür Winken wir in Neufahrn unseren Nachbarn und Nachbarinnen zu und, weil wir es können, auch gleich Leuten, Bekannten und Freunden, die weiter entfernt sitzen irgendwo in der Kirche sitzen.

Brotbrechung

Der Pfarrer bricht das Heilige Brot jetzt in mehrere Teile.

Das soll uns daran erinnern, dass wir alle von einem einzigen Heiligen Brot essen.

Früher gab es tatsächlich nur ein großes Brot für die ganze Gemeinde, das für alle gebrochen wurde, und nur einen Kelch mit Wein, aus dem alle getrunken haben.

Es hat mit dem Wort „Kommunion“ zu tun.

Natürlich sind solche Sachen in diesen Corona-Zeiten nicht denkbar.

Denn im Gottesdienst wird derzeit superstreng darauf geachtet, dass die Hostien, so wird das Brot im Gottesdienst ja genannt, immer abgedeckt sind und nur von demjenigen oder derjenigen mit der Hand berührt werden, die sie dann auch bei der Kommunion empfangen.

Auf der Kindergottesdienstkerze ist ein Osterlamm zu finden. Das Lamm ist ein Symbol für Jesus

Vor der Kommunion gibt es ein spezielles Gebet.

Der Pfarrer sagt: „Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt“ und die Gemeinde antwortet:

„Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach. Aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.“

Das Gebet müssen alle Menschen beten, die zur Kommunion gehen.

Der Pfarrer, die Religionslehrerin, der Papst, der Präsident der Vereinigten Staaten, deine Mutter, dein Vater und du.

Das Gebet sagt:

Egal wie toll du bist und für wie wahnsinnig wichtig man dich hält – Jesus ist der Größte.

Er begegnet dir in diesem einfachen und heiligem Brot.

Zu diesem Gebet kniet sich die Gemeinde noch einmal hin.

Kommunion

Wenn du zur Kommunion gehst, dann mache aus deinen Händen eine Schale, indem du eine Hand über die andere legst.

Also so etwas wie eine Schale mit zwei Böden.

Dann legt dir der Pfarrer oder ein Kommunionhelfer oder eine Kommunionhelferin das Heilige Brot in die Hand, die oben ist.

Mit der unteren Hand nimmst du dann das Heilige Brot und tust es in deinen Mund.

Auf der Kindergottesdienstkerze ist eine Hostienschale und ein Kelch abgebildet.

Davor aber wird dir gesagt: „Leib Christi!“ und du antwortest: „Amen.“

Kommunion ist lateinisch und bedeutet auf Deutsch: Gemeinschaft.

Wenn du zur Kommunion gehst, dann hast du Gemeinschaft mit Jesus und mit allen anderen Menschen, die zur Kommunion gehen.

Wir essen alle gemeinsam von dem einen Heiligen Brot, das Jesus ist.

Schon wieder Corona, aber diesmal macht es dir das Leben einfacher:

Der Pfarrer und die Kommunionhelfer und Kommunionhelferinnen sagen nicht „Leib Christi“ und du musst auch nicht „Amen“ antworten.

Das Heilige Brot wird mit einer goldenen Zange oder einem goldenen Löffel ausgeteilt und natürlich gibt es keine Weinkommunion für die Erwachsenen.

Danklied

Nach der Kommunion wird der Altar von den Ministranten und Ministrantinnen wieder abgeräumt.

Was vom Heiligen Brot übriggeblieben ist, wird in den Tabernakel gebracht.

Dann wird das Danklied gesungen.

Dabei sitzt die Gemeinde.

In diesen Corona-Zeiten wird das Heilige Brot erst nach dem Gottesdienst in den Tabernakel gebracht.

Schlussgebet

Zum Schlussgebet steht die Gemeinde wieder auf.

Und das ist der tiefere Sinn der Eucharistiefeier:

Wie oft hat Jesus wohl Brot genommen, das Dankgebet gesprochen, das Brot gebrochen und an seine Jünger und Jüngerinnen verteilt?

Wenn wir es tun und Eucharistie feiern, dann deshalb:

Weil er es uns aufgetragen hat, weil wir uns dabei an ihn erinnern, weil wir so Gemeinschaft haben mit ihm und untereinander.

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Der Vater im Himmel

Nächste Woche ist der Donnerstag ein Feiertag und es ist keine Schule.

Ganz viele kennen den Feiertag unter dem Namen „Vatertag“, aber noch viel älter ist ein anderer Name:

Christi Himmelfahrt.

„Christi Himmelfahrt“ bedeutet „Jesu Himmelfahrt“.

Geht es eventuell darum, dass Jesus so etwas wie der erste Astronaut war?

Das ist sehr unwahrscheinlich.

Was ist hier überhaupt mit Himmel gemeint?

Ein blauer Himmel mit Schäfchenwolken?

Oder irgendeine ferne Galaxie im Universum?

Der Feiertag „Christi Himmelfahrt“ will uns sagen:

Jesus ist bei Gott, dem Vater.

Und den Ort, wo Gott ist, den nennt die Bibel schon auch Himmel, aber damit sind weder die Wolken noch eine ferne Galaxie gemeint.

Der Himmel, in dem Gott wohnt, ist unerreichbar fern und trotzdem ganz nah.

Und man kann davon kein Bild machen, so wie man von Gott kein Bild machen kann.

Lukas beim Kibiwe 2017

Es gibt zu diesem Feiertag eine Geschichte in der Bibel, die uns Lukas erzählt.

Lukas hat nämlich nicht nur ein Evangelium geschrieben, in dem er Geschichten über Jesus erzählt, sondern auch ein zweites Buch, in dem er erzählt, wie es mit den Jüngern und Jüngerinnen nach Jesu Tod und Auferstehung weiterging.

Wir nennen dieses Buch Apostelgeschichte.

Lukas erzählt:

Vierzig Tage waren seit dem Ostertag vergangen und Jesus, der Auferstandene, erschien seinen Jüngern und Jüngerinnen und ging mit ihnen auf den Ölberg.

„Bleibt in Jerusalem,“ sagte Jesus, „und wartet dort, bis ich euch meinen Geist sende. Ihr sollt allen Menschen die gute Nachricht verkünden, dass Gott alles gut macht.“

„Das Reich Gottes?“ fragten die Jünger und Jüngerinnen aufgeregt, „Kommt jetzt dein Reich des Friedens und der Gerechtigkeit?“

„Das hat schon begonnen,“ sagte Jesus, „Aber wann es vollendet sein wird, das weiß nur der Vater im Himmel.“

Und dann sahen sie Jesus nicht mehr.

Die Jünger und Jüngerinnen wussten:

Jesus ist bei Gott, seinem Vater.

Trotzdem schauten die Jünger und Jüngerinnen automatisch nach oben in den Wolken – und Sternenhimmel.

Plötzlich standen bei ihnen zwei Männer mit strahlend weißen Gewändern.

„Was schaut ihr da rauf?“

fragten die Männer mit den strahlend weißen Gewändern.

„Am Ende der Zeit wird dieser Jesus wiederkommen.

Geht nach Jerusalem und wartet dort auf den heiligen Geist, den Jesus euch versprochen hat.“

Und so gingen die Jünger und Jüngerinnen zurück nach Jerusalem.

Christi Himmelfahrt und der Vatertag haben also schon etwas miteinander zu tun.

An Christi Himmelfahrt erinnern wir uns daran:

Jesus ist bei Gott, seinem Vater.